37 hervorgethan", der Grund des Vertragsab ­ schlusses seien. *) Diesem Vertrage folgte der „Traite ulterieur de subside“ vom 16. Februar 1756 und ein anderer, ebenfalls als Subsidien- vertrag unterzeichneter Vertrag, welcher zu London am 11. April 1758 abgeschlossen wurde. **) In letzterem verpflichtete sich der König von Groß ­ britannien, an Preußen die Summe von vier Millionen Thaler zu zahlen, und unter ausdrücklicher Bestätigung dieses Vertrags wurden dann am 7. Dezember 1758 und 9. November 1759 und 19. Dezember 1760 weitere Subsidien- verträge über die gleiche Summe abgeschlossen, ***) so daß also von 1758—1761 sechszehn Millionen Thaler Snbsidien nach Berlin flössen. Der letzte preußische Subsidienvertrag ist wohl der mit Großbritannien und den Niederlanden zu Haag am 19. April 1794 abgeschlossene ß) „d’arreter les progres du Systeme d’Anarchie.“ Preußen verpflichtete sich darin, 62,000 Mann „zu liefern", wofür bis Ende des Jahres monatlich, 50,000 Pfd. Sterling gezahlt werden mußten pour l’aider ä fournir aux fraix de retablissement et aux premieres depenses necessaires etc. etc. In Betreff der Rückkehr dieser Truppen in die Heimath hatte sich Preußen die Summe von 100,000 Pfund Sterling ausbedungen, und konnten diese Truppen überall verwendet werden (Art. I.), wo es die „Interessen der Seemächte" rathsam erscheinen ließen. Mehrere Kurbrandenburgische Subsidien-Ver- trüge, nämlich vom ll./l. Januar 1681, vom 22./12. Januar 1682, vom 20./30. April 1683 und vom 25./15. Oktober 1683, welche Kurfürst Friedrich Wilhelm mit dem König Lud ­ wig XI V. von Frankreich abschloß, hätten eigent ­ lich unter Brandenburg erwähnt werden sollen, doch sind sie auch an dieser Stelle nicht un ­ passend eingereiht. Diese Verträge werden von dem Geheimen Staats-Archivar v. M o e r n e r-sfl) »ach den Originalen des Königlichen Geheimen Staatsarchivs mitgetheilt und bilden eigentlich ein einheitliches Ganzes, indem die Verträge vom Januar 1682 und April 1683 nur Be ­ stätigungen und Ergänzungen des ersten Vertrags sind, während der letzte vom Oktober 1683 sich zwar auch an jene anschließt, aber als „geheimer" Vertrag einführt und die leitende politische Idee *) de Martens, a. a. 0. I. p. 545—552 zu vergleichen. **) Merc. histor. 1758 Tom. I. p. 654 und Moser a. a. O. X. S. 22. ***) Eben darin vom Jahr 1759 Tom. I. p. 198 und 17GO Tom. I. p. 313. Desgleichen Moser a. a. O. X. S. 25 und 26. t) de Martens a. a. O. Tom. V. p. 283. IT) Kurbrandenburgische Staats-Verträge vou 1601 bis 1700. Berlin 1867. zum Ausdruck bringt. Die Kontrahenten „n’ayant de dessein que celuy de conserver la paix de l’Empire“ (!) stellen in diesem Vertrage fest: daß, wenn etwa die Herzöge von Braunschweig „Truppen nach den spanischen Niederlanden oder wo sonst hin schicken wollen, um dieselben mit denen zu verbinden, die den König von Frankreich oder seine Alliirten im Reiche (!) angreifen, der Kurfürst dann ver ­ pflichtet sein sollte, gegen die Herzoge (also gegen die Reichs stände !) in Aktion zu treten". Für unser Thema haben diese Verträge nach zwei Seiten hin Interesse: sie bestätigen erstens die Selbstständigkeit, die sich Reichsstände im Abschließen derartiger Staatsvertrüge trotz Kaiser und Reich herausnehmen konnten oder schlechtweg herausnahmen, und zeigen zweitens, daß Snbsidien selbst im Frieden gezahlt wurden, denn Ludwig XIV. verpflichtet sich darin, viertel ­ jährlich 100,000 Livres (später 125,000 Livres) Friedens-Subsidien auf 10 Jahre zu zahlen. Wenn man nun auch bei den hessischen Landgrafen und Kurfürsten von derartigen Ver ­ trägen nichts weiß, so soll nicht etwa mit dem Heranziehen jener etwas Besonderes gegen die Brandenburger gesagt sein; zeigt uns doch die Geschichte Ludwig XIV. leider mehr der offenen Hände und seiner Politik dienstwillige deutschen Fürsten! „Das war zur Zeit, wo deutsche Staaten, Noch standen in französ'schein Sold, Wo deutscher Geist noch fluchbeladen Erkäuflich war um schnödes Gold! D'rnnl laßt uns Gott im Himmel preisen: Daß wir gerächt, was Schmach erdacht, Daß deutscher Geist und deutsches Eisen Die alten Sünden wett gemacht." Auch Oesterreich hat eine ganze Reihe von Subsidienverträgen abgeschlossen, und noch am 30. Juni 1800 mit Großbritannien*) für zwei Millionen Pfund Sterling; allein der Aufzählung mag es genug sein. Aus den angeführten der ­ artigen Verträgen deutscher Reichsfürsten ersehen wir zur Genüge, daß auch politisch nicht der mindeste Anstand gegen die hessischen Subsidien- verträge erhobeir werden kann, selbst nicht gegen die Sendung von Soldtruppcn nach Amerika, und es ist demnach, wie schon oben gesagt, gegen die von den hessischen Landgrafen als deutsche Reichsstände abgeschlossenen Subsidienverträge weder recht ­ lich, noch politisch etwas zu sagen. Dessen ungeachtet ist es durchaus nicht über ­ flüssig, nun auch noch Ueberzeugung davon zu gewinnen, wie sich die ganze Angelegenheit in *) Journal de Frankfort, 1800 Nr. 210.