167 gegeben gegen das Versprechen, eine Kriegskosten ­ entschädigung von 19000 Gulden unter Ver ­ pfändung der Stadt zu entrichten. Während dieser Vorgänge hatte sich in der freien Reichsstadt Mühlhausen Thomas Münzer, Aufruhr predigend, festgesetzt. Pfeifer, ein Gehülfe Münzer's, zog in's Eichsfeld, wo er eine Menge Schlösser und Klöster plünderte. Gegen die Aufrührer wurde Philipp von seinem Schwieger ­ vater Georg, Herzog von Sachsen, zu Hilfe gerufen. Mit Heinrich von Braunschweig vereint, eroberte der Landgraf Anfangs Mai Eisenach und Langensalza. Bei Frankenhausen stieß Münzer zu den Bauern. Eiligst kam Philipp mit dem Herzoge von Braunschweig, und Beide sandten eine Gesandtschaft an die Bauern, durch welche dieselben aufgefordert wurden, zum Gehorsam zurückzukehren und ihre Hauptleute auszuliefern, alsdann würde ihnen Gnade zu Theil werden. Aus dieses Anerbieten gingen die Bauern nicht ein, wie sich auch eine zweite Unterhandlung, bei welcher Ergebung auf Gnade und Ungnade und besonders Auslieferung Münzer's verlangt wurde, zerschlug. Gegen achttausend Bauern hatten sich auf einem Berge bei Frankenhauscn gut verschanzt. Nach einer längeren von Münzer au die Bauern gehaltenen Rede wurde der Kampf begonnen. Alsbald schon wandten sich die Bauern zur Flucht, theils in die Stadt Frankenhausen, theils hinter den Berg, auf welchem sie Aufstellung genommen hatten; hinter den Fliehenden jagten die Reisigen der Fürsten her. Gegen fünftausend Bauern wurden erschlagen, Münzer selbst war entflohen, wurde aber bald nachher sich krank stellend, im Bette gefangen genommen und nach mehr ­ fach erlittener Folterung dem Grafen Ernst von Mansfeld nach Heldrungen gesandt. Am 20. Mai, wenige Tage nach der Schlacht bei Frankenhausen, stießen Kurfürst Johann von Sachsen, Philipp und Otto von Braunschweig- Lüneburg zu den verbündeten Fürsten. Sie zogen zusammen über Seebach und Schlotheim nach Mühlhausen. Pfeifer beabsichtigte hier den Fürsten entgegenzutreten, aber, von dem größten Theile der Bürger verlassen, entwich er in die Eisenacher Gegend. Die Fürsten verlangten von den Bürgern der Stadt Mühlhausen unbedingte Unterwerfung und Auslieferung der Rädelsführer; erst auf dringendes Bitten wurde Schonung der Unschul ­ digen versprochen. Am Himmelfahrtstage wurden die Stadtthore geöffnet und den Fürsten die Stadtschlüssel übergeben. Landgraf Philipp, Herzog Georg und der Kurfürst zogen mit 600 Reisigen in Mühlhausen ein. Die Stadt wurde um 40000 Gulden gebrandschatzt, sie mußte die Schutzherrschaft der drei Fürsten an ­ erkenne» und sich zu einem jährlichen Tribut von 300 Gulden verpflichten. Alles Geschütz mußte ausgeliefert, die zerstörten Schlösser und Klöster wieder hergestellt werden. Die Rädels ­ führer wurden enthauptet. Unterdessen wurde Pfeifer mit 92 seiner Leute bei Eisenach gefangen und Thomas Münzer von Heldrungen geholt. Beide wurden enthauptet, ihre Köpfe bei Mühl ­ hausen auf dem Riesenberg und ani Schadcberg aufgesteckt. Hiermit war der Bauernkrieg in Norddeutschlaud beendet. (Fortsetzung folgt.» Der amerikanische Feldzug der Hessen nach dem Tagebuch des Grenadiers Johannes Ueuber von Medervellmar. 1776 1783. Von F. W. Junghan! (Fortsetzung.) cji m 4. November kehrte das Korps nach Newyork zurück, und nachdem (am 26. Oktober) die O’ V 2. Division unter General von Knip- hauseu angekommen war, erfolgte der Angriff auf das Fort Washington. Lassen wir hierüber Reuber selbst reden: „Am 17. November 1776 des Morgens ver ­ sammelten sich alle Regimenter und Korps vor Tagesanbruch, die Hessen aus dem rechten Flügel am Nordhofen, die Engländer auf dem linken Flügel am Südhafen. Weil es nun Tag war, marschierten alle Regimenter — unter dein Feuer der Kriegsschiffe — vorwärts den Berg und Steinfelsen hinauf; der eine fiel lebendig herunter, der andere wurde todtgeschossen; an den wilden Buchsbaumbüschen mußten wir uns in die Höhe ziehen; allendlich kamen wir doch etwas in die Höhe, da wir Bäume und große Steine fanden; da ging es aber hart aufeinander; weil es aber nicht weichen wollte, so kommandirte der Oberst