99 der Darstellung mit hineingezogen. Ueberall findet der Leser neben der genauen Beschreibung der Wege, der Entfernung u.s. w. topographische, ge ­ schichtliche, kulturhistorische, vielfach auch auf die Sage bezügliche Angaben über die betreffende Gegend intb den in Frage kommenden Ort, zudem erleichtern kleine Spezialkärtcheu das Auffinden derselbell und die Orientirung. Indessen sotten auch einige Mängel des „Führers" nicht verschwiegen werden, die bei einer neuen Auflage zweifellos eine Verbesserung erfahren. Zu ­ nächst vermißt man als Einleitung eine geographische Uebersicht über das ganze Gebiet, wo auch geo ­ logische, klimatologische und ethnographische Notizen Platz ftnbeit könnten, die gewiß manchem Benutzer des Buches sehr willkommen wären. Sodann fehlt ein einheitliches Namensregister. Das Vorhanden- sein eines solchen in der Mitte und eines anderen am Schlüsse des Merkchens erschwert doch jedem, der das ganze Gebiet noch nicht genau kennt, die Orientirung. Zur Entschuldigung dient hierbei allerdings, daß die einzelnen Abschnitte des Buches zu verschiedenen Zeiten entstanden sind und die Herstellung eines das ganze Werk um ­ fassenden Namensverzeichnisses aus äußeren Gründen nicht mehr möglich war. Vielleicht dürste es sich auch empfehlen, in Zukunft eine allgemeine, wenn auch nur kleine Uebersichtskarte des ganzen Gebiets hinzuzufügen, wie sie sich in anderen, ähnliche Zwecke verfolgenden Reiseführern findet. Alles in allem wird aber das vorliegende Buch jedem, der unsere schönen oberhessischen Berge durchstreifen will, ein schätzbarer Rathgeber und Begleiter sein, und kann dasselbe daher nur an ­ gelegentlichst empfohlen werden. Hoffen wir, daß dem „Führer durch Oberhessen" nun bald auch der oberhessische Touristenverein nachfolgen möge. Marburg a. L. Hrnik Wecker. Soeben erschien in dem Verlag derN. G. Elwert'schen Universitätsbuchhandlung zu Marburg: „Hessisches Buchdruckerbuch" enthaltend Nachweis aller bisher bekannt gewordenen Buchdruckereien des jetzigen Regierungs-Bezirks Kassel und des Kreises Biedenkopf. Im Aufträge des Marburger Geschichts ­ vereins bearbeitet und herausgegeben von dessen zeitigem Vorsitzenden Dr. Gustav Könn ecke. Mit Abbildung von 96 Buchdruckerzeichen. 35*/2 Bogen, gr. 8°. geb. 12 Mark. — Unter diesem Titel ist nunmehr das dritte Buch, das durch die vom Marburger Geschichtsverein 1890 veranstaltete Gutenberg-Ausstellung veranlaßt wurde, erschienen. Es zerfällt in zwei Abtheilungen; die erste enthält Nachweise über sämmtliche in dem angegebenen Gebiete bekannt gewordenen Druckereien ; die zweite enthält Nachrichten über die 1890 — 92 dort be ­ triebenen 87 Druckereien. Ueber jede dieser 87 bestehenden Druckereien giebt ein je von derselbell selbst gedrucktes Blatt Auskunft; das ganze Bnch- druckerbuch ist also von 87 Druckereien hergestellt. Am umfangreichsten ist die erste Abtheilung (362 Seiten); sie giebt über sämtliche Drucker, die je in dem angegebenen Gebiete druckten, auch über die 87 jetzt vorhandenen Firmen, die die Nachweise der zweiten Abtheilung selbst druckten, genaue Auskunft. Und zwar sind behandelt 44 Druckorte mit etwa 450 Druckereien. Von allen diesen Druckereien und ihren Inhabern werdell genaue historische Nachrichten gebracht, die aus Akten des Marburger Staatsarchivs und sonstiger Behörden, aus den Kirchenbüchern und aus der gesammten in Betracht kommenden gedruckten Literatur geschöpft sind. Eine besondere Berücksichtigung ist den hessischen Zeitungen zu Theil geworden ; sie sind häufig die einzige Qllelle, ans denen die Zeit, in der eine Druckerei thätig war, genau bestimmt werden kann. Daß auch die Geschichte des Buch ­ drucks im Allgemeinen, die allgemeine politische hessiche Geschichte, die Geschichte des Buchhandels, der Preßverhältnisse, der Zensur, der hessischen Literatur und Kultur vielfach berücksichtigt wird, ist selbstverständlich. Auch die beigegebenen Nach ­ bildungen von 96 Buchdruckerzeichen (in Original ­ größe) werden jedem Freunde der Bibliographie und Druckgeschichte willkommen sein. Besonders hervorzuheben ist, daß die Geschichte aller hessischer Buchdrucker bis in unsere Zeit hinein behandelt ist: es ist das erste Werk, das auf so breiter historischer und so sicherer urkundlicher Grundlage die Geschichte des Buchdrucks in einem Territorium von den ältesten Zeiten bis aus unsere Tage be ­ handelt, da die meisten Lokalsorscher meist kaum noch das XVII. Jahrhundert berücksichtigen. — Aus ­ führliche Register erleichtern die Benutzung des Werkes; das erste, die hessischen Buchdrucker und alle, die dazu gehören, umfassend, giebt mehr als 1000 Namen; das zweite bringt über 200 Druckorte Deutschlands und des Auslandes, die in den beiden Abtheilungen des Werkes vorkommen, so daß auch die allgemeine deutsche und die ausländische Drucker ­ geschichte manchen Nachweis und Gewinn aus dem hessischen Buchdruckerbuche sich holen kann. Bedenkt man, daß bibliographische Werke, die nur Buch ­ druckerzeichen, und noch nicht einmal in so großer Anzahl wie das hessische Buchdruckerbuch sie giebt, bringen, 20 und mehr Mark kosten, so kann der Preis bei der vorzüglichen Ausstattung, die das