103 iu der Nummer vom 30. Dezember 1875 darüber folgendermaßen aus: „Zum letzten Male erscheint am heutigen Tage der „Hessische Beobachter, Fuldaer Anzeiger" unter meiner Redaktion, mögen mir deßhalb zum Abschiede wenige Worte an die verehrten Leser vergönnt sein. Gründer des Blattes und Herausgeber desselben seit dem Jahre 1868 habe ich es oft erfahren müssen, daß das Leben eines Redakteurs nicht auf Rosen gebettet ist. Wider ­ wärtigkeiten und Chikanen aller Art sind mir nicht erspart geblieben, aber ich habe nicht den Muth verloren. Nach meinen bescheidenen Kräften habe ich das Ziel verfolgt das ich mir gestellt. Ich bin mir bewußt, was redliches Streben und Opferwilligkeit betrifft, meine Schuldigkeit gethan zu habe», und der Trost ist mir geblieben, daß das von mir geleitete Blatt einen guten Klang sicherworben, daß es unter den ersten genannt wird, wenn von den selbst ­ ständigen , freisinnigen politischen Zeitungen unseres. Hessenlandes die Rede ist. Konnte es da fehlen, daß dasselbe viel und gern gelesen wurde, daß dasselbe eine weite Verbreitung ge ­ wann , daß es Freunde und Mitarbeiter fand, die ihm treu zur Seite standen? Ihnen vor allem sei mein tiefgefühlter Dank ausgesprochen. Aber auch Dank den andern, die mir, freilich auf ihre Weise, genützt! Dank allen jenen, die mir Gelegenheit gegeben, gründliche Kenntniß des Preßgesetzes zu erwerben, — Dank ferner den edlen Seelen, welche unter dem Deckmantel der Anonymität und geschützt durch die Dis ­ kretion des Redakteurs diesen dem Odium über ­ ließen, welches ihre Artikel erzeugt, — sie haben meine Menschenkenntniß bereichert, — Dank endlich denjenigen, die, nicht wählerisch in ihren Mitteln, dem Blatte ihre absonderlich fromme Fürsorge widmeten, — sie haben mich gelehrt, der christlichen Tugenden eingedenk zu sein. Auch diesen allen meinen Dank! — „Denn Brutus ist ein ehrenwertster Manu, das sind sie alle, alle ehrenwerth." — — Erst vier Jahre später, im Jahre 1880, nach ­ dem der „Beobachter" mit Ablauf des Jahres 1879 sein Erscheinen eingestellt hatte, trat Zwenger wiederum litterarisch iu die Oeffent- lichkeit. Er begründete damals die Zeitschrift „Buchonia", eine „Wochenschrift für Politik, Litteratur und vaterländische Geschichte", die eben ­ falls bei Hammer gedruckt, zu dem außerordent ­ lich geringen Preise von 1 Mark und 20 Pf. vierteljährlich ausgegeben wurde. In diesem Blatte, dessen Spalten seine Feder vorzugsweise ausfüllte und dessen Hauptlast aus seinen Schul ­ tern ruhte, veröffentlichte er zahlreiche, iu ihrer volkstümlichen Form treffliche Aufsätze zur Geschichte namentlich der alten Fuldaer Diözese. Aber noch weniger als der „Beobachter" war die „Buchonia" geeignet, ihrem Begründer mehr als Beifall und Anerkennung zu bringen. Zwenger setzte bei dem neuen Unternehmen fast sein ganzes noch übriges Vermögen zu und sah sich bereits am 28. Juni 1882 genöthigt, das Erscheinen der Zeitschrift einzustellen. Nicht au Abonnenten, so sagt er in der Schluß ­ nummer, habe es ihr gefehlt, wohl aber au den nöthigen Inseraten, um das Blatt über Wasser zu halten, — konnten doch die niedrigen Abon ­ nementsgelder sicher kaum die Herstellungskosten decken! Seine Hoffnung, das Wiedererscheinen der „Buchonia" im Herbste „unter günstigeren Auspizien" zu ermöglichen, ging nicht in Er ­ füllung, und so wandte Zwenger, an mancher Enttäuschung reicher, der Heimathsstadt den Rücken; mit dem 16. November 1882 übernahm er die Leitung der 1880 von Berlit begründeten freisinnigen „Kasseler Zeitung", die er bis zum 22. Februar 1887 beibehielt. Aber noch ehe Zwenger die im Dienste der politischen Tagespresse bis dahin rühmlich geführte Feder endgiltig aus der Hand legte, faßte er einen Plan, dessen spätere Ausführung ihm einen dauernden Ehrenplatz in unserer hessischen Historiographie sichert. Es war im Spätherbst des Jahres 1886, als im Kaffee Derzeit zu Kassel eines Abends aus Einladung Zwengers und des damals gerade anwesenden vr. Daniel Saul, unseres trefflichen, den Lesern des „Hessenlandes" durch seine schönen Gedichte be ­ kannten Landsmannes, eine Anzahl Männer zusammentraten, die sich auf dem Gebiete der hessischen Geschichte bereits bethätigt hatten, um über die Gründung einer Zeitschrift zu berathen, welche in kürzeren Zwischenräumen erscheinend, der Pflege der hessischen Geschichte und Litteratur ausschließlich gewidmet sein sollte. Ueber die Sache war man bald einig, auch die Schwierig ­ keit eines passenden Namens für das neu zu gründende Blatt endlich überwunden, und so trat unser „Hessenland" in's Leben. Es war ein glücklicher Griff Zwengers, die Gründung dieser populär-wissenschaftlichen Zeitschrift, deren erste Nummer am 22. Dezember 1886 ausgegeben wurde. Belehrt durch den Mißerfolg seiner „Buchonia", in der er die unmögliche Vereinigung von Politik und Wissenschaft versucht und erstrebt hatte, verbannte er jene nunmehr ganz und gar aus seinem „Hessenland" und vermied ängstlich alles, was nur entfernt an diese Zerstörerin der