31 lebendig machten, so haben Sie auch immer mit besonderer Vorliebe im Neuen das Alte, im Modernen das Antike erkennen gelehrt und sind den durch die Jahrhunderte gehenden Wirkungen der großen Geister mit treuer Liebe nachgegangen. In diesem Sinne haben Sie den Besten Ihrer Zeitgenossen diesseits und jenseits des Oceans zu einer lieferen Anschauung der geistigen Menschen- geschichte die Augen geöffnet und ihrem Leben einen reicheren Inhalt gegeben. So haben Sie Ihre Freunde Jahr aus Jahr ein mit köstlichen Spenden erfreut und eine große Reihe dankbarer Schüler zur Erkenntniß wahrer Kunst erhoben und begeistert. Gott erhalte Ihnen auch im siebenten Jahrzehnt die segensreiche Kraft des Geistes! — Aus Heimach und Fremde. Kassel, Am 6. Januar, dem Todestage des letzten K u rf ü rst e n F r i e d r ich W i lh e 1 m von Hessen, war, wie alljährlich seit seinem Hin ­ scheiden, auch in diesem Jahre das Grabmal des ­ selben auf dem alten Friedhofe reichlich mit Lorbeer ­ kränzen und Schleifen in den hessischen Farben, roth und weiß, geschmückt. — Die Ko nsek r at ion des neugewählten Bischofs von Fulda, Joseph Wey land, wird unter Assistenz der Bischöfe von Mainz und Trier am 25. d. M. durch den Erzbischof von Freiburg in der Domkirche zu Fulda vollzogen werden. Die alte Bvnifatiusstadt bereitet sich zu einem würdigen Empfange des neuen Oberhirten der Diöcese vor. — Ein hiesiger geschätzter Künstler, unser hessischer Landsmann Herr Louis Katzen st ein, ist seit ei ­ niger Zeit mit einer Aufgabe beschäftigt, welche un ­ zweifelhaft es verdient, daß berufene Kräfte sich ihr zuwenden. Herr Katzenstein beabsichtigt eine Reihe von Scenen aus der hessischen Geschichte darzustellen, welche dann durch die Photographie ver> vielfältigt werden sollen, um Freunden der Vergangen ­ heit unseres Volksstammes zugänglich zu werden. Der Künstler ist durch die bei der Feier des 50 jährigen Bestehens des Vereins für hessische Ge ­ schichte und Landeskunde am 16. August 1884 ge ­ stellten lebenden Bilder auf den jetzt aufgenommenen Gedanken geleitet worden. Jene Bilder brachten eine Reihe von Scenen oder Ereignissen aus Hessens Geschichte zur Anschauung und waren von Herrn Katzenstein gestellt worden. Derselbe gedenkt, die zu schaffende Bilderreihe dem Vereine für hessische Ge ­ schichte zu widmen; wünschen wir dem patriotischen Unternehmen Erfolg. — Am 1. Januar d. I. feierte der Hof-Buch- und Kunsthändler T h e o d o r K a y in K a s s e l das fünf ­ undzwanzigjährige Jubiläum als Inhaber der alt- renommirten I. E. Kriegerischen Buchhand ­ lung, die 1730 als „Akademische Buchhandlung" in Marburg gegründet, im Jahre 1807 ein Zweig ­ geschäft hier in Kassel errichtete, welches später der Buchhändler Kempf übernahm, und das 1863 na Theodor Kay überging. Letzterer verband mit rde ursprünglichen Sortiments-Buchhandlung ein Verlags ­ geschäft, das außer auf wissenschaftliche und Päda ­ gogische Schriften sich namentlich auch auf den Verlag von Kunstwerken erstreckte. In dieser Beziehung war Theodor Kay bemüht, die Sehenswürdigkeiten Kassels durch photographische Aufnahme und Vervielfältigung dem Publikum zugänglich zu machen, und heben wir hier ganz besonders die Herausgabe der Meisterwerke der weltberühmten Kasseler Gemäldegallerie in Photo ­ graphien (eine Mappe von ca. 170 Bl. umfassend) hervor. — — Am 3. Januar starb zu Fulda nach kurzem Krankenlager im Alter von 61 Jahren der Buch ­ händler Aloys Maier. Er war der Verleger der Volckmar'schen und H. Müller'schen Kompositionen, wie er denn überhaupt für Musik, namentlich für Kirchenmusik, einen regen Sinn und gutes Verständ ­ niß hatte. Wenige Tage vor seinem Hinscheiden war ihm noch die ehrenvolle Genugthuung zu Theil ge ­ worden, durch den Kardinalstaatssekretär Rampolla von dem Papste Leo XIII. ein Schreiben zu erhalten, in welchem ihm für das dem letzteren übersandte Pracht ­ exemplar der in seinem Verlage erschienenen Papst- Festlieder von Dechant H. Müller, Dank und An ­ erkennung ausgesprochen wurden. R. i. p. — Die Nummer 1 der bereits von uns angekündigten, von A. Gild herausgegebenen Zeitschrift „Für Feierstunden" ist soeben erschienen und zeichnet sich durch ihren ebenso lehrreichen wie unterhaltenden Inhalt auf das Vortheilhafteste aus. Wir lassen denselben hier folgen: Lienhard und Gertrud. Ein Buch für das Volk von Heinrich Pestalozzi. - Pestalozzi, der Verfasser von „Lienhard und Gertrud." — Wilhelm Tell. Schauspiel in fünf Aufzügen von Friedrich v. Schiller. — Friedrich von Schiller, der Dichter des „Wilhelm Tell". — Der Bruder Redner. Von G. H. v. Schubert. — Das Verfahren der Franzosen in Deutschland. Von Wirth. — Die Hessen. Von E^ M Arndt. — Der Mensch. Von Schubert. — Die Kunst, reich zu werden. Von Benjamin Franklin. — Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. — Die ansteckenden Kinderkrankheiten. — Was ist eine Pferdekraft? — Die Entstehung des Volksliedes „Droben stehet die Kapelle" von Uhland. — Zitate aus „Dreizehnlinden" von F. W. Weber. — Krieskasten. Vielen Mitarbeitern und Lesern von nah und fern. Die Redaktion des „Hessenlandes" dankt für die so zahlreich eingelaufenen freundlichen Glückwünsche an ­ läßlich des Jahreswechsels. In Poesie und Prosa hat man uns alles Schöne und Gute gewünscht und es ge-