14 dieser redend eingeführt wird. Rommel theilt davon in seiner Geschichte von Hessen. Bd. VIII S. 727 folgende Bruchstücke mit: Banket, Banket, o Stauf, Was trägst Du zum Banket mir für Oliven auf? Wie bitter schmecken sie! Das Land, das mich erhub, und das mich hat genährt. Hab ich mit Raub und Schwert nun ganz und gar verheert! Der Kaiser Ferdinand wird mich nicht groß beklagen, Mich dünkt, ich her' ihn schon die weisen Worte sagen: Wo gab ich Dir Befehl, vor Deines Feindes Haus In ein Banket zu gehen! Ich zweifle, daß ein Mensch mich werde recht beklagen, Kein Päpstler wird es thun, ich war nicht seiner Lehr'. Ein Lutheraner? nein, denn ich bestritt sein Heer; Kalviner? nimmermehr, denn ich war ihres Glaubens Und brauchte gegen sie das Schwert des Schützens und des Raubens, rc. rc. — Melandcr hob die Belagerung des Marburger Schlosses auf, nicht ohne vorher noch der Stadt Marburg eine Brandschatzung von 12 000 Thalern auferlegt und 2500 Thaler für die Glocken, welche sich damals die Feinde bei jeder Eroberung einer Stadt an ­ zueignen pflegten, abgenommen zu haben. Er begab sich nach Fulda, wo er einige Tage zu seiner Ge ­ nesung verwandte, und dann nach Franken. Am 17. Mai 1048 ereilte ihn sein Geschick. Er fiel an diesem Tage in der blutigen Schlacht von Zus- marshausen. A. Z. Ein jetzt nach hundert Jahren aufge ­ klärtes Portrait der 1 7 70 geborenen P r i n z e s s i n E l i s a b e t h v o n G r o ß b r i t a n n i e n, Landgräfin v o n Hess e u-H o m b u r g. Die Be ­ achtung kleiner Umstände führt oft unerwartet zur Aufklärung bisher unbekannter Thatsachen. Der 1840 in hohem Alter zu Hannover verstorbene Maler Joh. Heinrich Ra mb erg, dessen Genie und Laune wir so viele treffliche Zeichnungen ver ­ danken, lebte als junger Mann mehrere Jahre in London, und hatte durch verschiedene Empfehlungen Zutritt in der zahlreichen Familie des damaligen Königs Georg III. Wir besitzen daher verschiedene Portraits, welche Ramberg von den jungen Prinzessinnen entworfen hatte, namentlich ein solches von der am 22. Mai 1770 geborenen schönen Prinzeß Elisa b eth, welche sich in späteren Jahren mit dem ritterlichen Prinzen Friedrich Joseph (nachher Landgraf Friedrich VI.) von Hessen-Homburg vermählte. Die noch sehr junge Prinzeß ist hier dargestellt, wie sie auf einer Gartenbank sitzend, sich damit beschäftigt, einen Kranz zu winden, indem sie einen Lorbeerzweiq auf ihrem Schoße liegen hat und mit der linken Hand einen zweiten Zweig von einem nahen Baume bricht, in der rechten Hand auch ein längeres Band hält, welches mit dem Namen ALFRED bezeichnet ist. Dieses reizende Bild wurde später von W. Ward in Kupfer gestochen, der Königin gewidmet und am 27. November 1788 in London veröffentlicht, allein die Zeit der Aufnahme durch Ramberg und die Ver ­ anlassung der Vorstellung war bisher unbekannt. Im Jahre 1877 gab ich in Hannover eine kleine Schrift über den vorgenannten Maler I. H. Nam- berg und seine Werke heraus und beschrieb darin zuerst auf S. 68 Nr. 243 dieses reizende Porträt der königlichen Prinzessin nach dem Stiche von W. Ward, ohne jedoch die gewählte Darstellung nach Zeit und Umständen erklären zu können, obschon ich mit einem, dem englischen Hofe nahestehenden Prinzen darüber korrespondirt hatte. Damals wurde freilich auf einem schwachen Abdruck dieses Kupferstiches der Name Alfred auf dem Bande für das unerklärliche Wort ALERAD gelesen. Erst eine wiederholte Lektüre der interessanten biographischen Schrift von F.L.v.Bibra, Georg der Dritte, sein Hof und seine Familie, Leipzig 1820, gab mir soeben die gewünschte Auf ­ klärung, indem ich auf S. 301 bis 303 das genaue Verzeichniß der sämmtlichen Sprößlinge dieser glück ­ lichen und fruchtbaren königlichen Ehe näher in's Auge faßte und nun fand, daß der am 22. Sep ­ tember 1780 geborene Prinz Alfred bereits am 20. August 1782 wieder starb und die also damals erst zwölf Jahre alte Prinzessin Elisabeth bei dieser Gelegenheit bemüht gewesen ist, dem kleinen zweijährigen Bruder einen Todtenkranz zu winden. Der sinnige Ramberg wählte diese schwesterliche Hand ­ lung zu seiner Darstellung und gab der zwölfjährigen Prinzeß das Band mit dem bisher unerklärten Namen Alfred in die Hand. Das Bild, ein Kniestück mit dem feinen Profilkopf von der rechten Seite und einem sehr großen Federhut, wurde also von Ramberg im August 1782 gezeichnet, wenn auch erst 1788 im punktirten Stich von W. Ward zu London ver ­ öffentlicht. — Prinzessin Elisabeth starb erst am 10. Januar 1840 zu Frankfurt a. M. als kinderlose Wittwe des Landgrafen Friedrich VI. von Hessen - Homburg — mithin in demselben Jahre, wie Ramberg, — und wurde in der fürstlichen Familiengruft zu Homburg vor der Höhe beigesetzt. K a s s e l, im Dezember 1887. Aakoö Hoffmeister. Aus Heimach und Fremde. Hessische Todtenschau 1887. Lehrer Wil ­ helm Wolf (Kassel, 21. Oktbr. 1886). — Ober ­ landesgerichtspräsident L. S. W. C o n s b r u ch (Kassel, 3. Januar 1887). — Stadtpfarrer Karl Engel (Hünfeld, 3. Jan.). — Kaufmann L. A. Pelissier (Hanau, 3. Jan.). — Oberst z. D. E. v. Apell