366 Kababurg. Historische Skizze von F. Awenger. (Schluß.) borten hessischen Dorfe on der Weser eine Liese- Sababurg und der Reinhardswald waren im siebenjährigen Kriege wiederholt der Schauplatz heftiger Gefechte. Freund und Feind, die alliirten wie die französischen Truppen, hatten das größte Interesse daran, sich im Besitze des Schlosses zu befinden, war dasselbe doch in militärischer Be ­ ziehung von Wichtigkeit. Das Schloß beherrschte die Umgegend, von hier aus führten Schneisen nach allen Richtungen in den Wald und überall ­ hin konnten Patrouillen gesandt werden. Der l bis 1*/« Meilen breite und 3'/? Meilen lange, zum Theil sehr dichte Reinhardswald bot aber die beste Gelegenheit, um in demselben ungesehen Truppen anzusammeln, mit denen man dann unvermuthet auf die von den Gegnern besetzten Punkte hervor ­ brechen konnte. Am 7. August k 760 hatte der fran ­ zösische Befehlshaber, Herzog von Broglie, die Freiwilligen von St. Äictvr und andere fran ­ zösische Truppentheile in der Gesammtstärke von 2000 Mann in den Reinhardswald vorgeschoben. Gegen dieselben wurde sofort, nach Einlaufen der Nachricht, von dem General der Alliirten, Grafen Kielmannsegge, der hessische Oberst von Donop mit sechs Bataillonen und vier Schwadronen aus ­ gesandt, welche am 10. August auf den in einem dichten Gehölze stehenden Feind stießen und den ­ selben nach geleistetem tapferem Widerstande in der Richtung nach Münden zurückwarfen. Der Verlust der Franzosen belief sich auf mindestens 500 Mann an Todten, Verwundeten und Ge ­ fangenen , auch erbeutete Donop 3 Geschütze, Wenige Tage später, als die meist aus Hessen bestehende Truppe Donop's wieder zu ihrem Corps zurückgekehrt war, besetzten die Franzosen von Neuem die Sababurg. — Ein Jahr später, am 26. August 1761 räumte die französische Besatzung das Schloß ohne Widerstand, als die leichten Truppen der Alliirten sich dem Gebiete des Reinhardswaldes näherten, doch sollte dasselbe bald wieder von den Franzosen besetzt werden. Im Mai 1762 versuchten es die Alliirten, Sababurg durch List zu gewinnen. Es war bekannt geworden, daß der französische Kommandant von Sababurg in einem benach- rung Stroh ausgeschrieben habe. In der Nacht vom 29. zum 30. Mai ging der Major von Winzingerode mit seinen hessischen Jägern und einer kleinen Abtheilung von Riedesel's Husaren in aller Stille nach dem Reinhardswalde ab. In dem fraglichen Dorfe angekommen, ließ er die Wagen laden, von verkleideten Jägern fahren, ihre Gewehre und einige Mannschaft unter dem i Stroh verbergen, von fern aber ein stärkeres Kommando folgen, welches im Walde versteckt, sobald die Wagen auf dem Schlosse angelangt waren, hervorbrechen und sich derselben bemäch ­ tigen sollte. Sv weit sollte es nun freilich nicht kommen. Der französische Kommandant hatte Kundschaft erhalten und den Wagen eine Abtheilung Dragoner entgegengeschickt, so daß | nur das schnelle Vorrücken der im Walde ver ­ borgenen Jäger ihre kecken Kameraden vor der sonst sicheren Gefangenschaft bewahrte. Am 21. Juni 1762 erfolgte dann die Einnahme von ' Sababurg durch die Verbündeten. Das Schloß ergab sich nach einigen Granatwürfen. die Be- ; satznng wurde kriegsgefangen, das Schloß wurde ! nun von den Alliirten mit einem Kapitän und 50 Mann besetzt. In der Schlacht von Wilhelmsthal am 24. Juni gab die Sababurg einen nicht unwichtigen Posten in der Schlachtordnung der Verbündeten ab. Um drei Uhr des Morgens brach Major Specht, welcher die Nacht über in dem Schlosse gelegen, auf und zog mit seiner Abtheilung i leichter Truppen auf Holzhausen, worauf eine halbe Stunde später General Lnckncr sich von i Gottesbüren ans in Bewegung setzte und über < Sababurg durch die Schneise nach Mariendorf vorrückte. Es kann nicht in unserer Absicht 1 liegen, hier eine Schilderung der Schlacht bei > Wilhelmsthal, in welcher die Franzosen eine i schwere Niederlage erlitten und zum Rückzüge > ans das rechte User der Fulda gezwungen wurden, zu entwerfen, wir verweisen vielmehr diejenigen i Leser, welche sich für die Einzelheiten der Schlacht interessiren, auf Renouard's „Geschichte des