263 Hessische Düchcrschau. Krone und Kerker. Erzählung aus dem sech ­ zehnten Jahrhundert von N. vom Hof. Gotha Friedrich Andreas Perthes. 1887. Unsere geschätzte Landsmännin entwickelt in den letzten Jahren eine literarische Thätigkeit, welche auch die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf sich ziehen dürfte. Vor kurzer Zeit veröffentlichte sie in einem Berliner Blatt einen fesselnden Roman aus dem eng ­ lisch-indischen Leben «Die Erbin", welcher besonders durch seine getreue Schilderung des in der dortigen vornehmen Gesellschaft herrschenden Tons anmuthete, jetzt ist in dem altehrwürdigen Perthes'schen Verlag die oben genannte Erzählung erschienen, die uns die Lebenslaufbahn der ebenso glänzenden als unglücklichen Anna von Boleyn vor Augen führt und zwar in einer Weise, wie sie geschmackvoller nicht verlangt werden kann. Wenn die Verfasserin, wie sie es gethan, ihr Buch nur den Frauen widmet, und ausdrücklich ^allcn denen, die sich freuen, daß die Geschichte eine ihrer Milschwestern von einer großen Schuld frei ­ gesprochen hat," so ist dies jedoch als eine einseitige Auffassung zu betrachten, denn die, auf Home, Rottcck, Schlosser und andere Geschichtsforscher aufgebaute Erzählung muß als eine Lectüre bezeichnet werden, die dem männlichen Denken und Fühlen näher liegt, wie dem weiblichen, besonders in der Beziehung, die gegen den historischen Klatsch Front macht und Anna Boleyn nur als das Opfer eines ebenso wollüstigen, als launenhaften Regenten hinstellt. Die Londoner Hofverhältnisse der damaligen Zeit sind mit Sicher ­ heit wiedergegeben und eine besondere Sorgfalt ist auf die Zeichnung des Kostüms verwandt worden. Hoffentlich ist dieses Werk nicht das letzte, welches R. vom Hof mit ihrer genauen Kenntniß der englischen Geschichte zu gestalten weiß. A. Bericht der Wetterauischen Gesellschaft für die gesammte Naturkunde zu Ha ­ nau über den Zeitraum vom 1. April 1885 bis 31. März 1887. (169 S.) Nach Vorausschickung eines Berichtes über den Gang und Stand des Vereinslebens in den letzten zwei Jahren, aus welchem wir hier den Nekrolog des am 14. Mai 1885 verstorbenen Gymnasialprofeffors Dr. Fliedner besonders erwähnen, folgt als wissen ­ schaftliche Beigabe die systematische Übersicht der bis jetzt in dem Kreise Rotenburg a/F wildwachsenden und häufiger kultivirten phanerogamischen wie krypto- gamischen Pflanzen, bearbeitet von dem Nestor der hessischen Naturforscher, dem Kreisphysikus Sanitäts ­ rath Dr. med. et phil. Eisenach zu Rotenburg. In den beiden vorhergehenden Jahresberichten der oben genannten Gesellschaft hat derselbe Verfasser die Fauna seines Heimatsbezirkes bearbeitet und zwar in dem 1683er Berichte die Wirbelthiere und Käfer, in dem in 1885 erschienenen Berichte die übrigen Insekten, die Würmer, Krebse, Spinnen und Weich- thiere. A. Der Redaktion des „Hessenlandes" sind folgende neue Schriften zugegangen: Kurze Geschichte des Kreises und der Stadt Hanau nebst einer chronologischen Uebersicht der Hauptereignisse. Allen Freunden der Heimath gewidmet von W. Jung- hans, Pfarrer, Vorsitzender des Hanauer Bezirks ­ vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Hanau 1887. Fr. König's Buchhandlung. Briefwechsel der Königin Kabhari na und des Königs Jeröme von Westfalen, sowie des Kaisers Napoleon I. mit dem König Friedrich von Württemberg. Herausgegeben von Dr. August v. Schloßberger, Bicedirektor des königl. württemb. geh. Haus- und Staatsarchivs; Bd. II, vom 20. März 1811 bis 27. September 1816. Stuttgart, Verlag von W. Kohlhammer. 1887. Beiträge zur Geschichte des Feldzuges von 1806 nach Quellen des Archivs Marburg. Von Dechend, Premier-Lieutenant im hessischen Füsilier-Regiment Nr. 80. Berlin, Verlag von Friedrich Luckhardt 1887. Das dritte, vierte und sechste Deichest zum Militär-Wochenblatt. Herausgegeben von von Löbell, Oberst z. D. Berlin, Verlag von Siegfried Mittler <L Sohn 1887. In denselben sind die Artikel «Aus dem Leben des kurhessischen Ge ­ neral-Lieutenants Bauer", sowie «Die Armee des Königreichs Westfalen in den Jahren 1808 bis 1813" enthalten. Wegen Raummangels mußten wir die Besprechung vorstehender vier Schriften für eine spätere Nummer unserer Zeitschrift zurückstellen. Briefkasten. J. G. inFulda. Der Aufsah wird in der 1. Nummer des folgenden Quartals erscheinen. L. (I. in Kassel. Da eins der beiden von Ihnen uns gesandten Gedichte inzwischen anderwärts veröffent ­ licht ist, ist der nachträgliche Abdruck im „Hessenland" nicht gut thunlich. Vielleicht senden Sie gelegentlich ein anderes. Th. K. in Melsungen. Freundlichen Dank. Brief folgt. ß. v. B. in Fulda. In Betreff der uns zugegan ­ genen Einsendung erfolgt briefliche Mittheilung. Pfr. G. H. in H. Wann kommt einmal ern Lebens ­ zeichen? W. K. in Hanau. Wir verweisen Sie auf die Abonnements-Einladung aus der.letzten. Seite.