Wallung" enthalten einen beachtenswerten Artikel über den „Neubau der hiesigen Universitäts Aula" aus der Feder des Erbauers des Universitäts-Gebäudes, Professor Karl Schäfer. Dem Artikel sind mehrere erläuternde Abbildungen beigefügt, die ein höchstan- schanliches Bild vom ganzen Universitätsgebäude, der anstoßend n Kirche, sowie von dem Neubau der Aula gewähren. Zunächst zeigt eine Abbildung den Grund ­ riß des Ganzen, eine weitere die Ostseite der Aula mit der reformirten Kirche, ferner wird der Quer- schnitt der Aula, sowie die Grundriße des ersten und zweiten Geschosses des Aulaslügels dargestellt und eine Ansicht der Südseite des Aulaflügels im Anschluß an das Universitätsgebändn. Der neu zu erbauende Flügel wird enthalten im !. Geschoß: den Promotions ­ saal, zwei Hörsäle, Raum für die Luftheizung und Kohlenkeller; im 2. Geschoß: die Aula, einen Hörsaal und den Archivsaal. — Mit der Vollendung des Aulaflügels wird unser Universitätsgebäude sich unseren klassischen Denkmalen der Baukunst — St. Elisabeth- kirche und Schloß — würdig anschließen, und nicht nur als Bauwerk ersten Ranges eine Zierde unserer Stadt werden, sondern auch ein ständiger Anziehungs ­ punkt für manchen Kunstverständigen nach derselben mehr sein. (O. Z.) Hessische Kücherschau. Philipp der G r o ß m ü t h i g e i m Baue r n - kriege. Mit urkundlichen Beilagen. Von Dr. Wilhelm F a l ck e n h e i n e r. Marburg, N. G. Elwert, 1687. In dieser sorgfältigen Schrift wird zum ersten Male der Versuch gemacht, mit Benutzung aller Quellen, besonders des in dem Marburger Staats ­ archiv vorhandenen urkundlichen Materials, eine Dar ­ stellung von der Thätigkeit Philipps im Bauern ­ kriege zu liefern. Der Versuch ist als ein durchaus gelungener zu betrachten. Falckenheiner zeigt uns, wie der noch jugendliche Fürst mit Aufmerksamkeit das Wachsen des Aufruhrs nicht nur in seinem Lande, sondern auch in den angrenzenden Terri ­ torien beobachtet und bei Zeiten die erforderlichen Maßregeln zur Dämpfung desselben trifft. Den bedrängten schwäbischen Bund unterstützt er durch vorläufige Sendung von Hülfstruppen und wieder ­ holte Geldzahlungen und ist gerade im Begriff, seine ganze Macht in Marburg und Gießen zu ver ­ sammeln, um mit derselben nach Süddeutschland aufzubrechen, da schlagen die Wogen der Empörung über die Rhön herüber und nöthigen ihn, erst in seiner nächsten Nachbarschaft die Ruhe wiederher ­ zustellen. Kaum ist der Ausruhr in den Stifts- landen von Fulda und Hersfeld glücklich gedämpft, da kommen von den sächsischen Fürsten, deren Ge ­ biete gleichfalls von der Empörung ergriffen waren, die allerdringendsten Hülfegesuche an Philipp. An einen Zug über den Main war nun nicht mehr zu denken. Mit starker Macht brach der Landgraf im Anfang Mai 1525 von Fulda auf und marschirte über Geisa und Vacha nach Eisenach und von da auf Frankenhausen, wo der Zusammenstoß mit den Bauernhaufen erfolgte. Von dort wandten sich die siegreichen Fürsten nach Mühlhausen, dem letzten Bollwerk des Aufstandes, das sich nach kurzen Unter ­ handlungen ergab. — Ein Hauptvorzug der Arbeit Falckenheiners liegt ohne Zweifel neben der sorg ­ fältigen und gewissenhaften Forschung in der Ueber- sichtlichkeit der Darstellung: alles, was nicht noth ­ wendig in den Text gehört, ist in die Anmerkungen und Beilagen verwiesen, sodaß das Buch auch für den Laien verständlich und genießbar ist. Wir wünschen demselben einen recht zahlreichen Leserkreis. P. Tra u sa tlan tis ch es. Von H. K eller-Jorda n. Stuttgart. W. Kohlhammer. 1868. „Das Meer ist Poesie" — — —! mit diesen Worten beginnt H. Keller-Jordan die erste Dichtung in „Transatlantisches". Wir lesen weiter und das Meer selbst umfängt uns mit seinem poesievollen Zauber. In lebensreichen Bildern entrollen sich uns die Schicksale, die inneren Kämpfe von Menschen, die losgelöst vom festen Boden der Heimath hinüber über das Meer ziehen. Hier, wo des Menschen Blick sich erweitert und am fernen Horizonte wie an einer glücklichen Zukunft hängt, hier, wo die Träume, die sonst nur bei nächtlicher Weile emporsteigen, bei hellem Tageslichte sich halten, hier sind wir Zeuge, wie sich in einsamen Seelen, in schwergeprüften, Kräfte entwickeln, die mit der Gewalt des Meeres im Einklang stehen. An leuchtender Tropenlandschaft, au den Antillen vorbei zieht das Schiff, in dessen engem Raum wir eine Welt von Liebe und Schmerzen erstehen sehen. Auch die zweite Dichtung „Demetrio" führt jen ­ seits des Meeres und in Lebensgebiete, in denen seelische Kräfte entscheiden. In breitem Strome fließt die Sprache dahin, Bild reiht sich an Bild und lebendig treten uns die Gestalten zweier Liebenden entgegen, die von südlicher Gluth erfüllt Vorurtheilen und Racenunterschied trotzen. Kann man an einem Sturze sterben? „Von wo kam der Sturz?" Er kam aus dem Himmel! sind die dem Spanischen entlehnten Worte, welche als Leitspruch dem „Demetrio" voranstehen. Seltsam bewegt uns „Lady Bristol", die dritte Dichtung. Das seltene Maß von Entsagung, welches wir hier von edler Liebe entfalten, das seltene Glück,