108 Ob die Sentabotte als schwedische Herscher noch Norwegen, oder aber als etwaige norwegische noch Schweden hinzu erworben hätten, ließe bei einigem Fleiße sich doch wol entscheiden. Eben so unschwer ist eine zeitfdlgische Feststellung der Würden des raspischen Ludwigs. Herr Dr. Seelig siehet nur Besitztitel gisischer Allode, verweilet aber nicht beim hessischen Grafen-Amte, das für ihn gar nicht vorhanden scheint. Und doch war dieses uralte ehrwürdige Gebot wol beßer und fester begründet, denn die aus Kaiserlicher Entschließung frisch ge ­ schaffene landgräfliche Würde über Düringen, das durch Jahrhunderte als strittig zwischen den Stammes- Herzogtümern Sachsen und Franken hin und her ge- zerret war. Wie die gesamte folgende Geschichte erwiesen hat, lag des raspischen Hauses stärkste Wurzel in Hessen — ob dieß als Sekundo-Genitur gegolten habe, oder nicht. Das düringische Land ­ grafentum gewann eben seine Bedeutsamkeit, die es unter den Wintzenburgern doch mit Nichten besehen hatte, erst durch Anlehnung an unser altes Hessen. Mir schien es Pflicht, hierbei für unseren volks ­ tümlichen Wert zu zeugen. Wir Hessen kommen ja meistens zu kurz. Ausführlich handelte ich darüber einst in Nrn. 985 und 993 der „Hessischen Blätter", Jahrganges 1883. Erwähnt sei nur, daß der dort vorkommende Ausdruck „vorn Reiche unabhängig" oder „selbsthrrlich" doch nicht wörtlich verstanden sein will, sondern nur gegensätzlich zum Verhältnisse Düringens. Nach Herrn Dr. Seelig hiuwider müßte folgerichtig Hessen etwa zuvor schon staatlich zu einem doch gar nicht bestandenen Düringen gehört haben. Den Ausdruck „Tron" betreffend, so kann solcher offenbar zu jener Zeit für beide Länder nur bildlich gemeint sein. Unbegründet, schief, wislungen, völlig verkehrt, u. s. w. findet Herr Dr. Seelig meine Ansichten; da ich mich doch um seine, etwa einschlägigen bis ­ lang niemals bekümmert hatte. In der Tat eine peinliche, zumal jeden älteren Mann verletzende Selbstverkennung, wie ich solche schon in Nr. 5 allgemein beleuchtet habe. Nicht etwa befugte Kritik, nein, geslißentliches Vordrängen ist es. Und da spricht man, in Umkehrung des tatsächlichen Verlaufes und Verhaltes, gar von Abwehr, wo fortgesetzte kränkende, unholde Angriffe vorliegen. Überdieß gestattet sich Herr Dr. Seelig mich sprechend ein ­ zuführen: d. h. mich von ihm vorgeschlagene Worte reden zu laßen. Aber bei allem, was er schreibt, vermeint er noch nicht einmal aus Grenzen persönlicher „Zurückhaltung" heraus getreten zu sein. Nun, auch fürder werde ich Jeden, der mich angreift — sei er wer da wolle — zu bescheiden wißen. v. Pfister. (sieh nächste Spalte oben) ' Nachschrift: Da mein Idiotikon erschienett war, schrieb mir Herr Professor Heyne, daß er es gerne früher zur Hand gehabt hätte. Heute empfieng ich folgende Zeilen. . . . ^ „Gegen Ihre Zusammenstellung von ahd.Hraspo mit hraspon und dem starken hrsspan ist nichts zu erinnern; wie auch Ihre Auffaßung des Verhältnisses zu rapen, raffen, rapsen, (rapschen) ganz meine Billigung hat? Göttingen, den 22. März 1889. Ihr u. s. w. M. Heyne. Serichtigmg, In den „Gnomen" von Feodor Löwe, Seite 61 der Nummer 5 unserer Zeitschrift muß es im ersten Verse statt: Das Glück ist flüchtig, keinem Bunde Gewiß dies zum Verweilen zwingt" heißen: „Das Glück ist fliichtig, keinem Bunde Geneigt, der's zum Verweilen zwingt." Briefkasten. C. R. Philadelphia. Wir werden mit Ihrem Artikel in der nächsten Nummer unserer Zeitschrift beginnen. Ent ­ schuldigen Sie die Verzögerung und empfangen Sie noch ­ mals unseren verbindlichsten Dank. Juliu8 W. Br. Berlin. Besten Dank und freundlichsten Gruß. 0. v. P. Marburg. Haben alsbald nach Empfang die Notizen in gewünschter Weise an den Verfasser des Ar ­ tikels abgegeben. Sollen benutzt werden. Das frühere Manuskript kommt möglichst bald zum Abdrucke. Freund ­ lichsten Gruß. D. W. Marburg. Der zuerst eingesandte Artikel, Hel ­ marshausen, muß eine kleine Umänderung erfahren und wird dann aufgenommen werden. Von den beiden ande ­ ren Artikeln wird der zweite demnächst zum Abdrucke ge ­ langen, der erste eignet sich nicht für unser Blatt. Ent ­ schuldigen Sie die Verzögerung und genehmigen Sie den Ausdruck unseres Dankes. H. Sondheim. Senden Sie Ihre Arbeit gefälligst zur Prüfung ein. Vesten Gruß. Th. K. Grünberg. Sie erhalten in den nächsten Tagen brieflich Antwort. DM- Wir verfehlen nicht, unsere Leser auf die soeben er ­ schienene „Bibliotlieca biographica“, reichhaltige Samm ­ lung von Monographieen zur Geschichte einzelner Personen und Familien, Briefwechsel, Memoiren rc. aus dem an ­ tiquarischen Bücherlager von Paul Neubner in Köln a. Rh., in welcher auch unsere hessische Literatur gebührend ver ­ treten ist, aufmerksam zu machen. Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Zw eng er in Kassel. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.