202 zu Wilstädt in Baden, gestorben 4. April 1669 zu Worms als Geheimrath der Laudgräfin von Hessen) sprechen. Nach Beendigung der Bortrüge sollen die Hanauer Sammlungen unb Kirchen rc. besichtigt und bei einem Frühschoppen Erholung gesucht werden, Nachmittags 5 Uhr beginnt die Festtafel im Saale der „Zentralhalle". Der dritte Festtag, Mittwoch, 29. August, ist zur Besichtigung von hervorragenden Sehenswürdigkeiten in der Umgebung Hanaus bestimmt, ein Plan aber noch nicht endgültig festgestellt. Die XVIII. Jahresversammlung und das S t i f t u n g s f e st des R h ö n k l u b s findet am 4. und 5. August 1894 zu Neustadt a. d. S. statt. Das Programm ist wie folgt zusammen ­ gesetzt : Sonnabend, 4. August, Abends 8 Uhr: Gesellige Vereinigung im Saale des Gasthauses „zum goldenen Roß". Sonntag, 5. August, Vormittags 10 Uhr: Hauptversammlung der Abgeordneten der Zweigvereine im Rathhaussaale. Gleichzeitig musikalischer Frühschoppen in der Gartenwirthschaft von A. Süß mann. — Promenadenmusik aus dem Marktplatze. Mit tags tisch nach Belieben in den vom Zweigverein Neustadt empfohlenen Gasthäusern: Hôtel zur Post, Hotel zum goldenen Mann, Gast ­ hof zum goldenen Roß, Gasthof zu den vier Jahreszeiten. Nachmittags: Festzug nach der Salz ­ burg; Burgsest daselbst. Abends: Tanzkränzchen im neuerbauten Gartensaale der „Vier Jahreszeiten". In Kassel findet vom 14. bis 17. August der deutsche Apotheker-Kongreß verbunden mit einer pharmazeutischen Ausstellung in den Räumen des „Meßhauses" statt. — Zum Konservator des Kasseler Kunst Hauses wurde an Stelle des Professors Neumann, welcher bisher dieses Amt versehen hat, Kunstmaler Theodor Matthei ernannt. Ein hessischer Landsmann, der es in der Ferne zu großen Erfolgen gebracht hat, Herr Ludwig Mond, ein geborener Kasseler, der als einer der ersten Techniker Englands sowie als chemischer Forscher bekannt ist, hat der Royal-Jnstitution eine großartige w i s s e n s ch a s t l i ch e S t i f t u n g gemacht. Diese besteht, wie die „Chemiker-Zeitung" berichtet, in der Gründung eines großen Laboratoriums für chemische und physikalische Untersuchungen, welches im Zusammenhang mit der Royal-Jnstitution und unter Leitung und Kontrole derselben stehen soll. Zu diesem Zwecke hat L. Mond ein großes Hans im Westend von London angekauft und wird dasselbe auf seine eigenen Kosten in ein Laboratorium im größten Stile umwandeln lassen. Außerdem wird er dieses Institut finanziell so stellen, daß vollauf Kapitalien vorhanden sind, um Gehälter und jede sonstige Art von Ausgaben zu bestreiten. Mond, hat mit scharfem Blick erkannt, daß ein derartiges Institut ein immer größeres Desideratum für die chemische Wissenschaft der Neuzeit geworden ist, indem die Arbeit des wissenschaftlichen Forschers von Jahr zu Jahr größere Anforderungen an die experimentellen Hilfsmittel stellt, sowohl was Fein ­ heit und Exaktheit der Instrumente und Apparate, als auch was Größe, Umfang und Kosten derselben betrifft, so daß Privatlaboratorien und die Mittel eines Einzelnen nur in seltenen Fällen allen Er ­ fordernissen der gegenwärtigen chemischen und physi ­ kalischen Forschung gerecht zu werden vermögen. Die Großartigkeit des Mond'schen Unternehmens, sowohl was die wissenschaftliche, als auch was die finanzielle Seite betrifft, — denn letztere läßt sich nur nach Tausenden von Pfunden Sterling be ­ rechnen —, überragt bei Weitem Alles, was bis jetzt in Großbritanien in ähnlicher Weise der Wissenschaft geboten wurde. Universitätsnachrichten. Der bisherige außerordentliche Professor Vietor ist zum ordent ­ lichen Professor der englischen Philologie an der Universität Marburg ernannt worden. — Dem Privatdozenten in der juristischen Fakultät der Universität Marburg, Herrn vr. Fr. Wachen- seld, ist das Prädikat „Professor" verliehen worden. — Das Marburger Korps Hasso-Nassovia feierte in glanzvoller Weise am 16. Juli sein 55jähriges Stiftungsfest. Am 25. Juli starb zu Kassel nach langjährigem Leiden im 82. Lebensjahre der Generalsuper ­ intendent a. D. Dr. theol. Julius Martin. Julius Martin, seit 1856 Generalsuper ­ intendent der reformirten Diözese in Niederhessen, war am 1. November 1812 zu Eschwege an der Werra geboren. Sein Vater, damals ein denr ausgesprochenen Todesurtheil durch König Jörüme's Begnadigung Entronnener, war Peter Sigmund Martin, dessen Name sich in die hessische Landes ­ geschichte verwebt hat, seine Mutter war Amalie Rommel, eine Nichte des langjährigen General ­ superintendenten Rommel. Nachdem P. S. Martin eine Notarstelle in Eschwege bekleidet, nach der Besiegung Napoleon's unter Justus Grüner als Polizeiinspektor in Düsseldorf, der Hauptstadt des ehemaligen Großherzogthums Berg, in Diensten