235 Im Mai 1639 besetzte Geyse die Grafschaft Waldeck und vertheidigte im Verein mit dem Oberst Kotze 1641 Dorsten so nachdrücklich, daß den Hessen schließlich freier Abzug zugestanden wurde. Im Jahre 1642 überfiel er ein kaiserliches Korps, das sich mit einem anderen vereinigen wollte, bei Stadtbergen und schlug es zurück, dann siegte er am 7. Januar desselben Jahres bei Huld unweit Kempen. Wegen seiner vorzüglichen Leistungen ernannte ihn die Landgräfin-Regentin im Jahre 1644 zum Generalmajor und sendete ihn mit einem Korps von 2000 Mann an den Rhein zur Unterstützung der dort operirenden französischen Truppen, wobei er Höchst eroberte. Kurze Zeit darauf wurde er zurückgerufen, um mit seinem Korps, das auf 3200 Mann verstärkt wurde, zu den Schweden bei Magdeburg zu stoßen, das er im November blokiren half, und im Januar 1645 befand er fich mit seinem Korps im Braunschweigischen und half Hornburg und Wolfenbüttel einnehmen. Nach der im Jahre 1645 stattgefundenen Ver ­ einigung der französischen Feldherren Condo und Turenne, wurde Geyse, der kurz vorher das Schloß Heldrungen in Thüringen eingenommen hatte, von der Landgräfin-Regentin, mit einem Korps von 5000 Mann zu Fuß und zu Pferd, zu deren Verstärkung entsendet. Geyse, der aus Thüringen nach Westfalen marschirt war, ver ­ einigte fich bei Corbach mit Turenne, zu dem auch der schwedische General Königsmark mit 2000 Mann bei Wolfhagen gestoßen war. Dieses hessische Korps, das auch über 9 Ge ­ schütze verfügte, hatte den größten Antheil an dem durch Cond« (Enghien) am 3, August 1645 erfochtenen Siege bei Allerheim, indem es, nach ­ dem die Franzosen schon einige Male von den Bayern und Oesterreichern zurückgeschlagen waren, allem vorging, die Oesterreicher aus ihren Ver ­ schanzungen auf dem Winneberg vertrieb, ihren General von Gleen gefangen nahm und dann die Bayern, deren General von Mersh fiel, nöthigte, Dorf und Schloß Allerheim zu räumen. Die Hessen machten 2000 Gefangene, eroberten 16 Kanonen, sowie 40 Fahnen und Standarten. Nachdem Nördlingen und Dinkelsbühl erobert waren, rief die Landgräfin-Regentin den General Geyse mit seinem Korps zurück, um den Darm ­ städtern den jetzt preußischen Theil von Ober ­ hessen , dessen fie sich bemächtigt hatten, wieder abzunehmen. Hierbei eroberte Geyse den Glei ­ berg und belagerte mit dem schwedischen General von Wrangel die Festung Gießen. Die Be ­ lagerung mußte jedoch aufgegeben werden, weil Wrangel einen anderen Auftrag erhielt. , der sich nach Aufhebung der Belage ­ rung gegen Ziegenhain zurückzog, eroberte Als ­ feld und wendete sich dann, durch den schwedi ­ schen General Löwenhaupt mit 3000 Mann ver ­ stärkt, gegen den darmstädtischen General von Eberstein, überfiel ihn am 5. Oktober in Ober- S tt, unweit der Eder, und schlug ihn völl ­ ig, wobei er 2 Kanonen, 7 Standarten und die ganze Bagage eroberte, und 1000 Mann, zum größten Theil Kavalleristen, zu Gefangenen machte. Hieraus besetzte er den Äogelsberg und nahm Herbstein ein. Als der General von Eberstein in Niederheffen einfallen wollte, erreichte ihn Geyse am 9. No ­ vember bei Frankenberg, griff ihn an und schlug ihn mit einem Verluste von 1200 Mann, zwei Kanonen und 9 Standarten. Da nun Oberheffen vom Feinde frei war, ging er auf Befehl der Landgräfin-Regentin mit einem Theil seines Korps nach Kassel, und wurde, nach dem im Jahre 1647 erfolgten Tode des hessischen Feldmarschalls Mortaigne, zum General- Lieutenant und Kommandeur vn chef aller hessischen Truppen ernannt. Im Jahre 1648 deckte er von Westfalen aus Niederheffen gegen den kaiserlichen General Lamboy (nicht zu verwechseln mit dem General Lamboy, der 1636 Hanau belagerte) und griff denselben am 5. Juni bei Grevenbruch an. Ob ­ gleich General Lamboy 6500 und Geyse nur 4000 Mann stark war, so siegte doch Geyse voll ­ ständig, denn Lamboy verlor 4300 Mann, 11 Kanonen und 16 Fahnen, während Geyse nur einen Gesammtverlust von 168 Mann hatte. Den weiteren Unternehmungen Geyse's in West ­ falen machte der westfälische Friede ein Ende. Aus dem Kriege zurückgekehrt, wurde Geyse noch Geheimer Kriegsrath und Gouverneur von Kassel. Auf Antrag des Landgrafen Wilhelm VI. wurde Geyse vom Kaiser in ^en Adelstand er ­ hoben und erhielt den Namen „von Gehso". Er starb im Jahre 1661 in Kassel. Von Denen von Lehrbach hatte Geyse das Gut Gilftnhausen bei Borken, sowie einen Burgfitz zu Freudenthal und die niedere Gerichtsbarkeit nebst den Gefällen in den Dörfern Freudenthal und Roppershain erworben. Seine Erben traten jedoch diese Besitzungen an einen Herrn von Brink ab und kauften fich im ritterschaftlichen Gebiete des jetzigen Kreises Hünfeld an, wo seine Nach ­ kommen noch begütert sind. Von jener Zeit an wurde die Familie von Geyso dem reichs ­ unmittelbaren Adel zugezählt.