215 Gießen und Alsfeld.') Von den reisigen Edel ­ leuten aber, die aus Hessen an der heldenmütigen Vertheidigung Antheil nahmen, sind uns folgende Namen überliefert: Konrad von Wallenstein, Neidhart von Buchenau, Henne und Adolf von Biedenfeld, Appel von Grüßen, Johann Hugk, Ludwig Diede zum Fürstenstein, Giso Hund, Konrad und Heinz von Eschwege Gebrüder, Kurt Nodung, Thiemo und Philipp von Wildungen Gebrüder, Henne von Schönstadt, Henne Winold, Hermann von Romrvd, Ebert Hacke, Valentin von Dermbach, Hartrad von Alnhausen, Her ­ mann von Hundelshausen, Thilo von Falkenberg, Heinrich und Heidenreich von Urff, Dietrich von Elben, Claus Trott zu Solz, Georg von Grifte, Dietrich und Friedrich Schenernschloß, Johann Bleiber, Gottfried Strebekatz, Eberhard von Gudenbnrg, Kaspar Wolf von Gudenburg, Asmus Döring, Eckhard von Hohenfels, Godert von Treisbach, Friedrich von Boinebnrg, Heimbrad und Hans von Boinebnrg, Albert von Gilsa, Johann von Rolshausen, Adolf Hofherr, Hans von Boinebnrg, Johann von Dersch, Lips von Dermbach, Herling von Eschwege, Hans von Lüder, Henchen und Hermann Meisenbug, Guntram von Hatzfeld, Jost von Baumbach, der Marschall Johann Schenk zu Schweinsberg, Johann d. ä., Volprecht und Johann Schenk zu Schweins ­ berg, Wilhelm von Bibra, Werner von Elben, Kraft Milchling, Balthasar Diede zum Fürsten ­ stein, Stamm von Hornsberg, Burghart von Boinebnrg, Kurt von Viermünden, Ebert von Bischofrode, Jost von Hundelshausen, Dietrich Huhn, Philipp Rau von Holzhausen, Philipp von Breitenbach, Johann von Weitershausen, Asmus von Lauberbach, Johann Krengel und Christoph von Buttlar. I Kurz vor der Ankunft des Burgunders ge ­ langte Hermann mit seiner trefflichen Mannschaft in die Stadt, wo er seine Wohnung am Markte, in einem Hanse, „Kempgen" genannt, nahm. Alle, die Fremden wie die Bürger von Neuß, beseelte ein unerschrockener Muth, und sie ge ­ lobten dem Landgrafen feierlich, bei einander auszuharren, ein Gelübde, das sie durch das heilige Abendmahl besiegelten. Dann wurde noch schnell die letzte Hand an die Vcrthei- digungswerke der Stadt gelegt. Um uns ein Bild von der Lage der Stadt Neuß zu machen, sei kurz folgendes erwähnt. Dieselbe liegt auf dem linken Ufer des Rheines, etwa 3 Kilometer von ihm entfernt; zur Zeit der Belagerung wurde sie von einem 1 i linnen, III, 519, nach einem Verzeichnisse der Söldner im Kölner Stadtarchiv, *; Zeitschr. f. Hess. Gesch, n. a. O. S. 1« f. u. S, 59. Nebenarme des Stromes berührt, der hier in sich bezw. mit dem Hauptstrome zwei Inseln bildete, eine kleine innere, d. h. näher der Stadt zu gelegene, und eine äußere größere Insel. Beide waren unter einander nur durch einen seichten und schmalen Wassergang getrennt. Die Stadt zog sich damals wie noch heute auf einer Anhöhe von Südosten nach Nordwesten bei geringerer Breite lang hin. Auf ihrer Ostseite wurde sie damalsvonder Erft, einem kleinen Flusse bespült, der hier in den er ­ wähnten Arm des Rheines einmündete und diesem soviel Wasser zuführte, daß nunmehr auch große Schiffe vom Rheine herauf nach der Stadt gelangen konnten. Erft und Rheinkanal zusammen bildeten hier eine natürliche Schutz ­ wehr der Stadt, die außerdem folgendermaßen befestigt war. Auf der schmalen Nordseite und auf der Hälfte der langen Westseite war sie von einer doppelten Mauer umgeben, welche nicht nur mit Thürmen besetzt, sondern auch von außen bis oben hin mit Erde beschüttet war. Die südliche Hälfte der Westseite und die ganze Südseite hatten nur eine einfache Mauer, außer ­ halb derselben aber noch einen hohen Erdwall zwischen zwei Gräben. Die Thore, welche ans der Stadt ins Freie führten, waren folgende: Das Oberthor im Südosten; das Zollthor und das Hammthor im Westen; das Niederthor dem Oberen entgegengesetzt, auf der Nordseite der Stadt; endlich das Rheinthor nach dem Strome zu im Osten. *) Zu erwähnen ist endlich noch ein außerhalb der Stadt vor dem Oberthore im Süden gelegenes Mönchskloster, dessen Insassen bei der drohenden Kriegsgefahr theilweise ihr friedliches Heim verließen und sich hierhin und dorthin zerstreuten. Ein Theil der Mönche be ­ gab sich mit den Kleinodien und Vorrüthen des Klosters in die Stadt Neuß in Sicherheit, unter ihnen der Verfasser des Magnum Chronicon Belgicum, der uns als Augenzeuge das beste Bild der Belagerung hinterlassen hat. Mit Schmerz sah er, wie das Kloster demolirt wurde, um Bretter und Balken für die Ver ­ schanzungen zu gewinnen, wie man das Blei von den Dächern abhob und Kugeln daraus goß; namentlich aber, wie die herrlichen Bäume um das Kloster niedersanken unter den Streichen der Aexte, und wie dann aus ihnen Bollwerke zur Sicherung der einzelnen Thore errichtet wurden. Gern hätten die Bürger und Söldner die alte Abtei ganz dem Erdboden gleich ge ­ macht, und sie hatten schon an einige Höfe und Arbeitshäuser Feuer gelegt, als es den Mönchen noch glückte, dasselbe wiederum zu löschen. ') Nach dem Magn. Chr. Belg. n. a. O. S. 416.