236 estcht ttn Amonslftr am 26. April 1794. s^n Nr. 6 des „Hessenlandes" wird von Herrn Jp Major H. von Pfister mit Recht das & vortreffliche 1881 bei Elwert zu Marburg erschienene Werl Ditfurths: „Die Heffen in den Feldzügen der Champagne, am Main und Rhein während der Jahre 1792, 1793 und 1794" rühmend hervorgehoben. Doch nicht minder be ­ deutend und interessant sind die schon früher erschienenen Werke des genannten Verfassers. Ebenso bemerkenswerth ist das erst neuerdings bei Elwert in Marburg erschienene, aus dem Nachlaffe des Verfaffers 1887 veröffentlichte Merkchen: „Die Schlacht bei Borodino am 7. September 1812 mit besonderer Rücksicht auf die Theilnahme der deutschen Reiter-Kontingente." Unter den Werken Ditfurths befindet sich auch eine geschichtliche Skizze über das ehemalige Kurhessische Leibgarde-Regiment. In derselben wird auf S. 62 bei der Schilderung des An ­ griffes aus den Arronaiser Wald, ein Hauptmann von Pappenheim als Führer einer Tirailleur- Linie erwähnt. Letztgenannter hat über alle die schon vorher gedachten Feldzüge Tagebuchs ­ aufzeichnungen hinterlassen, welche dem Verfasser nicht bekannt waren. In diesem Tagebuch be ­ findet sich auch ein Bericht über den Angriff auf den Arronaiser Wald, welcher im Allgemeinen ganz genau mit der Schilderung des oben- enannten Verfassers übereinstimmt. Es wird ierdurch der Beweis erbracht, wie richtig und wahrheitsgetreu die Darstellung des Gefechtes von dem Verfasser der obigen Schrift wieder ­ gegeben ist. Der Tagebuchbericht über den Kampf am 26. April des schon erwähnten Haupt ­ manns von Pappenheim lautet wortgetreu fol ­ gendermaßen: Der heutige Tag (26. April 1794) war ein warmer Tag für uns, aber hauptsächlich für mich. Um 3 Uhr diesen Morgen mutzte ich auf, weil ich zum Arbeitskommando kommandirt war, an einer Schanze, so 7« Stunde vom Lager nur entfernt und zur Deckung des Lagers an ­ gelegt worden ist. Es kommen 2-Pfd.-Kanonen und eine Haubitze hinein. Gegen 5 Uhr hörten wir rechts und links, auf allen Flügeln, klein Gewehr-Feuer und um 7-7 Uhr war das Engagement so allgemein, daß die ganze Armee in's Gewehr ging und ich von meinem Arbeits ­ kommando abgerufen ward. Vor der Schanze, wo wir arbeiteten, liegt ein Wald, in welchem es sehr stark knapperte. Wir „fünf Bataillone Heffen" marschirten von unserm Lagerplatz ab und zogen uns links nach einer Schanze vor Castillon, vor uns einen bebuschten Meierhof habend. Wahrscheinlich war die erste Absicht, blos Castillon als das Hauptquartier Coburgs zu decken. Ich kam mit 100 Mann auf Kommando in den Meierhof und bekam hernach noch 50 Mann Verstärkung. Rechts und links hatte ich kaiserliche Cavallerie zur Deckung, und das waren Kaiser-Chevauxlegers und von Curazai. Hier bekam ich gar bald Gelegenheit, mich mit dem Feind herum zu schießen. Der Meierhof lag auf einer Anhöhe, darunter lag ein kleines Dörfchen und hinter dem Dörfchen ein buschiger Wald, in welchem wir noch heute genug zu thun bekamen. Anfänglich mochte der Feind wohl nicht stärker als etwa 1O0O Mann sein, mit welchem ich mich herumarbeitete. Das Dörfchen war der Zankapfel. Die Feinde bemeisterten sich desselben und ich jug sie wieder heraus. Da sie sich aber hiernach ansehnlich verstärkten und sogar Kanonen holten, zog ich mich auf meinen Meierhof zurück, wo ich meine Leute hinter die Hecken stellte, und hoffte, der Feind werde den Berg herauf kommen; ich hätte ihm alsdann eine tüchtige Lage geben können, und die kaiser ­ liche Cavallerie, so ich rechts und links hatte, hätte an sie ein wenig stacken können. Nur wenige Franzosen wagten sich aber so weit und gingen auch gleich rum loß — nach dem Dörfchen und Walde, da ich Feuer auf sie geben ließ. Unterdessen dies wohl drei Stunden dauerte, hatte der Herzog von Pork wie auch Coburg die Franzosen total geschlagen auf dem rechten Flügel, ihnen viele Kanonen abgenommen und ihren General Chabot (Chapuis, siehe Dirfurth) ge ­ fangen genommen. In deffen Brieftasche fand man die Disposition der ganzen Attaquen des Feindes auf unsere Armee. Mit der einen Hälfte des (kindlichen Heeres war der General en chef Pichegru gegen Clairfait gegangen, welcher bei Tournai stehet; und mit der andern Hälfte siel Chabot auf uns. Die Engländer haben sich besonders hervorgethan, und ihre Cavallerie — eine ganze Linie Infanterie über den Haufen geworfen. Ein englischer General ist auch geblieben, dabei ist auch der kaiserliche General Alvinzi hart blesfirt worden. Da es nun auf dem rechten Flügel ganz ruhig war und bei uns das Feuer immer stärker wurde, so ließen etliche kaiserliche Generale unsere zwei Bataillone Gardegrenadiere vorrücken, auf Befehl, wie sie sagten, des Kaisers. Zwei Kanonen