vielleicht eine Saite im Innern erklingen, wenn er die .Laute seines, hessischen Heimathsstädtchens — sei es auch nur aus dem Munde eines biederen Handwerkers — vernimmt. Unsere Landsleute sollten daher überall da, wo sie in erheblicher Zahl beieinanderwohnen, sich zusammenthun und „Hessenvereine" gründen. Als das natürliche mid berufene Organ dieser Vereine wäre das „Hessen ­ land" zu betrachten, das wie kein anderes Blatt geeignet ist, den in der Fremde lebenden Hessen mit dem Boden zu verknüpfen, wo seine Wiege stand. Wir hoffen, daß diese Anregung nicht auf ganz unfruchtbaren Boden fällt und es würde uns freuen, wenn andere Landsleute insbesondere im Auslande lebende — ihre Meinung dazu sagen wollten. Ein treuer Kurhesse. Aus Heimat!) und Fremde. Der Hanauer Bezirksverein für hessische Geschichte und Landeskunde hielt am Montag, den 1. Mai Abends seine Jahresversammlung ab, die einem Berichte des „Kass. Tagbl." zufolge ziemlich zahlreich besucht war. Aus dem durch den Sekretär des Vereins, Herrn vr. meck. Eisenach, erstatteten Jahresbericht ist hervorzuheben, daß die Bemühungen des Vereins, größere zweckentsprechende Räume für sein beachtenswerthes Museum in dem vormaligen hiesigen Regierungsgebüude zu erhalten. Dank dem bereitwilligen Entgegenkommen der Königlichen Staatsbehörden zu einem befriedigenden Abschluß geführt haben. Ferner ist es dem Vor ­ stande gelungen, daß die bei der Ausbaggerung der Römerbrücke über den Main zu Tage geför ­ derten römischen Alterthümer in dankenswerther Weise dem Museum des Vereins überwiesen worden sind, wodurch dasselbe eine werthvolle Bereicherung erfahren hat. Die Thätigkeit des Vereins wurde im verflossenen Jahre schon vielfach durch Vor ­ bereitungen für das im Juli oder August d. I. stattfindende Jubiläumsfest seines 50jährigen Be ­ stehens, mit welchem gleichzeitig die Jahres ­ versammlung des hessischen Geschichtsvereins ver ­ bunden wird, in Anspruch genommen. In Folge dessen wurden nur in vier Monatsversammlnngen Vorträge gehalten: Herr Landgerichtsprästdent Koppen reserirte über die „Schlacht bei Hanau 1813", Herr Stadtbaumeister Leers erörterte vom technischen Gesichtspunkte ans die „Römerbrücke über den Main" und Herr Akademielehrer Zimmermann berichtete in zwei Versammlungen über die „Juden in Hanau", vorzugsweise in kulturhistorischer Be ­ leuchtung. Als Festschrift für die Jubiläumsfeier- soll eine illustrirte Geschichte der Grafen Hanaus erscheinen, zu deren Herstellung vom Staat und von der Stadt Hanau je 500 Mark verwilligt worden sind. Als erfreuliche Thatsache erwähnt der Jahresbericht noch den ansehnlichen Zuwachs von 40 Mitgliedern, dem eine Abnahme von 14 Mitgliedern gegenübersteht. Der alte Vorstand wurde durch Zuruf belassen und auf Wunsch desselben als siebentes Mitglied Herr Pfarrer Neßler gleichfalls durch Zuruf neugewählt. Hierauf hielt Herr Professor Dr. Wolfs aus Frankfurt a. M., Mitglied der Limesforschungskommission, einen 1 '/2 stündigen Vortrag über die Ergebnisse der unter seiner Leitung ausgeführten letzten römischen Forschungen bei Hanau und über die Fundstücke bei der Römerbrücke. Die Forschungen erstreckten sich aus mehrere Kastelle in der Umgegend, wie Groß-Krotzenbnrg, Marköbel u. a., wo verschiedene bisher noch zweifelhafte Punkte klargestellt und gemäß höheren Orts gewordenen Auftrags auch die Anlegung römischer Straßen besonders in Betracht gezogen wurde. Sie führten ferner zur Aufdeckung eines bisher noch unbekannten Kastells bei Lagendiebach, wie auch die noch zweifelhafte Richtung des Psahlgrabens von dort nach Marköbel sicher festgestellt wurde. Die Fundstücke bei der Römerbrücke bestehen aus vielen eisernen Werkzeugen, Münzen ans der Zeit von Kaiser Vespasian bis Septimius Severus, Schmuckgegenständen u. dgl., die sämmtlich sehr gut erhalten sind. Die Versammlung zollte dem Redner lebhaften Beifall. Am 29. April beging zu Hanau der kürzlich durch Verleihung des Professortitels ausgezeichnete Herr Simon Etienne Jassoy die Feier seiner 25jährigen Wirksamkeit als Lehrer an der Hanauer Königlichen Zeichenakademie. Die Anstalt verbano hiermit Nachmittags 3 Uhr eine Schulfeier, zu der eine große Anzahl jetziger und ehemaliger Schüler und Schülerinnen, sowie viele Freunde des Jubilars den geräumigen Saal der Akademie gefüllt hatten. Aus Kassel war der Herr Regierungspräsident Gras d' Haussonville anwesend. (K. Tgbl.) 'Einem langen und schweren Leiden erlag am 6. Mai im Alter von 59 Jahren Herr Apotheken-, besitzer Theodor Seitz in Kassel, eine bekannte und beliebte Persönlichkeit. Der Verstorbene über ­ nahm, nachdem er 16 Jahre hindurch eine Apotheke in Treffurt in Thüringen innegehabt hatte, im Jahre 1882 die früher im Besitz des Herrn Apotheker Kalkhoff befindliche, damals unter dem Namen „Hygiaea" bekannte, jetzige Adler-Apotheke an der Fuldabrücke. Seitz hat sich um die Armen ­ pflege Kassels vielfach verdient gemacht, auch gehörte er seit langen Jahren dem Vorstand der in der Weserstraße gelegenen Kleinkinder - Bewahranstalt an. Er war ferner langjähriger Bezirksvorsteher des Kreises Fulda-Werra des deutschen Apotheker-Vereins.