259 cflrrhs&yY so unßer Groeß-Vatter von Ihrer Fürstlichen Genaden, Herrn Landtgraff Philipsen mit der bethewerung entpfangen: „Hanß-Cordtell, das soll Dir undt den Deinen nimmer vergehen, sondern wohl vergoltten werdten bis inß dritte undt vierdte gliedt" hatt Ihre Fürstliche Genaden die Händte gen Himmel gehaben undt gar be ­ weglichen geseuffzett, alßdann aber nutzerer Muetter sehlicher, so für Ihre Fürstliche Gnaden uff die knye gefallen, genediglichen uffgehaben undt gantz lautt gerueffen: „ja, So wahr Unß Gott helffe, das soll noch geschehn undt Wir wollen Euch das noch vergeltten, die Lehenguetter ewerer vorfahren seyndt zwar nun anderst vorgeben, aber Wir wollen nit minder für euch sorgen. Undt haben Ihrem domahlen beysichhabenten Rath also- gleich bevohlen, daß er zusehen sollte, darmit wir kindter mit andteren guettern schadtloß gehallten würdten undt Landtgraff Philippsen wortt undt zusage erlich gelößet undt erfüllet werdten möchtt. Genediger Fürst undt Herre. Ewre Fürstliche Genaden seyndt dazumahlen auch an Ihrer Fürst ­ lichen Genaden Frawen Muetter handt zuegegen gewest! Ihre Fürstlichen Genaden waren dazu Malen noch gar ein jung Herrlein undt waren E. F. G. Hoeffmeister Jacob vom Hoff undt auch M. Elias Coriarius gleychermaßen darbey. Mir dencket es noch gar wol, wie Ewer Fürst ­ liche Genaden yensmalen das rincklein von I. F. G. Frawen Muetter zue beschawen begeret und danach gar auffmerksamb betrachtett, doruff es die genedige Frawe Muetter an ihren Finger gesteckett undt lächelndte zu meyner Muetter ge- saget: „Wir laßen Landtgraff Philippßen phandt erlich ein undt sollet ihr deßen wol ge- dencken." Worauff Ihre Fürstliche Gnaden sie noch wol beschenckett und unß gnediglich valct gesaget. Genediger Fürst undt Herre! Das seyndt wol fast nutzn dryeßig Jahr Vorgängen undt ob wir bestendig deß verhoffens gewest, es würdte unß noch werdten, das unß damahlen undt auch nacher vorschiedentlich ernewerte Fürstliche Ver ­ sprechen vorhießen , so hatt dennoch die Volge gezeigett, daß es immer wiederum in vorgeßen- heydt gerathen. E. F. G. Frawen Mutter seyndt unterdeß inn dieffer langen zeitt seligen abge ­ schieden, ohne daß Sie es erlebett hatte, uns Ihres Fürstlichen wortts zue vergnügen, alßo, daß wol nit zue verwundtern, wann wir gentz- lich auß dem gedechtnuße kehmen undt unßere Hoffnung allgemach gantz ersterben thette. Deme ohnerachtt kunnen undt mügen wir nitt daran verzweifflen. Ewerer Fürstlichen Genaden Groß- muett undt magnifizentz ist so Vilm zue stabten kohmen, wellche es wol nit in allewege alßo umb Dero Hochfürstliches Hauß verdienet, daß es fast ohnmüglich zue glauben, es sollte die- selbige alleine unß armen Kindtern endthaltten pleiben, die wir doch ehn sonderliches Fürstliches wortt und außtrücklichs vorsprechen doruff er- langett undt entphangen haben. Und wann dann newerdingß, wie wir vernohmen, eyne er- leddigung vorschidentlicher Guetter undt stucken, so unsern vorfahrn zue Lehen gestandten undt von ihnen vil Hundertt jähr allßo inngehabt worden seyndt, zue gewartten stehett, alß undter- windten wir unß, mit disser underdhenigen Supplik nochmahlen gantz flehentlichen zue Pillen, Dero Fürstlichen Borsprechens und getaner ge- nedhiger zusag in Genaden zue gedencken undt zu bevehlen, daß unß diesse altte Lehen unßeres geschlechtts nit wiedder endtzohen, sundern wied- derumb gereichett werdten, wannen sie heimfallen oder fünft erleddiget werdten. u. s. w. u. s. w. In der hierüber vonLandgrafWilhelm „gethanen Verordnunge an seine rethe in Caßell" heißt es: pp. Wannen es unß nun fast verdrießlich fettet, daß Wir mit sollchen fachen in Unßerer schwach- heidt belestigett werden, do Wir kaumb erst ahngefangen habenn, unß Unßeres gebrestes halben des Sawerbronns allhiero zue gebrauchen, Wir aber dennoch Unßerer lengst gethanen Zue- sag unß erinnern undt nicht gerne sehen, daß obgemelter (der Diertelsmeister Hanß Geörg Heß v. Wichdorff) Unß fürterhin noch ferner darum guersliret, so bevehlen Wir, daß nunmehro ernstlichen darzu gethan wirbt ihn zu stillenn. Zwar ist unß nicht bewust, daß von denen afften^ Lehen seiner Vorelltern, so Unß bekandt, Etwaß leddig worbten undt heimfallen wehre, oder daß sichs darzu ahnließe. Undt können Wir nichts darfür, daß sie anderst vorliehen, sintemahlen sein vatter selbsten daran schuldt gewehßenn. Gleichwohlen ist unß bekandt, daß es I. F. G. Unßerem Herrn Vatter Seeligen, Landgraff Wilhelmen hinderher doch leydt gewest undt Ers gern geendert helle, do es noch ahn ­ gangen wehre. Und do Unßere Frawe Muetter Seelige und Wir selbsten es eynmal versprochen, denen nachkohmen eyne Restitution zu gewehren, so wollen Wir, daß sie je ehender, desto lieber auch perfectuiret »erbte, pp. Wollet daher fleyßig nachsehen, welliche be- bewandtnüß es überhaupt mit derer Hessen alten lehnschafften von Ahnfang an biß dahero gehabtt undt wo etwan gelegenheitt wehre. Unßer Fürst ­ lich wortt gegen ermeldten Virdtells-Meister undt die Seinen zue lößen und bevehlen Wir, daß Unß nach Unßerer glücklichen reäition nacher Caßell, welche Unß Gott der Allmechtige recht balde beschehren müge, besonderlicher Fürtrag in der fachen gethan werdte. Datum Wildungen, den 19ten Juny 1663. Wilhelm p. (Forts, folgt.)