66 daß die naturwissenschaftlichen Disciplinen unter , Professor der Naturgeschichte und physikalischen die Unterrichtsfächer erst seit der Ernennung des I Geographie am Institut. vr. R. A. Philipp! aufgenommen worden sind. (Schluß folgt.) Alsbald erfolgte auch seine Ernennung zum Friedrich Müller Nekrolog von F. Jwenger. (Fortsetzung.) Dreiundvierzig Jahre, von 1832—1875 war Professor Müller als Lehrer an der hiesigen Akademie für bildende Künste thätig. Groß sind die Verdienste, die er sich um dieselbe erworben. Hunderte von Schülern hat er herangebil ­ det, viele derselben haben sich in der Kunst ­ welt einen sehr geachteten Namen erworben, manche sind sogar berühmte Meister der Malerei wie der Bildhauerkunst geworden. Wir wollen von seinen Schülern hier nur nennen: Jhloe, Kaupert, Stiegel, K. Finck, K. Arnold, Handwerk, W. Binder, L. Katzen ­ stein , Faust, Echtermeyer, August von Wille, Lins und Grebe. Alle haben ihm ein treues, dankbares Andenke» bewahrt, verstand er es doch sich die Zuneigung seiner Schüler in hohem Grade zu erwerben. Einer derselben, ein Künstler von Ruf, der zu Anfang der 40er Jahre die hiesige Kunstakademie besuchte und später seine Studien in München fortsetzte, ein Jugendfreund des Schreibers dieses Nekrologs, gibt seinem Schmerze über das Hinscheiden des geliebten und von ihm hoch verehrten Lehrers in einem au uns gerichteten Briefe beredten Ausdruck und entwirft von ihm folgendes charakteristische Bild: „Durch seine Lehrgabe, sein Wohlwollen, seine persönliche Liebenswürdigkeit war Professor Friedrich Müller bei seinen Schülern der ver ­ ehrteste Lehrer der Akademie, er besaß bei seiner Kenntniß und technischen Geschicklichkeit in der Nachahmung der italienischen und niederlän ­ dischen Malerschulen und alten Meister die Gabe, den Schülern nach ihrer Eigenart und Neigung mit bestem Rathe beizustehen, ihnen die sorg ­ fältigste Anleitung zu geben und sie, je nach ihrer Begabung in die entsprechenden Bahnen der Kunstzwcige zu lenken. Deshalb ist es ihm auch möglich gewesen, ebenso Historien-, Genre-, Portrait-, Thier- und Architektur-Maler, wie Landschaftsmaler heranzubilden. Sein frischer Humor, sein schlagfertiger Witz haben oft bei fehlerhaftem eigensinnigen Beharren der Schüler ­ in ihrer Arbeit mehr gewirkt, als ernste Be ­ lehrung und offener Tadel. Er war ein vor ­ trefflicher Lehrer und nach keiner Richtung hin Pedant. An einem heißen Sommertage, kurz vor Schluß der Morgenstunden, erschien er noch einmal in der Klasse und fand die meisten Schüler schon im Aufbruche begriffen, er unter ­ zog die Arbeiten noch einer kurzen Kritik, wandte sich daun lächelnd zu der Thür mit den Worten aus Schillers Jungfrau von Orleans: Zerstreut euch Lämmer auf der Heide, Ihr seid jetzt eine hirtenlose Schaar. Doch kaum hatten wir auf einem nahegelegenen Bierkeller ei» Kegelspiel begonnen, da erschien auch unser Professor und rief „Schreiben Sie mich nur gleich noch an" ; bald standen mehr Karrikaturen ans der Tafel als Zahlen und der Morgeu war verbracht in der köstlichsten Stim ­ mung. Er unternahm häufiger mit uns Studien ­ fahrten, und unvergeßlich sind mir und wohl allen Theilnehmern die komischen und lustigen Abenteuer geblieben, welche wir da erlebt, die würdig gewesen wären, von einem Schriftsteller, wie Ernst Koch, dem Dichter des „Prinz Rosa | Stramin," humoristisch geschildert zu werden." — Als nach der Einverleibung Kurhessens in Preußen der Geheime Hofrath Ludwig Sigismund Ruhl ; (gestorben am 8. Mürz 1887) seine Stelle als , Direktor der Kasseler Kunstakademie niedergelegt ; hatte, wurde dem Professor Müller das Direk- ! torat dieser Kuustanstalt übertragen, nachdem er ! früher schon zum beständigen Sekretär derselben I bestellt worden war. Im Jahre 1875 trat er ! in den Ruhestand. — In Kassel malte Professor Müller mehrere Bilder für die Kurfürstiu, für die französischen Gesandten und für Private. Die Knrfürstin j Auguste, bekanntlich eine große Kunstfreundin j und Kunstverständige, die auch selbst die Kunst ausübte, würdigte ihn besonderer Auszeichnung, ebenso geschah dies seitens ihrer Tochter, der Prinzessin Karvline. Auch hier blieb Professor ; Müller der alten Neigung , seine Motive aus , dem Lebe» der heiligen Elisabeth, der Schutz ­