336 uns den ächten Vater seines Volkes zu Leimbach auf der Schwalm im Hause des Bauern Hans Hose; nur dürften hier Fürst und Unterthan einander doch etwas zu vertraulich nahe gerückt sein. Das 6. Bild stellt uns Denys Papin vor, wie er dem Landgrafen seine Dampfmaschine erklärt. Wahre Kabinetsstücke endlich sind die beiden letzten Bilder, die ich unstreitig für die besten halte: dieKaffee- riecher, Genrebild aus der Zeit des Kaffeeverbots in Kassel, 1797; und die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm bei der Märchenfrau in Nieder ­ zwehren (um 1814). Dem Künstler gebührt der Dank aller Hessen, daß er jenen eingangs dieser Anzeige ausgesprochenen Mangel zum Theil beseitigt und uns Darstellungen aus unsres Volkes Geschichte gegeben hat, die Auge und Herz erfreuen; ebenso der Verlagshandlung für die würdige Ausstattung. Die photographische Ver ­ vielfältigung in C. Machmar's Atelier zeigt, daß auch in dieser Hinsicht Kassel nicht zurückgeblieben ist. Hoffentlich ist die vorliegende nur eine erste Reihe, der weitere Bilder unseres Landsmannes bald folgen * werden. H. Br. Soeben ist das bereits von uns angekündigte Epos Ulrich von Hutten von Carl Preser in Pracht ­ voller Ausstattung im Verlage von Ernst Hühn dahier erschienen. Die Besprechung dieser Dichtung unseres hessischen Poeten folgt in der nächsten Num ­ mer unserer Zeitschrift. Eine interessante genealogische Arbeit steht in Aus ­ sicht. In aller Kürze wird, wie wir hören, ein Stammbuch der Althessisch en Ritterschaft des Kurfürstenthums Hessen erscheinen, wel ­ ches die Stammtafeln der 39 zur Althessischen Ritter ­ schaft gehörigen Familien enthalten wird. Die Marburg. Von Schulte vom Brühl. Leipzig, Voß (G. Haessel), (38 S.) 50 Pf. Das kleine, schön ausgestattete Heftchen bildet einen Theil eines größeren Werkes: „Deutsche Schlösser und Burgen von Schulte vom Brühl/ dessen Erscheinen auf die Dauer von Jahren berechnet ist und das den Zweck verfolgt, „dem deutschen Volke in angenehmer und verständlicher Form eine Schil ­ derung jener Stätten zu bieten, welche zum Theil nur noch als Ruinen erhalten, durch malerischen Reiz und mehr noch durch die mit ihnen meist ver ­ knüpfte Sage und Geschichte bei Jedermann ein großes Interesse erregen." Heft 4 dieses Werkes beschäftiget sich mit dem Schloß Marburg, giebt eine Beschreibung desselben in Wort und Bild (12 wohlgelungenen Holzschnitten) unter eingehen ­ der Berücksichtigung der interessanten Geschichte unserer stolzen Burg, die wie wenige andere deutsche Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Z w e n g e Burgen uns erzählt von den deutschen Religions ­ bewegungen und von dem Ruhme edler Fürsten- geschlcchter. A. Darstellung der Gebietsveränderungen in den Ländern Sachsens und Thüringens von dem 12. Jahrhundert bis heute von Adolf Brecher. Berlin 1888, Dietr. Reimer. 80 Pf. Der Verfasser, welcher durch seine „historische Wandkarte zur Uebersicht der territorialen Entwicke ­ lung des brandenburgisch-prenßischen Staates" manchem Leser des Hessenlandes bekannt sein wird, giebt hier fünf auf einem Blatte vereinigte Karten, die vor ­ züglich im Stande sind, über die komplicirten sächsi ­ schen und thüringischen Territorialverhältnisse zu orientiren. Wir erwähnen das Schriftchen hier, weil zwei der Kartenskizzen auch unser Heimathland mit einbegreifen: I. (im Maßstabe von 1 : 3 770 000) behandelt Thüringen, Hessen und Sachsen vom 12. bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts und II. (Maß ­ stab von 1 .-2700000) dasselbe von 1485—1650. Die übrigen Karten behandeln nur sächsische und thüringische Staatsgebiete, insbesondere gewährt Karte V. einen guten Ueberblick über das Verhältniß von Sachsen und Polen in der Zeit von 1697 bis 1813. A. Anfrage. Wenn man von Kassel nach Philipp inen- hof die Fahrstraße geht, gewahrt man auf einer Anhöhe zur Rechten, unweit der Ritter'schen Back ­ steinfabrik eine von zwei Linden beschattete steinerne Bank und vor derselben einen rohen Felsblock, in welchen die Worte eingemeiselt sind: homo semper memor esto Bei ubique locorum presentis. Kann einer der geehrten Leser dieser Zeitschrift an ­ geben, welche Bewandtniß es mit diesem Steine hat? S. Briefkasten. L. Bockenheim. Ihre Einsendung soll — vielleicht mit einer kleinen Abänderung — erscheinen. Nur wäre es der Redaktion angenehm, wollten Sie mit einem Namen, an ­ statt mit Buchstaben unterzeichnen. Auch ein Pseudonym ist gestattet. G. R. Hohenstein bei Chemnitz. Die nach Bockenheim gerichtete Notiz gilt auch Ihnen; noch bemerken wir, daß wir eines oder das andere Ihrer Gedichte auswählen würden. K. F. Kassel. Freundlichen Dank. Soll Verwendung finden. K.-B. Kassel. »Ein altes Lied" angenommen. C. P. Wächtersbach. Wie Sie sehen, sehr willkommen. H. F. Bromberg. Für Ihr liebenswürdiges Schreiben besten Dank. Ihre Einsendungen werden geprüft werden, worauf Sie Bescheid erhalten. J. H. L. Hanau. Geht beim besten Willen nicht. A. T. Wien. „Freude" soll bald unsere Leser erfreuen. in Kassel. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.