195 Gamm Uichlsviirgk. ) (Wetterauer Mundart.) Huuch eamm Vuhlsbärgk statt, 2 ) Wu merr Bease beand, '*) Stihr e Fichtebahm, Eann^) dcan zaist^) dr Weand, Wihst o) e Jirredoarn Mette') aus de Stahu, Eann eamm Haarekoarn Do platscht dr Rahn?) Huuch eamm Vuhlsbärgk statt, Wu dr Schlihdoarn blo, Friert's de Jirredoarn, — 's gihr Ahm aach e so. Sein st ohn dr Waat?) Hun se Fauer ohn, Eann die Koih,'") verr Fraad Hun se Spring gedohn. Huuch eamm Vuhlsbärgk statt Jmm Gehaunizeit Eaß e Mährt geweast, Berihmt off weit eann breit. 's peaff' °) vom Owerwahld, Wu di Danne stihn; 's eaß e Jidd erfroarn, Velleicht aach zwihn. Huuch eamm Vuhlsbärgk statt ' Leit 12 ) die Welt voll Stahu, Däi dr Deuwil all Seatt ennoff ,s ) getrahn. Gahnze Kietze voll Straat") e driwwer hihn, Eann 's stand kahn Mensch Kahn l5 ) Foußpoad '") mihn. Huuch eamm Vuhlsbärgk seatt, — Eaß aach noach se schihn — 's will kahn Deuwil mihn Seatt ennosfer * 7 ) gihn. Dann vom Owerwahld, Der off dr Spetze ’ 8 ) leit, Fägkt e Weand erroab '") Wäi näit gescheid. Huuch eamm Vuhlsbärgk seatt Wihst die Heckeruus. 20 ) Jmm 2 ') Mechelizeit Eaß dr Deuwil luus. 's eaß die Hesselofft Goar näit ohngenehm Eann e decker Dofft Leir 22 ) off de Behm. 2 ^) Huuch eamm Vuhlsbärgk seatt Fihrt's 2 ^) met Eis eann Schnie. 's eaß e Wousterdoagk 2 ^) Drowwe off dr Hih. Ach eann's friert ahm 2 ") aach, 's eaß e oadlich Dingk. „No, dann trinkt emohl „Eeann näit se wingk!" Kriedrkch von Trais. (Verfasser der Heimathsklänae aus der Wetterau.) ') Vogelsberg. 2 ) dort. 3 ) bindet. 4 ) und 5 ) schüttelt. *) wächst. 7 ) mitten. 8 ) Regen. 9 ) Weide. ,ü ) Kühe. ") pfiff. u ) liegt. ,3 ) hinauf. ") streute. ") keinen. Fußpfad. 17 ) hinaus. 18 ) Spitze. ,9 ) herab. 20 ) Hecken ­ rose, 21 ) um. 22 ) liegt. 23 ) Bäumen. 24 ) fährt's. 25 ) Wustertag (wüstes Schneewetter). 36 ) einen. Nachdruck verboten. Aus alter und neuer Zeit. Ein hessicher Träumer. Am 15. November 1810 versammelte sich zu Hersfeld in den oberen Räumen des Posthauses, welche damals der guten Gesellschaft zu geselligen Vergnügungen dienten, eine glänzende Gesellschaft. Der Unterpräfekt Günther mit seinem Sekretär, der Präsident des Tribunals von Lindau mit den übrigen Richtern, der Rektor des Gymnasiums Fab er und die anderen Lehrer, kurz mit den Geistlichen alle Beamte sowie der Bürger ­ meister sammt Mitgliedern des Stadtraths und andern Bürgern fanden sich ein. Auch aus der Nachbarschaft waren nicht wenige Gäste herbeigekommen. Es galt nämlich den Geburtstag seiner Majestät des Königs Jerome von Westphalen zu feiern. Als die Gäste nach ihrem Rang Platz genommen und im Verlauf des Mahles die Gläser aufs Neue gefüllt halten, um am Schluß der Rede, welche man aus dem Mund des Unterpräfekten erwartete, auf das Wohl des Königs anzustoßen, erhob sich am unteren Ende der Tafel ein den meisten Anwesenden unbe ­ kannter Gast und schlug zum Zeichen, daß er reden wolle, an sein Glas. Es war der vor einiger Zeit von der Westphälischen Regierung abgesetzte Pfarrer Streibelein, ein Mann, der seine nicht unbedeu ­ tenden Gaben in arger Weise mißbraucht hatte und dafür bekannt war ein böses Maul zu haben. Als alle Augen verwundert auf ihn blickten, begann er mit einer wohllautenden Stimme, welcher man die Uebung anmerkte, folgender Maßen zu reden: »Meine Herren! Wie sehr ich mich freue an diesem Tag mit Ihnen an einer Tafel sitzen zu dürfen, glaube ich nicht besser beweisen zu können, als wenn ich Ihnen erzähle, was mir in vergangener Nacht begegnet ist. Im Traum sah ich mich in einem Land, welches Fremdlinge nicht durch Waffengewalt, sondern durch Treulosigkeit und Hinterlist in ihre Gewalt gebracht hatten. An der Stelle des vertriebenen Landesherrn