den Gewächsen und brennenden Wachskerze» ein Katafalk errichtet, an dessen vier Ecken die Usen- bnrgischen und Hanauischen Wappen, in Flor gehüllt, angebracht waren, wodurch die ganze Kirche schwarz ausgeschlagen erschien. Der Männer-Gesang-Bcrcin sang hier eine Kantate und nachdem die Leiche ein ­ gesegnet war, übernahm das Forstpcrsonal die Ehren ­ wache bis zum andern Tage, deni Tage der Beisetzung und zugleich — der verstorbenen Fürstin Geburts ­ tag, an welchem sie das 58. Lebensjahr vollendet haben würde. Pünktlich um y, 12 Uhr bewegte sich an diesem Tage der Trauerzng, unter Vorantritt eines Trautr- marschalls, aus dem Schlosse nach der Kirche. Die Morgenzüge der Eisenbahn hatten noch eine Menge Tranergäste aus der Ferne herbei geführt und be ­ merkten wir darunter namentlich: die Fürsten von Birstein, Büdingen, Solms-Lich, den Land ­ grafen Alexis von Hessen, die Grafen von Meerholz und Solms-Laubach, die Prinzen Wilhelm von Weimar und Karl von Hanau, den Erbprinzen von Birstein, die Grafen Ferdinand und Georg von Philippseich, die Prinzen Alfred von Büdingen, Kraft von Hohenlohe-Oehringen, den Königlichen Land ­ rath Freiherrn von Riedesel zu Eisenbach, Hofmarschall von Oör aus Birstein, Kammerherrn Dev Ehrenplatz. *) Cäsar Claudius lud zum Spiele Im Theater des Marcellus Romas Edle, seinen Hofstaat, Und viel schön geschmückte Frauen. Lud auch gnädig die Gesandten Der Armenier und Parther Ja, selbst rauhe Nordlandssöhne Aus Germaniens Waldesschluchten, Anzustaunen seine Pracht Mehr noch, als die Mimenspiele. ' Doch Armeniens Abgesandte, Und der Parther, setzt er vorne Zu den edlen Senatoren, Nahe hin zu der Orchestra, Um sie also hoch zu ehren. Und die Männer aus Germanien, Diese ungefügen Recken, Hinten ins Gedräng des Volkes — Zu viel Ehre noch den Bären Aus des Nordens Eiseswäldern. Spricht der älteste der Deutschen, Boewolff, Sohn Athalarichs, Aus dem alten Wolfsgeschlechte, Das von Wodan selber stammet: *) Nach Suetonius. von Simoli» aus Stuttgart, Baron Scholley' den Landesdircktor von Hundelshausen, Kammer ­ herrn vonBodenhausen, Justizrathvr. Renner aus Kassel, General-Konsul Schmidt von Pan- henis und die Barone von Erlanger aus Frankfurt, Vertreter verschiedener auswärtiger Höfe und Herrschaften, sowie sämmtliche Fürstinnen, Prin ­ zessinnen, Gräfinnen und Comtesien der Nien ­ burger Häuser, Prinzessin Marie von Ardcck, Olga von Hohenlohe. Der Fuß des Katafalks konnte die Kränze und Blumensprnden gar nicht fassen, unter denen sich die Palmen des Großherzogs v o n W e i m a r und der Tante der Verstorbenen, der Herzogin Marie von Meiningen, auszeichneten. — Nach einer tief ergreifenden Leichenrede des ersten Pfarrers Wiederhold, sowie auch Vortrag eines Chorals und der Segcnspcndung, begab sich der Trauerzng dann aus der Kirche nach dem Friedhofe, wo die Leiche der unvergeßlichen Fürstin in dem fürstlichen Erbbegräbniß beigesetzt wurde. Zur Ausführung des letzten Willens der Fürstin sind, wie wir hören, in dem in Halle hinterlegt gewesenen Testamente der Kurfürstliche Kabinetsrath a. D. Schimmelpfeng sowie der Fürstliche Kammerdirektor Pr es er ernannt worden. 4*. „Seht doch, die geleckten Buben Aus dem Lande weit im Süden, Die mit ihren glatten Stirnen Mutter Erde gleich berühren, Stehn sie vor dem Herrscher Romas, Sitzen vorne dicht beim Spiele, Ber den rothumsäumten Mänteln — Sicher ists der Ehrenplatz. Kommt, wir nehmen, wie's gebühret Männern aus Tuiskons Blute Und Gesandten deutschen Volkes, Unsern Platz in erster Reihe!" Und sie thaten wie er sagte, Etwas rauh zwar, aber artig, Rannten nur ein Häuflein Volkes Sänftlich auf die Erde nieder, Brachen einige Römerrippen Auf dem Wege zur Orchestra, Stießen dort die Senatoren Von den schönaefügten Sesseln, Nahmen darauf ganz gelassen Ihren Platz in erster Reihe. Staunend sieht der Cäsar Claudius Wie die Stützen des Senates Jählings auf den Boden fliegen. „Was befällt Euch Ihr Barbaren"?