309 Fürst!. Husaren Wachtmeister H. Gilbert die nöthige Jntimation geschehen ist. Als wird der dahiesigen Postmeisterin Frau Von-Eif solches zur Nachricht und Nachachtung bekaudt gemacht, mit der Auflage daß dieselbe ermelten Eisenachischen Samt Postwagen, wann solcher von hier zur Nachtzeit abgehet niemals ohne Bedeckung von einem Husaren abgehen lassen, auch jederzeit davor sorgen solle, daß wann solcher Postwagen zur Nachtzeit erwartet wird, demselben allzeit vorhero in Zeiten ein Husar entgegen geschickt werden möge, um von diesen bey einbrechender Nacht escortirt und begleitet werden zu können. Sig. Grünberg den 1. Dezember 1784. Fürst!. Hessisches Amt das. L. Brick (?)“. G. H. K. Aus Aeimath und Fremde. Kassel. Än den Monat Oktober fielen zwei Feste hessischer Jubilare, deren wir besondere Erwähnung thun müssen. Am 10. Oktober waren es 25 Jahre, seit Oberbürgermeister Franz Rang in der alt ­ ehrwürdigen Stadt Fulda als Stadtvorstand wirkt. Dem allgemein verehrten Herrn, dessen wohlwollende Gesinnung, dessen Humanität, verbunden mit richtigem Takte und seltener Berufstreue, stets die vollste Anerkennung seitens der Bürgerschaft gefunden haben, wurde» an diesem Tage Ovationen dargebracht, die beredtes Zeugniß ablegten von den Gefühlen der Liebe und der Dankbarkeit, welche die Bürger Fulda's für ihren Oberbürgermeister hegen. Als Gra ­ tulanten erschienen bei dem Jubilar, aus Kassel: der Landesdirektor von Hundelshausen und Landesrath Knorz, um ihm die Glückwünsche seitens des hessischen Kommunallandtages zu überbringen, zu dessen hervorragendsten Mitgliedern Franz Rang seit dem Bestehen desselben gehört; aus der Stadt Fulda selbst: der Stadtrath und der Bürgerausschuß, die städtischen Beamten, Deputationen der Lehrer ­ schaft und vieler Vereine. Am Abend fand ein Fest ­ essen statt, bei welchem dnrch Toaste die Verdienste des Jubilars in würdigster Weise gefeiert wurden. Am 12. Oktober beging unser hessischer Lands ­ mann , der Eisenbahndirectionspräsident S. von Schmerfeld in Hannover sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Geboren am 1. Oktober 1815 zu Kassel, trat er nach absolvirtem Studium der Juris ­ prudenz am 12. Oktober 1837 bei der kurfürstlich hessischen Oberfinanzkammer als Referendar in den Staatsdienst, war seit 1844 Mitglied dieser Behörde und trat im Februar 1851 zur Staats- eisenbahnverwaltung über. Im März 1857 zum Vorsitzenden der Main-Weserbahn ernannt, wurde ihm 1861 auch die Stelle des Generalpostinspektors für Kurhcffcn nebenamtlich übertragen. Nach dem Uebcrgange der Main-Weserbahn in die preußische Staatsverwaltung wurde S. von Schmerfeld zum Gehciinen Regierungsrath eruannt, am 1. Ok ­ tober 1869 als Vorsitzender der königl. Direktion der Niederschleflsch-Märkischen Eisenbahn nach Berlin versetzt und am 10. Januar 1875 zu seinem jetzigen Amte berufen. Der «Hannov. Cour." schreibt über den Jubilar: «Mit dem großen und Praktischen Blick für die Verkehrsbedingungen hat der Jubilar in seiner so bedeutungsvollen und schwie ­ rigen Stellung stets im Verkehr mit dem Publikum das liebenswürdigste Wohlwollen verbunden, wie er auch ein von allen ihm unterstellte» Beamten hoch ­ gepriesener Chef ist, dem die Herzen in auftichtigster Verehrung zugewandt sind." — Am 11. Oktober hat Bischof Dr. Georg Kopp seinen bisherigen Bischofssitz Fulda verlassen, um sich über Berlin nach Breslau zu begeben und dort seine neue Würde als Fürstbischof anzutreten. Die feierliche Inthronisation fand dort am 20. Oktober in der Kathedrale ad 8t. Joannem statt. Am Abend vor seiner Abreise von Fulda brachte dem scheidenden Oberhirten die Bürgerschaft dieser Stadt eine würdige, erhebende Ovation. Oberbürgermeister Franz Rang überreichte dem Kirchenfürsten das Diplom, durch welches demselben das Ehrenbürgerrecht der Stadt Fulda verliehen wird, gleichzeitig übergab der Stadt ­ rath im Name« der Fuldaer Bürgerschaft als An ­ denke» ein kunstvoll gearbeitetes, werthvolleö Schreib ­ service, welches die Widmung trägt: «Ihrem scheidende» Oberhirten, Herrn Georg Kopp, designirte» Fürst ­ bischof von Breslau, in Dankbarkeit und Verehrung gewidmet von der Stadt Fulda." Fürstbischof Dr. Kopp hat an seine ftüheren Diöcesanen einen Hirtenbrief erlassen, der am Sonntag de« 16. Okwber von den Kanzeln des Bisthums verlesen worden ist. In einfacher und klarer, schöner und ergreifender Sprache redet der geistliche Oberhirte zu den Herzen seiner ehemaligen Diöcesanen, echt apostolische Worte. Dieser Hirtenbrief ist nach Form wie nach Inhalt ein Meisterwerk geistlicher Beredtsamkeit, das auf Niemanden seine erhebende Wirkung verfehlen wird. — Einer Zeitungsmittheilung zufolge soll am 4. Nov. die Wahl des neuen Bischofs von Fulda stattfinden. Sind die ftüheren Mittheilungen richtig, so wird diesmal wieder nach den für die Oberrheinische Kirchenprovinz, von welcher das BiSthnm Fulda einen Bestandtheil bildet, geltenden Bestimmungen der