334 deutschen König Konrad I., den Franken, durch den Verein für hessische Geschichte und Landeskunde im Dome zu Fulda, die Schrift „Das Grab König Konrads I. in der Basilika zu Fulda" heraus. Als am 22. Mai 1885 das fünfzigjährige Jubiläum des reorganisirten Gymnasiums zu Fulda stattfand, ver ­ faßte Professor Gegenbaur die Festschrift unter dem Titel „Ein Jahrhundert aus der Geschichte der höheren gelehrten Schulen Fulda's, 1734—1835“. Alle diese Schriften zeichnen sich ebenso sehr durch zweckmäßige Anordnung des Stoffes, wie durch musterhafte Behandlung der Sprache aus. Und daß auch der wissenschaftliche Werth sich stets mit dem formalen deckt, dafür bürgt allein schon der Name des Verfassers, gilt Gegenbaur doch nebst seinem Freunde, dem am 6. Januar 1886 verstorbenen Rechts ­ anwälte Victor Freys, für den besten und gründ ­ lichsten Kenner der fuldaischen Geschichte. Dieses Rufes erfreut sich Gegenbaur allgemein unter den deutschen Historikern. Zahlreich waren und sind heute noch die Anfragen, die an ihn um Aufklärung in historischer Beziehung gestellt werden, und die er stets mit größter Bereitwilligkeit nach bestem Wissen be ­ antwortet. — Auch noch auf anderem Gebiete, denn auf historischem, war Gegenbaur als Schriftsteller thätig. Wir wollen hier nur nebenbei seines „Leitfadens für den geographischen Unterricht auf Gymnasien, Realschulen rc." gedenken, der 1853 zuerst erschien und wiederholt neue Auflagen erlebt hat. — Zu der Herausgabe einer Sammlung seiner Gedichte hat sich Gegenbaur bis jetzt noch nicht ver ­ stehen können, und doch verdienten sie dieselbe. Einzelne, wir wollen hier nur das „Dem deutschen Parlamente“ im Jahre 1848 gewidmete, sowie das Gedicht auf Rhabanus Maurus „Wohl stand im goldenen Mainz die Wiege“, das von dem trefflichen Komponisten Dr. Andreas Henkel in Musik gesetzt worden ist, erwähnen, sind reich an poetischer Schön ­ heit. — Schärfe des Verstandes, Wärme des Her ­ zens, nimmer versagendes Gedächtniß, treue Freund ­ schaft, Wohlwollen gegen Jedermann, sind Eigen ­ schaften, durch die sich Gegenbaur ganz besonders auszeichnet, und wie sehr dieselben auch Anerkennung gefunden haben, das stellte sich so recht bei der Feier der silbernen Hochzeit Gegenbaur's am 10. Juli 1881 heraus. Zahlreich waren die Glückwünsche, die da von Freunden und dankbaren Schülern an den Jubilar und die Jubilarin, die sorg ­ same Hausfrau, die treffliche Erzieherin ihrer Kinder, die treue Genossin der Bestrebungen ihres Gatten einliefen, trotzdem die Feier sich nur im engen Kreise der glücklichen Familie vollzog. — Möge es unserem hochverehrten Freunde und Gönner noch recht lange vergönnt sein, sein otium cum dignitate zu genießen und möge er bei seiner Geistesfrische und seinem regen Interesse für Geschichte, Literatur und Kunst seine jetzige Muße dazu verwenden, uns noch recht oft mit Erzeugnissen seiner schriftstellerischen Wirksamkeit zu erfreuen. F. Z. Im Schaufenster der E. Hühn'schen Hofbuchhandlung war vor einigen Tagen ein von Max Lieb erg ge ­ maltes, sehr gelungenes und wohlgetroffenes Portrait (Kniestück) des hiesigen Schriftstellers S. H a h n - d o r f ausgestellt. Das Bild erweckt um so größeres Interesse, als Hahndorf, der Nestor unter den deutschen Journalisten, der am 12. Dezember d. I. sein 87. Lebensjahr vollendet, ein in den weitesten Kreisen bekannter, allgemein hochgeschätzter und seiner Vater ­ stadt treu ergebener Bürger ist, den man mit Recht als die personifieirte Geschichte Kassels seit 60 Jahren, in guten und in bösen Tagen, bezeichnen kann. Seine hervorragende Wirksamkeit auf fast sämmtlichen Gebieten des öffentlichen Lebens ist zu bekannt, als daß dieselbe noch besonderer Erwähnung bedürfte. Im hiesigen Kunsthause sind seit Kurzem eine größere Anzahl von Bildwerken einheimischer Künstler ausgestellt. Da ist u. A. Louis K a tz e n st e i n mit einem interessanten historischen Genrebild: „Mozart spielt Schikaneder die Melodiken zur Zauberflöte vor" und einer „Lautenspielerin" vertreten. Der Akademie ­ lehrer E. Neumann sandte ein größeres gemaltes „Marinestück“ und eine „Landschaft aus dem schotti ­ schen Hochland“. Auch mehrere seiner Schülerinnen, wie Frl. v. Hugo und Frl. v. Grote haben tüch ­ tige Arbeiten geliefert. Der unermüdlich schaffende Johannes Kleinschmidt stellte wieder einige vor ­ treffliche Portaits, sowie ein sehr humorvolles und auch technisch bedeutendes Genrebild, „Glückseligkeit" betitelt, aus. Einem hübschen neuen Talente begeg ­ neten wir in Frl. Mensing, welche vier Pastell- Portraits zur Ausstellung brachte. Auf dem Friedhofe zu H e r s f e l d ist vor Kurzem dem am 25. März 1887 verstorbenen Gymnasial- Oberlehrer Bruno B e r l i t ein Grabdenkmal errichtet worden, dessen Uebergabe an die Familie des Dahingeschiedenen» wie die „Hersfelder Zeitung" berichtet, am 17. Oktober erfolgte. Nahezu 200 Schüler des beliebten Lehrers haben es durch ihre Beiträge ermöglicht, daß dieses Denk ­ mal in stattlichster Form ausgeführt werden konnte. Auf einer breiten Grundlage aus rothem Sandstein erhebt sich ein mehrfach gegliedertes Posta ­ ment aus grünlichem Sandstein, dessen obere Theile ringsum reichende Eichenkränze von wirkungsvoller Steinmetzarbeit schmücken. Das Postament trägt einen Obelisken aus schwarzem Granit, dessen Vor ­ derseite, dem vorbeiführendem Wege zugewandt, ein vergoldetes Kreuz zeigt. An derselben Seite ist in das Postament eine weiße Marmorplatte eingelegt