234 V MAMWW jÜ* st - v i— 4^ j M Konrad Klos, Landkomthur der Ballei Hessen und Komthur zu Marburg. Von Frciherrn Gustav Rabe von Pappenheim, Rittmeister a. D. 4(1 n dem Verzeichnis; des Archivraths I. W. !jlss Lachewitz*) vom 5. März 1781 über die 'A Grabdenkmäler in und neben der St. Elisabeth ­ kirche wird über das Grabdenkmal des ob- genannten Landkomthurs Folgendes mitgetheilt: „In Effigie, Herr Konrad Klos, Land- komthur der Ballei Hessen und Komthur zn Marburg, Teutsches - Ordens - Ritter, starb im Jahr 1638 den 6. September. — Klos — Enzberg Portugal — Vitzthum-Eikstät. Ecce lionio! „Wenn mein Gott will; „Er ist mein Ziel!" — Stehet in Lebensgröße neben der S. Elisabethcn- Monument, im 3. Chor nach der Firmanei zn, wo auch sein Grab — vor ihme über mit dem Stein — darauf die Inschrift verloschen zu finden." **) Konrad's Vater, Friedrich Klos, war Amt- mann in der Grafschaft Gleichen gewesen und hatte mit seiner Gemahlin — geb. von Enzberg- Hetstädt — in 25jähriger Ehe gelebt. Außer dem Konrad Klos — geboren anno 1584 — waren dieser Ehe noch vier Söhne und zwei Töchter entsprossen, Namens: Wolf, Günther, Simon und Friedrich, Anna Sibhlla und Agnes. In seiner Jugend kam Konrad Klos als Page zur Herzogin Louise Juliane, der Tochter des Prinzen Wilhelm von Oranien, welche seit dem Monat Mai 1593 mit dem damals erst neunzehn ­ jährigen Kurfürsten Friedrich IV., Herzog von der Pfalz, vermählt worden war. Im Schlosse zu Heidelberg befand sich das glänzende Hoflager des jungen fürstlichen Ehepaares. Nach drei ­ jähriger Dienstzeit bei Hofe ging Konrad Klos nach Frankreich und in die Niederlande. Der *) Lachewitz, Akten des Marburger Staatsarchivs. **) Siehe W. Kolbe, Die Kirche der hl. Elisabeth, S. 44. dreijährigen Belagerung der Festung Ostende — vom 7. Juli 1601 bis 20. September 1604 —, welche mit der Ilebergabe der holländischen Be ­ satzung an den spanischen General Spinola endete, wohnte er bei. Mit einem Grafen von Schwarz ­ burg reiste er dann nach Italien und kam hierauf zum Grafen Christoph von Leiningen-Westerburg. Denselben begleitete er auf seinen Reisen durch ganz Frankreich, Spanien, Italien, Steiermark und Oesterreich. Unterwegs auf den Reisen er ­ lernte er drei Sprachen. Nachdem er dann noch viele Jahre als Hofmeister im Dienste des Grafen Leiningen-Westerburg zugebracht hatte, wünschte er in den Deutschen Orden aufgenommen zll werden. Durch Fürsprache des Grafen Leitungen wurde er denn auch am 15. Juli 1615 als Noviziat zur Probe in die Dentsch-Ordens-Ballei Hessen aufgenommen und versah als solcher probeweise das Marschallenamt im Ordenshaus Marburg. Seine feierliche Aufnahme in den Orden und Jnvestirung zum Dentsch-Ordens-Ritter mit Ritter ­ schlag fand im Jahre 1617 zil Mühlheim in Westfalen statt. Das Trappanci-Amt in Marburg wtirde ihm nun übertragen, und im Jahre 1627 fand seine Beförderung zum Komthur der Kommende Flörsheim statt. Als er im Jahre 1628 vom Landgrafen Georg II. von Hessen-Darmstadt nach Wien gesendet wurde, trat er voit der lutherischen zur katholischen Religion über. 1631, nach dem Tode des Landkomthurs I. Fuchs, wurde er von dem Provinzialkapitel der Ordensballei Hessen einstimmig zum Statthalter der Ballei Hessen er ­ wählt und erlangte sehr bald darauf von der Deutsch-Ordens-Regiernng seine Bestätigung zum Landkomthur. Bekanntlich setzte sich im Jahre 1632 der Landgraf Georg II. gewaltsam in den Besitz der Ballei Hessen, der Landkomthur Konrad Klos wurde vorerst seines Amtes entsetzt und der Deutsch-Ordens-Regiernng alle Gewalt über die Ballei entzogen. Eine mündliche Instruktion des