122 wurde von dem Vorsitzenden. Herrn Bibliothekar Dr. Brunner, eröffnet, welcher zunächst die Per ­ sonalveränderungen im Monat April zur Kenntniß der Mitglieder brachte. Der Verein hat 5 Mit ­ glieder verloren, darunter den in Fulda verstor ­ benen Schriftsteller F. Zw eng er. welchem der Vorsitzende einen warm enipfundenen Nachruf widmete. Zwenger hat durch die vor 8 Jahren iws Leben gerufene Zeitschrift „Hessenland" zur Belebung des Interesses an der Geschichte unseres engeren Vaterlandes wesentlich beigetragen und der hessischen Geschichte große Dienste geleistet. Diesem Abgang von 5 Mitgliedern stellt sich ein Zugang von 19 Mitgliedern gegenüber, sodaß der Verein erfreulicher Weise einen Zuwachs von 14 Mitgliedern zu verzeichnen hat. Um die An- werbung neuer Mitglieder haben sich namentlich die Herren Postverwalter Siegel in Lichtenau und Dr. Zülch in Treysa verdient gemacht. Die dem Verein gewordenen Zuwendungen sind besonders werthvoll. Die Herren Gebrüder Landsiedel hatten vor Neuherstellung der Zimmer des zweiten Stockes ihres in der oberen Marktgasse Nr. 7 gelegenen Hauses die Herren Bibliothekar Dr. Brunner und Konservator Dr. Bickell in Marburg auf die Oel- inalereien der Wände ihrer Zimmer aufmerksam gemacht. Dieselben haben sich sowohl interessant für unsere Stadtgeschichte, als auch von hohem kunstgeschichtlichen Interesse herausgestellt. Die Reihe von Bildern stellt, so ist anzunehmen. Scenen aus einem Roman dar und sind die Helden in griechischen Kostümen gemalt. Die Wandbekleidung eines Zimmers haben die Herren Gebrüder Landsiedel dem Verein für hessische Ge ­ schichte und Landeskunde zum Geschenk gemacht. Sodanil hat der Verein interessante Beiträge von Herrn Bankier Herrlich. eine Urkunde der ersten Niederlassung seiner Vorfahren in Kassel ini Jahre 1134 und von Herrn Kaufmann Klemme eine Urkunde der Majoratsstiftung des Generals v. Schlieffen. außerdem das Programm des König ­ lichen Gymnasiunls in Marburg erhalten. Der Vorsitzende komint hierauf noch auf die in einer hiesigen Zeitung aus Kerstenhausen enthaltene Korrespondenz zurück, nach welcher das Denkmal von Kleinenglis, welches im Lause der Zeit durch Wind und Wetter arg beschädigt sei. wieder restaurirt und so der Nachwelt erhalten werde, und Herr Konservator Bickell theilt der Versammlung mit, daß in einer Eingabe bei Königlicher Regierung dieselbe ersucht sei, die Gemeinde zu beauftragen, das Denkmal wieder aufzurichten und dasselbe mit einem Gitter zu umgeben. Hieraus hielt Herr Rechtsanwalt Dr. Harnier den angekündigten Vor ­ trag über „Friedens- und Kriegsbilder aus der westfälischen Zeit" (nach Tagebüchern des Herrn Geheimen Medizinalraths Dr. Harnier). Der Vor ­ sitzende sprach am Schluß dem Redner für feinen interessanten Vortrag den Dank aus und bemerkte, daß hiermit die Reihe der dieswinterlichen Vorträge geschlossen sei. In der Pfingstwoche beabsichtigt der Geschichtsverein, den ersten Ausflug nach der Ruine Reichenbach bei Lichtenau zu unternehmen. (Kass. Tagebl.) Zur Vorfeier des 25jährigen Jubiläums der Kasseler städtischen höheren Mädchenschule fand am 30. April Abends 7 Uhr ein Festkonzert in der St. Martinskirche statt. Man hätte für diese Aufführung keine bessere Wahl treffen können, als die von A. Bredels Oratorium „Der zwölf ­ jährige Jesus". — An die wohlgelungene Vorfeier^ (schloß sich am 1. Mai Vormittag 10 Uhr die eigentliche Schulfeier im großen Stadtparksaale an. der schon lange vorher dicht mit Festgästen gefüllt war. Mit der hier schon öfters gehörten Hymne „Der Herr hat Großes an uns gethan" von A. Brede, wurde die Feier durch den Sängerinnen-Chor der höheren Mädchen ­ schule eröffnet. Alsdann bestieg der Leiter der Jubel- Anstalt. Herr Direktor Dr. Krummacher, die Rednertribüne. um die Festrede zu halten. — Daraus folgte die vom Herrn ^Musikdirektor B rede eigens für den Jubeltag komponirte Jubelkantate für Soli und Chor. welche den weihevollen Ab ­ schluß der Feier im Stadtparksaale bildete. — Nachmittags fand ein Festessen im Lesemuseum statt. (K. Tgbl.) W. Aus Leipzig wird uns geschrieben: Am Ostermontag, den 26. März d. I., verabschiedete sich Herr Dr. tbsol. st phil. Johann Georg Dreydorff. Pastor der evangelisch-reformirten Gemeinde zu Leipzig, nach 2 7 jähriger Amtsthätig ­ keit von seiner Gemeinde, um in den Ruhestand zu treten. Unser verehrter Landsmann (Herr Pastor Dreydorff stammt aus Ziegenhain) hat sich in der langen Zeit seiner Wirksamkeit in Leipzig Vieler Herzen zu nie erlöschendem Danke verpflichtet und durch seine ausgezeichneten Kanzelreden wie durch seine hingebende Seelsorge manchen Zwiespalt im Herzen und Gewissen seiner Zuhörer versöhnt und dadurch nicht Wenige der Kirche gewonnen oder erhalten. Die Dankbarkeit seiner einzigen Ge ­ meinde zeigte sich denn auch in einem überaus starken Besuche des letzten von ihm geleiteten Gottesdienstes. — Am 31. März, dem letzten Tage seiner Amtsthätigkeit, begaben sich sodann sämmt ­ liche Mitglieder des evangelisch-reformirten Kon ­ sistoriums zu Leipzig in die Wohnung des Herrn Pastor Dreydorff, um ihm durch den Mund ihres