138 er kleidet seine Sulidaten, so viel besser als er kann/' dann sperrte alles Mul un Nase uff. „Wenn's iwest getzt, komme ich bale Widder/' sproch hä zeletzt zun Marthchen, un wie hä nsgedient hatte, un als Gefreiter Heimen kam, — O Aellcnland. O Hessenland, du Heimaterde, Mein Herz in Treue an Dir hängt, Wie sich mit liebender Geberde Das Kind zu seiner Mutter drängt. Wohl fand ich auch in weiter Ferne Der Freundschaft und der Liebe viel. Doch nie ich Dich vergessen lerne, O Hessen, meiner Sehnsucht Ziel. Hier sind die Gräber meiner Lieben, Die mir der Tod zu früh entriß. Hier ist das Mutterherz geblieben, Deß Liebe immer mir gewiß. Und bei den Hessinnen, da waltet Der echten Liebe edler Geist, Der Liebe, die da nie veraltet Und die man deutsche Treue heißt. O Hessenland, Du Heimaterde, Der Segen Gottes ruht auf Dir, Und wenn ich einst begraben werde, Gewähre Du ein Plätzchen mir. Eduard Sievert. Ci« frische» Trunk, ei« froh' Gespräch. Ein frischer Trunk, ein froh' Gespräch In trautem Freundeskreise, Hilft über manchen Stein hinweg Ans dieser Lebensreise. Wer keinen Trllnk vertragen kann Deß Schicksal drum ist kläglich; Doch schlimmer noch ist dran ein Mann, Der selbst ist unverträglich. Kermann Matter. Aus alter un- neuer Zeit. Ein lebendiges Familien-Lexikon. Vor etwa 50 Jahren wanderte an einem schwülen Sommer- Abend ein Mann, mit schwarzem Cylinderhut, weißer Halsbinde und schwarzem Frack bekleidet, also unver ­ kennbar ein Geistlicher, mit hastigen Schritten auf da gab's bale Hossig un de Frau Viehmännen in Niederzwehren sprach zu den Grimms, wie se enn ehre Märchen verzählte: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch." — dem Weg von Kaufungen nach Kassel. Denn einige fern am Himmel drohende Gewitterwolken mahnten ihn zur Eile. Da rasselte hinter ihm eine Kutsche heran, und eine freundliche Mannsstiulme rief: Wenn es Ihnen gefällig ist, Herr Pfarrer, so steigen Sie zu mir in den Wagen! Es ist hinreichend Platz für uns beide, und ich werde mich freuen an Ihnen einen Gesellschafter zu haben. Nichts konnte dem Wanderer erwünschter sein. So machte er denn mit verbindlichstem Dank von der Einladung Gebrauch und nahm neben dem freundlichen fremden Herrn Platz. Nach den ersten Begrüßungsworten wendete sich die Unterhaltung der umliegenden Gegend zu. Hierbei deutete der Pfarrer auf eine Reihe dunkler Erdhaufen, welche man in einiger Entfernung zur Seite des Weges sah, und fragte, was diese bedeuteten. Sein Begleiter antwortete, es sei dies ein Torfstich, und setzte auf die weitere Frage, wem derselbe gehöre, mit einem gewissen Lächeln hinzu, er gehöre dem Steuerrath Carvacki, der im Auftrag der Preußischen Regierung zu Kassel bei der Erhebung der Zölle be ­ schäftigt sei. Carvacki? fragte der Pfarrer. Etwa Karl Carvacki, der Sohn von Anton Carvacki? Allerdings, antwortete der Andere. Aber wie kommen Sie denn zur Kenntniß dieser aus Ostpreußen stammenden Familie? O, erwiderte der Pfarrer, die Glieder dieser Familie sind mir sehr wohl bekannt. Der Vater von Anton war Franz Carvacki, der sich mit seinen beiden Brüdern Joseph und Felix in das väterliche Erbgut theilte. Sein Begleiter saß während dieser Rede wie erstarrt da. Endlich hob er an: wissen Sie denn, mit wem Sie fahren? Nein, sagte der Pfarrer, ich habe bis jetzt nicht die Ehre. Nun, prach der Andere, so erfahren Sie denn, daß ich jJoseph Carvacki, Antons Sohn bin, aber selbst nicht soviel von meinen Vorfahren weiß, als Sie. O, da könnte ich, erwiderte der Pfarrer, die Genealogie Ihres Hauses noch weiter hinauf angeben, wenn Sie es wünschten. Denn für Familienverhältnisse habe ich ein so treues Gedächtniß, daß ich niemals etwas von dem vergesse, was ich irgendwo darüber gehört oder gelesen habe. Genealogie ist mein Steckenpferd. Und in der That war es so. Er besaß eine Kenntniß einigermaßen namhafter Familien, die an das Unglaubliche grenzte. Dies zeigte sich namentlich in den Kriegsjahren von 1813 — 15. Damals soll er einem preußischen Husaren-Offizier, der bei ihm einquartiert wurde, mit der Frage entgegengetreten