155 von Trier aufgefordert. Der Angriff auf die Ebernburg wurde der vorgerückten Jahreszeit wegen verschoben, nur einige Burgen Sickingen'scher Anhänger wurden eingenommen. Im April 1523 begann die Belagerung der Feste Nannstuhl, auf die sich Sickingen ihrer größeren Festigkeit wegen von der Ebernburg aus zurückgezogen hatte, durch Landgraf Philipp, die Kurfürsten Ludwig von der Pfalz und Richard von Greifenklan von Trier. Am sechsten Tage der Belagerung wurde Sickingen tödtlich verwundet und die Burg übergeben. Dieser Uebergabe folgte die mehrerer Burgen seiner Söhne und Freunde, so von Drachensels, Dann und Lützelburg in Lothringen, Hohenburg und zuletzt die ­ jenige der Ebernburg nach siebentägiger Belagerung. Landgraf Philipp erhielt bei der Theilung Sickingen'scher Güter Schloß und Gebiet Kronen ­ berg und einen Beuteantheil, der aber nicht die für die Fehde aufgewendeten Kosten erreichte. Pfalz und Trier theilten sich in die Besitzungen auf dem linken Rheinufer. Kronenberg wurde vom Landgrafen Philipp (1541) an feine vorigen Besitzer unter dem Vorbehalte des Oesfnungsrechtes zurückgegeben. In der Hildesheimer Fehde (1519—1521) die von Bischof Johann von Hildesheim und Heinrich Der amerikanische Feldzug d des Grenadiers Johannes 1776 dem Aelteren von Lüneburg gegen die Herzöge von Kalenberg und Wolfenbüttel, Erich I. und Heinrich den Jüngeren, geführt wurde, unter ­ stützte Landgraf Philipp die letzteren öfters mit Truppen auf Veranlassung der Landgräfin Anna, die von Erich's Gemahlin, Elisabeth von Branden ­ burg, darum angegangen war. In Folge eines kurze Zeit vor der Schlacht bei Soltau in der Lüneburger Haide ausgebrochenen Streites, da die Brannschweiger erklärt hatten, das Bild des hessischen Löwen fei das eines Hundes, zog ein Theil der Hessen nach Hause. Die Schlacht fiel zu Ungunsten der Herzöge aus. Philipp sandte eine neue Hilfe von 350 Reitern und 600 Fuß ­ gängern, die die Schlösser Heinrich's des Jüngeren deckten. Nach der auf dem Reichstage zu Worms (1521) erfolgten Reichsacht über den Herzog von Lüneburg und den Bischof ;u Worms wurde Philipp vom Kaiser aufgefordert mit dein Könige von Dänemark dem Herzog Erich und seinem Neffen zu helfen. Unter Hermann von der Mals ­ burg wurden 350 Reiter, 1500 Fußgänger, 6 Schlangenbüchsen und 2 Karthaunen gesandt und das Stift Hildesheim erobert. (Fortsetzung folgt.) r Hessen nach dem Tagebuch Ueuber von Niedervellmar. 1783. Von F. W. I u n g h a n s. ‘-¡¡in Nummer 16 des Jahrgangs 1893 dieses jf Blattes brachten wir einen Auszug aus dem 1 Tagebuch des hessischen Grenadiers Johannes Reuber von Niedervellmar über die Belagerung von Mainz. Der nachfolgende Aufsatz berichtet feine Erlebnisse während des amerikanischen Feldzugs. Johannes Reuber war geboren zu Niedervellmar am 2. Mürz 1759 als Sohn eines Tagelöhners. 1773 wurde er konfirmirt und schon zwei Jahre darauf, am 15. September 1775, zum Landgrenadierregiment ausgehobcn und ein ­ geschworen. Er war vermuthlich groß und stark gewachsen. 1775 schloß der Landgraf den bekannten Vertrag mit England, und am 1. Januar 1776 bekam der noch nicht Siebenzehnjährige Ordre zur Gestellung in I in m enhausen, wo die Kom ­ pagnie des Majors Matthäus lag. Schon am 2. rückte die Kompagnie nach dem größeren Orte G r e b e n st e i n, wo die junge Mannschaft bei tiefem Schnee und großer Kälte in aller Eile ^einexerziert wurde. Am 3. März erfolgte die Ordre zum Ausmarsch nach Amerika. Das^Bataillon wurde in Eile mit den zum Felddienst erforderlichen Ausrüstun'gsgegenstünden, Tornistern, Brotbeuteln, Kesseln,^Flaschen, Aexten, Schippen und .Hacken, versehen. Außerdem erhielt der Mann 60 scharfe Patronen und eben so viele scharfe Steine, und am 4. rückte das Bataillon zur Revue vor dem Landgrafen nach Kassel, der es „auf der Renn ­ bahn" musterte. Der Marsch nach Bremerlehe, wo die Truppen eingeschifft werden sollten, ge ­ schah zu Land längs der Weser. Am 7. April langte das Bataillon in Schiffsdorf bei Bremer ­ lehe an, Ivo es von einem englischen Kommissär übernommen und für den Dienst des Königs von England vereidigt wurde. Die erste hessische