320 rothen Aufschlägen, Patrontaschen mit rothen Klappen. In diesem Feldzug zeichneten sich die Hessen durch ihre Tapferkeit ruhmvoll aus. IV. Im Krieg gegen die Türken und Frankreichbis zum Rhswiker Frieden 1697. 1683 Am Rhein und beim Entsatz von Wien, wohin Landgraf Karl mit Truppen eilte. 1685 In Ungarn, wohin das v. Ramsche Regi ­ ment (6 Schwadronen Carabiniers) als Theil der oberrheinischen Kreis-Regiments-Caval- lerie und 4 Compagnieen Grenadiere Regi ­ ment v. Hanstein, marschierten und 1686 2. September der Erstürmung der Festung Ofen und Zanten rühmlichst beiwohnten. Die Compagnieen wurden geführt von den Capitains v. Eienbeck (fiel 1 Jahr später in Griechenland), Georg Otto Rabe, Ecke ­ brecht v. Stockhausen, Wolfs Schenk zu Schweinsberg. Unter den Stürmenden be ­ fanden sich als Offiziere und Junker: v. Baumbach, v. Apvelius, v. Gilsa, v. Oster ­ hausen, v. Goloberg, v. d. Malsburg. Außerdem dienten als Offiziere vor Ofen: Oberstwachtmeister v. Brschoffshausen, I. Chr. Eckhard, Mergel, v. Hanstein, v. Urs, v. Uffeln, Wolf v. Gudenberg, Sowio- polsky fl- 1713 in Kassel als Major). Oberst Rau starb zu Komorn. Die Trup ­ pen kehrten erst/168« zurück. Deren Theil ­ nahme an der Erstürmung Ofens erwähnen die Blätter bei Besprechung der 200jähri- gen Feier auffallenderweise nicht. — 1687 In Morea, besonders „ 14. Juli Schlacht von Patraffo. Sieg über Bassa Muhamed Seliktar. Erbeutung des ganzen türkischen Lagers. 1687 Darauf Besetzung und Einnahme von Le- panto und Korinth. „ Eroberung von Athen. 1688 Belagerung von Negroponte, wo am 20. August der Angriff der 1000 Hessen aus das verschanzte Lager bei der Stadt den Sieg durch die Erstürmung des Ma- rabut (des stärksten Punktes der feindlichen Werke) mtschied. *) *) Nachdem der Sturm der Maltheser, Baireuther und Mailänder abgeschlagen war, stürmten Würtemberger und Hessen voran. Hierbei feuerte Hauptmann Georg Otto Raabe aus Kassel, die Fahne ergreifend und sich an die Spitze der Heffen stellend, diese mit dem Ausrufe an: »Wer unsern gnädigsten Landgrafen und die eigne Ehre liebt, der folge mir." Und ungeachtet eines verheerenden Feuers, das auch die Würtemberger wankend gemacht hatte, drangen die Heffen mit dem Feldgeschrei: .Jesus mit uns"! vorwärts und erstiegen die Wälle. Auch die Wür ­ temberger und die andern Schaaren folgten den Heffen, deren Todesmuth und nicht wankender Tapferkeit dieser 1689 9. September Eroberung von Mainz und Bonn 1690 1. Juli Schlacht bei Fleurh. 1691 Mai. Sieg bei Montroyal. „ Juni. Eroberung von Beanmont. 1692 Ein Bataillon Franzosen wird von 1000 „ heff. Dragonern in Worms fast aufgerieben. „ Eroberung von Stauf und Neu-Leiningen. „ 2. Oktober Erstürmung von Eberburg. „ Glorreiche Vertheidigung der am 16/12 1692 von General Tallard mit 18 000 Mann eingeschlossenen Feste Rheinfels durch General von Görz mit 4000 Heffen unter Abschlagen dreier Haupt ­ stürme und Behauptung der in einen Trümmerhaufen geschossenen Festung bis 1693 4. Januar, an welchem Tage Landgraf Karl mit seinem Ersatzcorps eintraf. Die Hessen hatten im stärksten Feuer, ohne einen Fuß breit m weichen, so standhaft ausgehalten, daß die Franzosen, die 3000 Mann Todte hatten, von ihnen sagten: Die Heffen könnten in Feuer und Flammen wie Vögel in den Lüften schweben, und Ludwig XIV. nannte den Landgrafen, der die Franzosen so übel zurückgewiesen hatte, le grand Caporal. „ 1. August Vergeblicher Angriff der Fran ­ zosen auf die Heffen und Badenser bei Kochendorf und Sontheim. 1695 30. August Sturm auf Nemur. Der Hess. General v. Schwerin erstürmt mit 2000 Mann die Kontrescarpe von der Kasotte mit großer Tapferkeit. V. Im spanischen Erbfolgekriege 1702 bis zum Utrechter Frieden 1713 und Badener Frieden 1714. 1702 Belagerung von Kaiserswerth. 1703 27. Juli Einnahme der feindlichen Linien im Lande von Waas. „ 27. September Belagerung und Eroberung von Limburg. „ 15. November Treffen bei Speierbach. Erbprinz Friedrich hatte sich an der Spitze des Grenadier-Regiments dem Andränge Tallards entgegen gestellt und die Wahl ­ statt nicht eher verlassen, bis nach helden- müthigstem Kampfe der Rückzug des rechten Flügels der Alliirten gesichert war. In Reihe und Glied lagen die Reihen der Grenadiere, die keinen Fuß breit gewichen waren; selbst für die Gegner ein Anblick der Bewunderung. Fast das ganze Regi ­ ment war aufgerieben. Gefallen waren: so glänzende Erfolg allgemein zugeschrieben wurde. 1500 Feinde blieben todt, 3000 wurden gefangen, 34 Geschütze und eine große Anzahl Fahnen erbeutet!