133 In dir ward geschenkt, was fehlte, Da das Herz sich nach gesehnt. Wer ist, der die Gaben zählte? Wer, den nicht das Fest versöhnt? Hoffnung, Liebe wird und Glaube, Unserm Geiste neu erweckt, Und gesichert vor dem Raube Bleibt der Seele Zug versteckt. Sei uns Pfingstfest hochwillkommen, Daß sich Alt und Jung erfreu', In des Geistes Licht entglommen, Werde, was veraltet, neu! Schweige Weh und schweiget Klagen, Heute soll der Glockenschlag Hochgefühl und Freude tragen In die Welt soweit er mag. H. ?>>. I. Ienz in dkk Hrrmde. Wie meint's die liebe Sonne gut! Zwar kraust der Wind die blaue Fluth Des Wiesenwassers, doch im Grün Seh ich das erste Blümlein blühn. Die Spitzen roth — ein weißer Stern — Ich hab' dich, Gänseblume, gern. Gemahnet doch dein Farbenschein Mich der geliebten Heimath mein! Ja weiß und roth, ja roth und weiß! Welch' Hessenherze pocht nicht heiß, Sieht's diese Farben ans der Au Im fremden Lande — kahl und rauh! K. -Kattoft. Es saust der Wind, es brüllt die See, Im blassen Mondlicht glänzt der Schnee. — Sie schreiten stumm den Pfad empor, Nur Rabenkrächzen hört ihr Ohr, Und der Wind, der Wind weht schaurig. Sein Antlitz glüht, sein Haar ist wirr, Es schaut sein Auge müd' und irr; An seiner Seite geht das Weib, Im Purpurkleid den schlankeu Leib — Der Wind, der Wind weht schaurig. „Die Bahn wird steil, der Weg ist lang, Mir wird um's Herz so angst und bang, Mir wird um's Herz >vie lauter Glut, Bor meinen Blicken schwimmt's wie Blut." „Das ist nicht Blut, was vor Dir loht, Das ist mein Haar, wie Gold so roth, Es flattert lustig immerzu — Bald findeu wir im Thale Ruh, Nur der Wiud, der Wiitd weht schaurig." „Die Bahn ist steil, der Weg ist lang, Mir klingt's im Ohr wie Todtensang, Wie Grabgelünte dumpf und hohl — Das tönt für mich — ich weiß es wohl - Der Wind, der Wind weht schaurig." „Kein Läuten ist's, was die Nacht durchzieht, Es singt der wandernde Schwan sein Lied Schmieg' fest Dich an — so warm, so warnt Schläfst Du nun bald in meinem Arm. —" „Der Weg ist steil, der Weg ist weit — So grausig raunt's an meiner Seit', Es lugt durch's Dunkel starr und hohl - Der König ist's — ich weiß es wohl — Und der Wind, der Wind weht schaurig." „Der Köuig schläft für alle Zeit - Ich bin's, ich geh' an Deiner Seit', Dein ist das Reich nun, Dein die Krott', Ich selbst, ich bin der süße Lohn." „Ich schlug ihn todt, Du falsches Weib, Ich schlug ihn todt um Deineit Leib, Mein ist die Sünde riesengroß, Die läßt mich nimmer, nimmer los — Du hast mich selbst bethört, verlockt — Mein Herz wird Eis — mein Lebeit stockt — Es gähnt die Schlucht, der Sturmwind braust — Flieh, wenn Du kannst — mir graust — mir graust — Der Wind, der Wiitd weht schaurig." Er sinkt in's Knie am Felsenrand, Im leeren Dunkel sucht die Hand — Sie tritt zurück, sie schaudert leis', Sein Angesicht blickt bleich und weiß. — „Ich schlug ihn todt um Deinen Leib — Er war mein Herr, und Du sein Weib Es tobt um mich und heult und saust — Ich kann nicht mehr — mir graust — mir graust. „Laß' alles ruhen, was geschah .. . Ich seh' das Ziel, es winkt so nah — Mein Leib ist jung, tnein Mund ist roth, O süß das Leben, herb der Tod!" — Der Wind, der Wind weht schaurig.