228 dings für Herrn v. Pf. nicht vorhanden ist, so sagt er allgemein: Landgraf Wilhelm VIII. habe keine Gesinnungstheilnahme für Friedrich II. gehabt. Er hätte aber, wollte er anders seine Leser richtig be ­ lehren, sagen müssen: im Jahre 1 7 40. In der von ihm angegebenen und von mir gerügten All ­ gemeinheit ist seine Behauptung falsch! Zu besonderer Lectüre empfehle ich nachträglich noch Herrn v. Ps. den Band I der Polit. Korrespondenz, S. 189 (die Instruction für den in Kassel accreditirten preußischen Gesandten von Korfs vom 4. Febr. 1741) und S. 374 (Schreiben Friedrichs d. Gr. an L. Wilhelm vom 12. Oct. 1741), wo es heißt: Jo suis sensible autant qu’on peut l’etre aux marques d’amitie et d’attachement pour mes interets que vous venez de me donner. Wem das nicht genügt, dem ist nicht zn helfen! Was das Lager von Hameln, das König Georg II. von England zusammen ziehen ließ, mit den Ge ­ sinnungen L. Wilhelms VIII. zu thun hat, ist mir unverständlich. Die Hessen standen im englischen Solde, hatten also dem König von England zu ge ­ horchen. Wenn aber Herr v. Pfister bezw. sein Wortführer behaupten, die Truppen seien unter dem Landgrafen zusammen gezogen worden, um gegen Preußen verwandt zu werden, so weiß die Ge ­ schichte davon absolut nichts. Der erste, der davon redet, ist ein gewisser Ferd. v. Pfister in einer Bio ­ graphie L. Friedrichs II. Wir wissen nur, daß L. Wilhelm am 15. Juni 1741 zum Besuche König Georgs nach Hannover abreiste, von wo er aber schon bald wieder zurückkehrte (s. Teuthorn, Gesch. der Hessen XI, 250 f.); wir wissen ferner, daß König Georg die Absicht hatte, sich selbst an die Spitze seines Heeres zu stellen (Arneth, Maria Theresia, I, 231); sowie endlich, daß König Friedrich von Schweden als Landgraf von Hessen dem Könige Georg melden ließ: er wünsche seine 6000 Mann Hilfstruppen überhaupt nicht gegen Preußen verwendet zu sehen (Droysen, Gesch. der preuß. Politik, V. 1, S. 296). Trotzdem behauptet Herr von Pfister, die Hessen hätten unter ihrem Landgrafen gegen Friedrich II. im Felde gestanden! Wenn er aber ferner sagt, meine „Excerpte" singen erst mit 23. März 1743 an, so hat er meine Worte ganz und gar nicht verstanden; Diese lauten: Verhandlungen zwischen Preußen und Hessen- Kassel wegen eines Vertrages, abgeschlossen den 2 3. Mürz 1 74 3. Die Verhandlungen waren bereits im April 1742 im Gange; darüber hätte sich Herr v. Pfister leicht belehren können, wenn er es nicht grundsätzlich verschmähte, „einseitige" Quellen, wie die Politische Korrespondenz Friedrichs des Großen zu Rathe zu ziehen. Auf wen demnach der Vorwurf der große n sachlichen Unkenutniß fällt, ergibt sich nach dem Gesagten von selbst. Zum Schluß noch eine Frage: Sie „excerpireu" wohl niemals aus Büchern, Herr von Pfister? — Nein, Sie schöpfen aps dem unversieglichen, aber etwas trüben Borne Ihrer eigenen Phantasie, und deshalb ist es Ihnen unbequem, wenn Sie an der Hand der Bücher kontrollirt werden. Ich will Ihnen deshalb für die Folgezeit den guten Rath ertheilen, excerpiren Sie fleißiger! Schöpfen Sie aus deu Quellen, die jedermann zu ­ gänglich sind! Sonst werde ich mich auch noch nach vier, ja nach zehn Jahren für berechtigt halten, Ihre Werke an der Hand der bösen Bücher auf ihren wahren Werth zu prüfen! Kugo Urunner. Briefkasten. W. V. Marburg. Sehr erwünscht. Brieflich Näheres. H. H. Fulda. Der Schluß des Artikels „Johannisberg" folgt erst in der nächsten Nummer. Für die Mittheilungen besten Dank. Freundlichsten Gruß. F, St. Weiershof. Mit Dank angenommen, wird gleich älterer Einsendung in einer der nächsten Nummern unserer Zeitschrift zum Abdruck gelangen. W. H. Straßburg. Sie haben uns durch ihre Ein ­ sendung große Freude bereitet. Ihr Herr Vater war uns wohlbekannt und mit Interesse haben wir Ihre Mittheilungen gelesen. Wir werden möglichst bald Ihrem Wunsche nach ­ kommen. F. L. New-Aork. Für später zurückgestellt. Aus meinem Verlag empfehle: Mustek seit 70 Jahren, zugleich auch Hessen unter vier Regierungen, die westphälische mitinbrgrissen, von Fr. Müller. Preis gebd. 8 Mark. Ernst Hühn, HofbuäMnöler. Etwaige Unregelmäßigkeiten in der Zustellung der einzelnen Nummern des „Hrfsrnlandcs" bitten wir bei der Redaktion, Jordanstraße 15, oder in der Fricdr. Schcel'schcu Buchdrucker« Schloßplatz 4, anzumelden, damit alsbald Abhilfe erfolge» kann. Auch ersuchen wir die geehrten Abonnenten, uns von etwaigem Wohnungswechsel möglichst bald Kenntniß zu geben, damit eine Unterbrechung in der Zustellung unserer Zeitschrift vermieden wird. Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Z meng er in Kaffel. — Druck von Friedr. Scheel in Kaffel.