145 wichtiges Interesse des gesamniten Reiches: daß der Burgunder nicht am Rheine festen Fuß fassen, daß er nicht das ganze Erzstift an sich reißen konnte, hinderte fast nur die Thatkraft und Tapferkeit.der Landgrafen und der ihnen ge ­ folgten mannhaften Hessen: es ist dies gewiß einer der größten Augenblicke der hessischen Geschichte! (Fortsetzung folgt.) mische Kolöaien in Wewport während der Fahre M6 bis M9, Kessen Belagerung im Fahre M8/ } Von <£l. D. m. (Fortsetzung.) Am 15. August klärte sich das Wetter und nun sah man auf dem Festlande zwischen zwei Hügeln das Lager der Amerikaner, welches fast fünf englische Meilen Front zeigte. Tag und Nacht arbeiteten die Engländer an ihren Fortifikationen, die sie gegen den vierfach überlegenen Feind zu behaupten gedachten. Mit Bäumen und Gestrüpp ver ­ stärkte man die Verschanzungen, fuhr 10 Batterien auf und schlug verschiedene Scheinangriffe der Amerikaner erfolgreich zurück. Am 17. eröffneten die letzteren das Feuer und die Engländer warfen neue Verschanzungen auf, um ihre Flanken zu decken. Am 19. kam es zu einem kurzen Artillerie ­ gefechte. Die Engländer zogen den Kürzeren, da ihre Geschütze meist von Matrosen bedient wurden, die sich auf dem Land ziemlich ungeschickt benahmen. Viele Geschosse des Feindes richteten in dem überfüllten Lager großen Schaden an. Pigot mußte sich in die Befestigungen hinter Tammany Hill zurückziehen, die er jedoch am 20. zu verlassen gezwungen war, da zwei amerikanische Batterien ein erfolgreiches Feuer auf sie richteten. Die Ausdauer des Feindes ließ vermuthen, daß er auf eine baldige Rückkehr der französischen Flotte rechnete und dann freilich hatten die Belagerten, zwischen dem Feuer zweier überlegener Gegner, *) Die Leser wird es interessieren, zu erfahren, daß der Redner, welcher den oben im Auszuge wiedergegebenen Vortrag in dem Newporter Geschichtsverein gehalten, der Rechtsanwalt Dr. Joseph R os eng arten in Phila ­ delphia ist, ein Deutschamerikaner, der u. a. auch auf deutschen Universitäten (Heidelberg) seine juristischen Studien gemacht hat. Er entstammt einer hessischen Fa ­ milie. Sein Vater, ein geborener Kasseler, Sohn des in den 50er Jahren dahier verstorbenen Hoffaktors David Rosengarten, wanderte 1821 in seinem 18. Lebens ­ jahre von Kassel nach Amerika aus, ließ sich in Phila ­ delphia nieder und ist der Begründer der dortigen großen weltbekannten Chininsabrik. — Rechtsanwalt Dr. Joseph Rosengarten ist der Verfasser vieler Schriften, von denen wir hier nur diejenige anführen wollen, welche sich mit den Deutschen und Deutschamerikanern beschäftigt, die in den drei amerikanischen Kriegen eine hervorragende Rolle gespielt haben. (Anm. d. Red.) wenig Aussicht auf erfolgreichen Widerstand. Selbigen Abends noch erschien sie in der früheren Formation. Es waren nur noch 11 Schiffe, von denen einzelne während des Sturmes ihre Mast ­ bäume verloren hatten. Die Nacht verging in banger Erwartung. Die erschöpften Truppen durften nicht aus den Waffen treten. Viele englische Matrosen desertirten, um der Gefangen ­ schaft oder dem fast sicheren Tode während einer nahezu aussichtslosen Vertheidigung zu entgehen. Um dem ein Ende zu machen, wurden allerlei falsche Gerüchte verbreitet: Clinton habe Washington geschlagen und letzterer die amerikanischen Truppen zu sich beordert; Lord Howe folge der französischen Flotte, die er bald zerstört haben werde u. s. w. So verstrichen die nächsten zwei Tage und dann segelten die Franzosen ab. Alles athmete er ­ leichtert auf. Pigot konnte sich das Benehmen der Franzosen nicht erklären bis er erfuhr, daß ihre Schiffe schwer durch den Sturm gelitten hatten. Sie hatten gehofft, Newport bereits im Besitze der Amerikaner zu finden. Als sie sich von dem Irrthume überzeugt hatten, fuhr die Flotte nach Boston, um dort die nöthigen Aus ­ besserungen vorzunehmen. Unterdessen trafen die Amerikaner alle Vorkehrungen zu einer regel ­ rechten Belagerung. Ihren vier Batterien schwerer Geschütze fügten sie eine fünfte hinzu und eröffneten am 24. eine heftige Kanonade, die von gegnerischer Seite erwidert wurde und den ganzen Tag über dauerte; während der Nacht wurde aus Mörsern geschossen. Folgenden Tags war die Hitze so furchtbar drückend, daß auf beiden Seiten die Feindseligkeiten eingestellt wurden bis zur Nacht, wo die Amerikaner einen Angriff auf die Vorposten unternahmen, der zu einem scharfen Gefechte führte, in welchem sie nur mit Mühe zurückgeschlagen wurden. Am 27. brachten drei englische Fregatten die willkommene Nachricht, daß General Gray mit 3500 Mann von Neu- Aork aus Hülfe bringe und sich bereits eingeschifft habe. In der Nacht fuhren die Amerikaner einen