259 eine ebenso unterhaltende wie belehrende Lektüre und verdient auf das Beste empfohlen zu werden. Bor allem aber liefert uns die Geschichte dieses Regi ­ ments einen neuen Beweis der heldenmütigen Tapfer ­ keit, von welcher von jeher die hessischen Truppen beseelt waren., Es ist uns nicht darum zu thun, hier eine ein ­ gehende Kritik des Werkes zu liefern, wohl aber ge ­ statten wir uns, einen kurzen Auszug aus demselben zu geben, der das Treffen bei Aschaffenburg am 14. Juli 1866 zum Gegenstände hat, in dem gerade das 2. kurhessische Husaren-Regiment (Herzog von Sachsen-Meiningen) in hervortretender Weise be ­ theiligt war. *) An dem eigentlichen Kriege des Jahres 1866 nahm von der kurhessischen Armee wie bekannt nur das 2. Husaren-Regiment aktiven Antheil, die übrigen kurhessischen Truppentheile befanden sich in der Festung Mainz. Das 2. kurhessische Husaren-Regiment war der von dem Feldmarschall-Lieutenant Grafen v. Neipperg kommandirten österreichischen Infanterie-Division des 8. Armeekorps, welches unter dem Oberbefehl des Generals der Infanterie Prinzen Alexander von Heffen stand, zugetheilt und in eine Division zu 2 Feld-Eskadrons h 140 Pferden formirt worden. Zu dieser Division waren folgende Offiziere rc. kom- mandirt: Divisionsstab: Kommandeur Major Heu ­ singer von Waldegg, Adjutant Seconde-Lieutenant von und zu Schachten, Zahlmeister Rübsam, (Divi ­ sionsschreiber Q. M. Stehling, Büchsenmacher Haefner, Sattler Fülling, Trainführer Quartiermeister Haar); 1. mobile Kolonne: Rittmeister von Amelunxen, Premier-Lieutenant Nebelthau, Premier-Lieutenant von der Malsburg, Seconde-Lieutenant Heym, Seconde- Lieutenant von Meyerfeld, Seconde-Lieutenant Dörr, Eskadrons-Wundarzt Meyer, Eskadrons-Thierarzt Collmann, (Wachtmeister Bobel); 2. mobile Eskadron: Rittmeister von Baumbach, Premier-Lieutenant von Stamford, Seconde-Lieutenant Beinhauer, Seconde- Lieutenant Ruhl, Seconde-Lieutenant von Ochs, Assistenzarzt Dr. Leibrock, Eskadrons-Thierarzt Heß ­ berger, (Wachtmeister Spohr). Die kurfürstlich hessische Husaren-Division traf am 2. Juli in Homburg vor der Höhe ein und machte bis zum 9. Juli als Avantgarde der 4. Division (Graf Neipperg) den Marsch durch das Vogels - gebirge mit. Vom 9. bis 13. Juli verblieben die Eskadrons in Praunheim. Der preußische General v. Falkenstein bedrohte nach den Gefechten mit den Bayern bei Kissingen und Hammelburg und mit den Darmstädtern bei Laufach durch die Division Goeben das 8.Armeekorps und die freie *) Die Schilderung in dem angezogenen Werke beruht außer den allgemeinen gedruckten Quellen speciell auf dem Berichte des Majors von Heusinger und dem Kriegs ­ tagebuche des Premier-Fieutenanfs von Gtamforh. Reichsstadt Frankfurt a. M. Zum Schutz derselben schickte Prinz Alexander die hessische und österreichische Division unter dem Grafen v. Neipperg nach Aschaffen ­ burg; die hessischen Husaren wurden am 13. Juli Nachmittags alarmirt und erhielten Marschbefehl nach Aschaffenburg über Seligenstadt, welchen Ort sie Abends 11 Uhr erreichten. Ueber die Theilnahme der hessischen Husaren am Gefecht von Aschaffenburg spricht sich der Bericht des Kommandeurs derselben, Majors von Heusinger, wie folgt aus: „Am 14. Juli Morgens um 4 Uhr marschierte die Husaren-Division aus Seligenstadt und traf gegen 7 Uhr an der Mainbrücke westlich von Aschaffenburg ein. Gegen 9 Uhr brachte der Adjutant (Neipperg's) den Befehl, durch die Stadt zu marschieren und vor dem östlichen Ausgange Aschaffenburgs Bivouaks zu beziehen und abzukochen. Die Division marschierte circa 600 Schritt östlich der Stadt, 400 Schritt rechts neben der Straße nach Goldbach, auf dem Platze der abmarschiernden großherzoglich hessischen Infanterie auf und hatte ihren rechten Flügel an die Infanterie gelehnt. Ehe jedoch abgesessen wurde, kam bereits die Meldung, daß der Feind *) in drei Kolonnen angreife, und 10 Minuten später fielen auch die ersten Kanonenschüsse (zwischen Vs und 3 / 4 10 Uhr); das feindliche Feuer rückte alsbald so nahe, daß die Division vielfache Verluste an Leuten und Pferden durch Infanterie-Feuer zu erleiden hatte; der 4. Zug der 2. Eskadron (Premierlieutenant von Stamford) wurde zur Deckung einer Batterie**) detachirt. Ohne einen Feind zu sehen, mußte die Division bis nach 11 Uhr diesen Platz behaupten, zog sich dann links auf die nach Goldbach führende Straße, schwenkle hier nochmals um mib zog sich hierauf — nachdem die Infanterie bereits zurück ­ gegangen — durch die Stadt über die Mainbrücke zurück. Die Bagage war von Seligenstadt nach Babenhausen dirigirt, die Handpferde wurden aus der Gefechtsstellung hinter die Brücke zurückgeschickt, ge- riethm hier in die österreichischen Train-Kolonnen und wurden nach Seligenstadt versprengt. Auf dem Rückzüge durch die Stadt und besonders beim Uebergange über die Brücke hatte die Division noch viel unter dem Feuer der bereits in die Stadt gedrungenen Preußen zu leiden, und einzelne Ab ­ theilungen wurden abgeschnitten, die sich jedoch zum Theil über die Eisenbahubrücke bei Stockstadt retteten und in Seligenstadt an die Handpferde anschlössen. Der Rückzug aus der an und für sich nicht gün ­ stigen Stellung war der wundeste Punkt in diesem unglücklichen Gefecht. Die Stadt Aschaffenburg mit einer einzigen Brücke über den Main, nach welcher alle Truppen sich hindrängten, bildete ein Defilee, *) Preußische Division Goeben. **) 7 ? österreichische gezogene Vierpfünder-Batterie.