147 ging er Vvn Neuem vor, bis seine rechte Flanke von einer starken Abtheilung angegriffen wurde. Er fand Deckung für dieselbe hinter einem Walle. Eine Zeit lang raste die Schlacht hin und her, bis sich die Engländer schließlich auf Turkey Hill zurückziehen mußten, da die Amerikaner fortwährend Verstärkungen erhielten. Es war vier Uhr Nach ­ mittags. Malsburg war von 7 Uhr früh im Feuer gewesen und hatte doch nur vier Todte und 15 Verwundete auszuweisen! Er wurde mit seinen Leuten zur Deckung des linken Flügels an die Westküste gesandt. Die Kanonade wurde bis zum Einbrüche der Nacht fortgesetzt und dann besetzten 300 Amerikaner eine starke Stellung hinter einer steinernen Mauer, gerade vor der Nase der Engländer. — Zum dritten Male mußte Schießmunition ausgegeben werden. Während der Nacht vom 29. zum 30. standen beide Seiten unter Waffen und kampfbereit. Die Hessen sahen ihren Plan im letzten Augenblicke vereitelt, da ihnen nicht schnell genug Hülfstruppen nachgesandt wurden, um die eroberten Stellungen zu behaupten. Hätte mauBarringtonHill undWind- w.ill Hill gehörig befestigt und gleichzeitig die Ver ­ folgung der Amerikaner energisch fortgesetzt, die letzteren hätten sich entweder ergeben oder auf die See flüchten müssen. Sie waren bereits bis zum Uebcr- gangsplatze (Bristol anck Howland Fernes) zurück ­ gewichen , als sie fanden, daß die Verfolger nur über eine kleine, weitverstrcute Macht verfügten. Sie machten daher Kehrt, warfen sich mit voller Kraft auf dieselben und hatten binnen Kurzem die verlorenen Stellungen zurückerobert. Mit Tagesanbrüche begann am 30. die Kano ­ nade von Neuem. Man rechnete auf einen An ­ griff der Amerikaner, die sich statt dessen auf Barrington Hill zurückzogen und dort weitere Verschanzungen auswarfen. Am 31. waren sie verschwunden. Sie hatten während der Nacht die Ueberfahrt nach Bristol vorgenommen, wo sie ein Lager aufschlugen. Die Regimenter Land ­ graf, v. Ditfurth und das 54. bezogen die ver ­ lassenen Stellungen. — Der Verlust der Deutschen belief sich auf 19 Todte, 96 Verwundete und 13 Fehlende. Hauptmann Wagner vom Regiment Huhne erlag seinen Wunden und wurde in New ­ port beigesetzt. Die Engländer verloren 157 Mann. Der Verlust der Amerikaner wurde auf 3 bis 500 Mann geschützt. In seinem Berichte an den Kongreß spricht General Sullivan jedoch nur von 221. In Anbetracht der Länge und Hartnäckigkeit des Kampfes waren die Verluste auf beiden Seiten sehr gering. Sullivan be ­ richtete: er würde den Angriff gern erneuert haben, wären seine Leute, von denen nur 1500 bereits zuvor im Feuer gewesen seien, nicht durch Anstrengung und Nahrungsmangel erschöpft ge ­ wesen. (Schluß folgt.) !-#-! Km Kries des nachmaligen Urchivralhes Kr. Georg Banöau. Unter hinterlassenen Papieren meines im Jahre 1876 verstorbenen Vaters fand ich s. Z. auch einige Briefe seines treuen Jugendfreundes Georg Landau, die dieser an ihn und den ihm gleich ­ falls befreundeten Andreas Hosimann in Kassel von seinen Reisen ans geschrieben hat. Die wesentlichste Frucht dieser Reisen liegt uns in feinen mit Recht hochgeschätzten Werken über unser Heimathland Hessen vor, für die er un ­ ablässig sammelte, auch weiln er in seinem eigentlichen Berufe als Archivar am kurhessischen Staats- und Hausarchivc reiste; ergänzten sich doch bei ihin Beruf und schriftstellerische Thätig ­ keit in erwünschtester Weise, sodaß sie sich gegen ­ seitig zu Gute kamen. Einer der erwähnten Briefe schien mir, als ich neulich in der Muße der Ostertage mich nach langer Pause wieder in sie vertiefte, auch für weitere Kreise von Werth zu sein, da er uns einen schönen Einblick in das glücklich beanlagte Gemüth unseres nun schon vor fast 25 Jahren Heimgegangenen Landsmannes gewährt, in welchem sich mit naturfrischem Humor und treuer Anhänglichkeit an Vaterland und Freunde eine feine Gabe zu beobachten und zu schildern, vor allen aber eine unversiegbare Schaffensfreudigkeit und Arbeitslust vereinten. Der Brief ist gerichtet an: d. Herren Hosimanil u. Weinmeister und hat ein Alter vvn mehr als einem halben Jahrhundert. Ich gebe ihn im Folgenden wortgetreil wieder. Leipzig. Paul Weinmeister. Bückeburg, den 1. Oktober 1835. Liebe Freunde! Seit dem 28. v. M. bin ich hier, in der Haupt- und Residenzstadt eines jener deutschen Duodezstaaten, dessen Einwohnerzahl noch nicht einmal die unserer Vaterstadt erreicht. Ich will Euch einen gedrängten Abriß meiner Reise geben.