29 knecht mit der Flasche kam und sie dem König reichte. Dieser nahm den Kork ab, warf ihn zur Erde, setzte die Flasche an die Lippen und that einen kräftigen Zug, dann reichte er sic dem Adjutanten, setzte aber gleichzeitig sein Pferd in Galopp. Der Adjutant nahm die Flasche — aber stand nun sein Pferd nicht, oder machte der Dienst es zur Pflicht, dem König unmittelbar zu folgen, er war noch nicht zum Trinken gekoinmen, als auch sein Pferd sich in Galopp setzte. Der Wein spritzte hoch auf — und König, Adjutant und Flasche verschwanden in einer Wolke von Staub. — Dem König mußte der Schluck Wein wohl ­ gethan habe», denn er hat seiner noch in Kassel gedacht, und seinem Kellermeister Befehl gegeben, dem Maire zu Großalmerode für den ihm ge ­ schickten Wein zu danken und aus dem königlichen Keller ein Gegengeschenk zugehen zu lassen. Nach einigen Tagen überbrachte ein Bote aus Kassel mündlich diese Bestellung des Kellermeisters an meinen Vater, nebst einem Korb mit Wein. Hatte nun der Kellermeister die Großmuth des Königs auf das ihm richtig scheinende Maß be ­ schränken wollen, oder war der Bote bei dem heißen Wetter unterwegs sehr durstig geworden, in dem Korb waren nur zwei Flaschen Wein, die mein Vater mit pflichtschuldigem Dank ent ­ gegennahm und die mit dem Trinkgeld, das er dem Boten für den Rückweg nach Kassel ein ­ händigte, reichlich bezahlt waren. In der Stadt wurde erzählt, der König habe meinem Vater zweihundert Flaschen Champagner geschickt. Wir sagten, es sei nicht ganz so viel gewesen, wollten aber weder dem Könige, noch uns die Demüthi ­ gung zufügen, die Wahrheit zu sagen. Später habe ich in Kassel und bei militärischen Uebungen den König noch öfter gesehen. Ich hätte wohl auch seinen Bruder, den Kaiser, sehen mögen; es ist aber nicht der Fall gewesen, da er nie in Kassel war. Sein Weg durch Deutschland ging immer über Erfurt nach Dresden. Aber ich erinnere mich lebhaft der Zeit, wo sein Name und sein Kriegsruhm die Welt erfüllten. Wenn die Zeitungen verkündeten, daß Napoleon durch Erfurt kommen werde, oder dort sei, reisten viele Leute meilenweit, um ihn zu sehen. Dies that auch ein armer Barbier, Namens Eifer, aus Helsa, einem Dorf in der Nähe meiner Vater ­ stadt, und zwar sehr zum Vortheil seines Ge ­ werbes. Denn so wie er nach Erfurt gewandert war, um den großen Kaiser zu sehen, so wander ­ ten nun viele aus geringerer Entfernung nach Helsa, um den Barbier zu sehen, der den Kaiser gesehen hatte. Er erzählte mit Gewandtheit und Begeisterung, während er seiner Zuhörerschaft nach Alter und Bedarf den Bart abnahm, das Haar schnitt, Zähne ausbrach oder zur Ader ließ. «Fortsetzung folgt.) — c ' Jirgendtraiim. Dich an mein Herz zu schmiegen, Das allem Weh und Streit Des Daseins will erliegen, Bist Du heraufgestiegen, Traum meiner Jugendzeit! Der aus dem Heimattale Den Weg bis zu mir fand: Mein Haupt, das sorgenfale, Rührt tröstend eine schmale, Dornblüthenweiße Hand. Pont, Ge Gesongdheet. l ) (Schwälmer Mundart.) „Immer lostig ö fidel" Es meng Liedche; ö meng Schätzche Es die Schwäster vo de ©cl 2 ) ’) Eine Gesundheit (beim Tanze ist es Sitte, daß die Burschen den Mädchen Gesundheiten spielen lassen, dazu singen und den Mädchen zutrinken.) 2 ) Gela. Öso brobber bie ee Kätzche, Schwenkt die Reck bei jehrem Schreit, Kemmt im Dahnz net üus demm Drett. Eij! meng Mäje, schie ö rot, Heeßt net Frieda örrer Liesel Sörrern Annleis. 8 ) Bolzegrod Get es, es kee Schörreschiesel, Z Ö mer es es tret gesonn, Weil mer zwee ins freie wonn. Bann die Kärmes es gewühst, Voll es Käller, Kammer, Bohre, 5 ) Mache mer ins schie dos Nähst, Ö zur Hößig wedd gelohre, 6 ) Ber so lostig es bie mer. Brost, meng Schatz, ich bräng es der! Kurt Muhn. 3 ) Anna Elisabeth, h Schotenscheusal-Vozelscheuche. '') Keller, Kammer, Boden. °) Und zur Hochzeit wird geladen.