335 mit der Inschrift: „Ihrem treuen Lehrer Bruno Berlit widmen dieses Denkmal dankbare Schüler. 1888." Universitätsnachrichten. Marburg. An Stelle des nach Berlin berufenen Professors Dr. Adolf Harnack ist der Professor Dr. Richard Greef zum Rektor der hiesigen Universität für das Amtsjahr 1888/89 gewählt und bestätigt worden. — Der Privat ­ dozent an der Universität Berlin und Prediger an der Waisenhauskirche zu Rummelsburg bei Berlin Die. tüeol. et Dr. phil. Gustav Adolf Iülicher wurde vom 1. Oktober d. I. ab zum außerordent ­ lichen Professor in der theologischen Fakultät der hiesigen Universität ernannt. Dem Vernehmen nach ist derselbe mit der Verwaltung der durch das Ab ­ leben des Konsistorialraths Professor Dr. Ranke frei ­ gewordenen ordentlichen Professur beauftragt worden. — In der philosophischen Fakultät hiesiger Hoch ­ schule habilitirte sich Dr. Wolfgang v. Oettingen mit einer Habilitationsschrift: „Der Bildhauer- Architekt Antonio Averlino, genannt Filarete" und einer Probevorlesung über Ziele und Wege der neueren Kunstgeschichte. (O. Z.) Todesfälle im Monat Oktober. Am 2. Oktober starb dahier der Konsistorialrath Heinrich Seebohm. Geboren am 2. April 1825 zu Roden - berg in der Grafschaft Schaumburg, Schüler des Gym ­ nasiums zu Rinteln, war derselbe in Rinteln zuerst als Lehrer, dann 22 Jahre als Pfarrer daselbst und 15 Jahre hier in Kassel als Konsistorialrath thätig. — Am 7. Oktober verschied dahier im fast vollendeten 82. Jahre der Oberst z. D. Philipp Otto Schneider, früher kurhessischer Artillerieoffizier. — Am 10. Oktober starb zu Fulda in seinem 84. Lebensjahre nach nahezu fünfjähriger Krankheit Dr. Joseph Wiesen, 1834 —1835 Lehrer der Mathe ­ matik und Naturwissenschaften am Gymnasium zu Rinteln. In Fulda ertheilte er eine lange Reihe Jahre Privatunterricht in Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften und hat Tausende von Schülern in diese Wissenschaften eingeführt. — Am 13. Oktober starb dahier im Alter von 70 Jahren der Kantor und Schulvorsteher Otto Ringeling. — Am 24. Oktober verschied dahier im 68. Lebens ­ jahre der Privatmann Daniel Zahn, Mitglied des hiesigen Stadtraths. — Am 24. Oktober starb zu Marburg im Alter von 59 Jahren der Baron August Wilhelm Xaver von Knoblauch zu Hatzbach. — Am 27. Oktober verschied dahier im 82. Lebensjahre der ehemalige Staatsminister Sig ­ mund von Meyer, der letzte Gesandte Kurhessens am Pariser Hofe. Der Verblichene genoß in hohem Grade das Vertrauen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm und war bekanntlich einer der Testaments ­ vollstrecker von dessen letztem Willen. Getreu dem Grundsätze „Noblem oblige“ zeichnete er sich durch seinen Wohlthätigkeitssinn auf das Rühmlichste aus. Kunst und Literatur. Bilder aus der Hessischen Geschichte. Gemalt von Louis Katzenstein. Kassel, Ernst Hühn (1888). Kein deutsches Land, das eine Rolle in der Ge ­ schichte gespielt hat, dürfte so arm an künstlerischen Darstellungen aus seiner Vergangenheit sein, als Hessen. Leider — dürfen wir vom Standpunkte des Kunstliebhabers ausrufen — wird wohl kein hessisches Fürstenschloß mehr von kunstsinnigen Herrschern mit Wandgemälden geschmückt werden, wie andern deutschen Stämmen dies jetzt zu Theil wird. An Stoff würde es dem Künstler nicht fehlen, am wenigsten, wenn er sich kriegerische Großthaten zum Vorwurf nehmen sollte. — Louis Katzen st ein hat solche nicht ge ­ wählt, — ob mit Absicht, weiß ich nicht. Dagegen hat er uns mit einer Reihe wunderhübscher Genre ­ bilder beschenkt, welche (ein einziges ausgenommen) als Friedensbilder sich bezeichnen lassen. Der Gedanke ist glücklich: seine Ausführung erinnert uns an Zeiten, wo Fürsten und Volk noch einander nahe standen, so nahe oft, daß die landesväterliche Fürsorge sich selbst auf die Speisen und Getränke erstreckte. Das erste Bild zeigt uns Landgraf Philipp in Luthers Wohnung zu Worms i. I. 1521. Die Scene ist so zu sagen der Ausgangspunkt jener Umgestaltung, welche im zweiten Bild wirksam zur Anschauung ge ­ bracht wird: Heinz von Lüder rettet die Insassen von Kloster Haina vor drohender Austreibung. Trägt die Erzählung, wie sie uns Lezner in seiner Be ­ schreibung d?s Klosters Haina giebt, auch nicht gerade den Stempel der Wahrheit an der Stirn (daß etwas dem Aehnliches stattgefunden, ist leicht denkbar), so ist sie doch sehr charakteristisch. Der Maler hat, wie man mit Vergnügen bemerkt, sich von jeder, hier so nahe liegenden Uebertreibung fern gehalten. Auf dem 3. Bilde sehen wir den Landgrafen Moritz, wie er die persische Gesandschaft, welche i. I. 1600 Kassel passirte, empfängt. Das vierte versetzt uns in die Zeit des dreißigjährigen Krieges: Landgräfin Amelie Elisabeth läßt im Lager bei Leer ihrem Sohne, dem jungen Landgrafen Wil ­ helm VI., damals acht Jahre alt, huldigen. Der zarte Knabe einer- und der vor ihm knieende Kriegs ­ mann, wohl General Melander, andererseits bilden einen seltsamen Kontrast. Es folgen dann die glück ­ lichen Zeiten Landgraf Karls, des trefflichen, nicht genug zu schätzenden Friedensfürsten: Bild 5 zeigt