221 Zerstreuung ihrer Bedeckung bei dem Dorfe Maresch; vom 25.—30. August bei Verfolgung des Feindes im Riicken der Festung Schumla. Für die bei eben genannten Fällen bewiesene Auszeichnung wurde er durch Verleihung des Ordens der heiligen Anna be ­ lohnt (St. Annen-Orden 1. Klasse mit der Aufschrift: für Tapferkeit). Nach dem Friedensschluß mit der Ottomanischen Pforte blieb er im Winterquartier im Babodoy'schen Gebiet bis zum 26. April 1830, wo er die Donau überschritt und in die Grenzen des Reiches zurückkehrte. — 2) 1831 im Kriege gegen die polnischen Aufständischen innerhalb der Grenzen des Reiches am 7. April Gefecht mit dem Korps Dwernitzky beim Flecken Baromli; für die dabei bewiesene Auszeichnung wurde ihm der St. Annen-Orden 3. Klasse am Bande verliehen; am 13. April Herausdrängen des Oberwähnten nach Galizien; den 3. Juli betrat er das Königreich Polen; vom 13. war er bei der Belagerung der Festung Samoszje (Zamosc); den 27. August Detachements- Gefecht gegen die Aufständischen beim Flecken Janowa; dem Dorfe Lipa; vom 3.— 6. September bei der Verfolgung des Korps Romarino bis über die österreichische Grenze; 10. Oktober Uebergabe der Festung Samoszje, die sich bedingungslos Sr. Ma ­ jestät ergeben hatte. — Bei verschiedenen Uebungen, Besichtigungen, Manövern bewies das Regiment voll ­ kommene Genauigkeit und Pünktlichkeit rc., wofür unter folgenden Daten die Allerhöchste Zufriedenheit ausgedrückt wurde: 12. September 1833; 1835 den 15. April; den 8., 17, 28. Juni; den 4., 5. und 11. Juli. — Er ist Inhaber der silbernen Medaille, welche Allerhöchsten Orts für die Theilnehmer an dem Kriege gegen die Türken in den Jahren 1828 und 1829 gestiftet wurde, ferner des dem König ­ reich Polen angehörende Ehrenzeichens für militärische Verdienste (4. Klasse). Er ist des Lesens und Schreibens kundig: in russischer, deutscher und fran ­ zösischer Sprache. — Urlaub zur Reise in die Heimath (Ausland) hatte er vom 17. April 1832 auf die Dauer von 6 Monaten, nach deren Ablauf er zur rechten Zeit erschien. Bestraft wurde er keinmal, stand auch nicht vor Gericht, Vor ­ würfen und Unzufriedenheit war er nicht unter ­ worfen. Er ist unverehelicht. Auch bezeigte er sich des ihm verliehenen Zeichens für ausgezeichnete, tadellose Dienstführung und oberwähnter Beförderung würdig. Als Abgeordneter des Adels hat er nicht fungirt. Er hatte weder Schulden noch hat er ver ­ nachlässigt, seinen Verbindlichkeiten, wo er welche hatte, nachzukommen oder zur bestimmten Zeit Rechenschaft in Dienstangelegenheiten, wenn er solche abzulegen hatte, zu erledigen. Klagen war er nicht unterworfen. Mangel an Strenge bei Verrichtung seiner dienst ­ lichen Obliegenheiten und in seiner Eigenschaft als Vorgesetzter kann ihm nicht vorgeworfen werden. Den Anforderungen des Dienstes gemäß, duldete er bei seinen Untergebenen keinerlei Unordnung, Ungenauig ­ keit, Ungehörigkeit. Ein unziemliches Benehmen (Aufführung) ist niemals an ihm wahrgenommen worden. — Laut Befehl Sr. Majestät wird er auf sein Nachsuchen wegen häuslicher Angelegenheiten oder Umständen am 16. Januar 1836 vom Dienst ent ­ lassen. Solches bescheinige ich, kraft der mir Allerhöchst verliehenen Vollmacht durch Beidrückung des Wappens meines Siegels Hauptquartier in Warschau, am 30. Mai 1836, Graf Paskewitsch Eriwanski, Feldmarschall Sr. Majestät nleines Allergnädigsten Kaisers General-Adjutant; Hauptkommandirender der Aktiv-Armee Inspektor der Infanterie; Chef des Infanterie- und Jäger- Regiments meines Namens; Statthalter deö Königreichs Polen; Mitglied des kaiserlichen Raths; Inhaber des Porträts Sr. Majestät in Brillanten; der Orden: St. Andreas des Erstberufenen mit Brillanten; des Groß ­ märtyrers und siegreichen St. Georg (Großkreuz t. Klasse); St. Alexander Newski mit Brillanten; des weißen Adlers; St. Annen-Orden i. Klaffe mit Brillanten. Dann der ausländische, Preußischen: Schwarzer Adler in Brillanten und Rother Adler-Orden 1. Klaffe: Persische Löwen- und Sonnen-Orden an goldener Kette und türkischer Mond- Orden. - Inhaber des goldenen Säbels mit Brillanten, mit der Aufschrift: Für Besiegung und Unterwerfung der Perser bei Elisabethpol: des goldenen Säbels mit der Aufschrift: Für Tapferkeit und i goldenen Säbels mit Brillanten, verliehen von Sr. Majestät dem Könige von Preußen. Inhaber des polnischen Ehrenzeichens für mili ­ tärische Verdienste (l. Klasse); Fürst von Warschau.*) Die Aufschrift des Ukas lautet: Ukas betreffend: Die Verabschiedung des wegen häuslicher Umstände den Dienst quittierenden Premier-Lieutenants Frei ­ herrn von Pappenheim, Husaren-Regiment „Prinz von Gremien“. Bemerkung. Die Rangverhältnisse damals in der russischen Armee wäre etwas anders als in der deutschen. Ein Körnet der russischen Armee hatte den Rang eines Unterlieutenants; Lieutenant war so viel als Premierlieutenant und Premierlieutenant in der Garde so viel wie Rittmeister in der Linie. -- Die Erlebnisse des Freiherrn Alfred von Pappen ­ heim im kurhessischen Dienste von 1826 -1828 und im russischen Dienste von 1829—1836, nach hinter ­ lassenen Papieren, werden demnächst im Drucke er ­ scheinen, und werden wir s. Z. auf die in Aussicht stehende interessante Schrift zurückkommen. *) Diese vielen Titulaturen mögen uns heute kurios vorkommen, aber gerade deshalb haben wir sie genau nach dem Manuskript verzeichnet. Haben sie doch auch in ge ­ wissem Sinne ein kulturhistorisches Interesse. Und haben es denn damals die Herren Gelehrten in Deutschland anders gemacht?, wußten sie nicht immer und immer wieder bei jeder schicklichen oderauch unschicklichen Gelegen ­ heit ihrem Namen die Titel anzuhängen, die sie als Mit ­ glieder allermöglichen gelehrten Gesellschaften beanspruchen konnten?!