269 hatte ausstatten lassen, traf er im Jähre 1827 Anordnungen, auch das Schloß in Wabern im Innern und Äußern vollständig wieder herzustellen und mit dem eines fürstlichen Schlosses würdigen Mobiliar zu versehen. Um die Ausführung zu überwachen, war er häufig selbst an Ort und Stelle anwesend, vor Allem aber darauf bedacht, die Gemäldesammlung des Schlosses durch werthvolle Bilder aus anderen kurfürstlichen Schlössern zu großer Bedeutung zu. erheben. Sie enthielt an 500 Oelgemälde, zumeist von großen Meistern, darunter allein 42 von dem älteren und 54 von dem jüngeren Tischbein, sowie eine Sammlung von 1200 höchst werthvollen Kupferstichen, Zeichnungen und Radierungen. Besonders zahlreich vertreten waren in der Oel- emäldesammlung die Portraits hessischer und an- erer Fürsten, sowie der Herren und Damen am Hofe Friedrich II. und außerdem namhafter hessi ­ scher Officiere aus den verschiedenen Zeiten, welche in einem Saale vereinigt waren. Auch das Andenken an einige ausgezeichnete Falken war durch deren Abbildung der Nachwelt aufbewahrt worden. Eine Hauptzierde des Schlosses und einzig in ihrer Art war eine von Tischbein gemalte Tapete in dem großen nach dem Park zu gelegenen Saale. Gegenstand der Abbildung war der Auszug zu einer Falkenjagd. Friedrich II. mit allen Herren und Damen des Hofgefolges, sowie alle zur Jagd gehörigen Personen bis herab zu dem geringsten Diener waren in der entsprechenden Situation portraitähnlich dargestellt; die Haupt ­ personen erschienen im Vordergrund zu Pferde. Wilhelm II. war es indessen nur wenige Jahre beschicken, sich an dem so glänzend ausgestatteten Schlosse zu erfreuen. Sein Nachfolger, Kurfürst Friedrich Wilhelm, war nur darauf bedacht, es in diesem Zustande zu erhalten und hat sich häufig zur Jagd oder bei Gelegenheit der in der Nähe stattfindenden Herbstmanöver darin auf ­ gehalten. Die Ereignisse des Jahres 1866 wurden auch für dieses Schloß entscheidend, dafür dessenJnstand- haltung nichts mehr aufgewendet wurde. Die noch aus etwa 400 Stück bestehende Oelgemälde- sammlung, einschließlich der erwähnten Tapete nebst den Zeichnungen, sowie das werthvollere Mo ­ biliar gelangten in den Besitz des Landgrafen Friedrich Wilhelm von Heffen und bilden jetzt einen Hauptschmuck des so prächtig hergestellten Philippsruher Schlosses. Ein Verlangen nach dem Besitze des seiner inneren Zierden entkleideten Schlosses, welcher nur bedeutende Kosten verursacht haben würde, zeigte fich bei keinem derer, welche etwa darauf Ansprüche hätten erheben können, und da sich auch sonstige Kauflustige nicht fanden, ging es seiner neuen praktischen Bestimmung entgegen. Wenn es diese, wie zu erwarten, zum Segen des Landes erfüllt, wird der Verlust seines früheren Glanzes wohl zu verschmerzen sein. Desstsche Ehrentafel. ^ Von Joseph Schwank. I. Dreißigjähriger Krieg. 1620 29. Oktober. Schlacht am weißen Berge bei Prag im Heere des Kurfürsten von der Pfalz. 1631 Mai. Heldenmüthige Vertheidigung von Magdeburg unter Oberst Falkenberg gegen die Baiern. ., 12. Mai. Eroberung von Vach durch Wilhelm V. „ 28. August. Eroberung von Fritzlar durch denselben. „ 7. September. Schlacht bei Leipzig. „ 2. Oktober. Gefecht bei Ziegenhein gegen Lilly. *) Chronologische Zusammenstellung der Schlachten, Gefechte, Belagerungen und Scharmützel, an welchen die Hessen seit dem dreißigjährigen Kriege theilgenommen haben, 1631 1. November. Eroberung von Minden durch Wilhelm V. „ 9. Dezember. Erstürmung der Mainspitze bei Mainz mit Durchwatung des Mains. 1632 27. Februar. Eroberung von Amöneburg durch Wilhelm V. „ 22. März. Niederlage bei Höxter gegen die Kaiserlichen. „ 28. Mai. Treffen in der Nähe von Kaffel gegen diese, General von Uslar erbeutet 600 Pferde. „ 17. Juni. Niederlage von acht hessischen Regimentern bei Volkmarsen im Treffen gegen diese unter Graf Gronsfeld. „ 25. Juni. Gefecht hessischer Reiter bei Mackenzell gegen 800 Bauern, von denen 500 blieben.