36 11) Ihre Hoheit die Frau Prinzessin von Anhalt, Prinzessin von Hessen; 12) Ihre königliche Hoheit die Großherzogin von Baden; 13) Ihre königliche Hoheit die Prinzessin Louise voll Preußen; 14) Se. königliche Hoheit der Prinz Friedrich Leopold von Preußen; 15) Ihre königliche Hoheit die Prinzessin Maud von Wales, Prinzessin von Großbritannien und Irland; 16) .Ihre Hoheit die Frau Prinzessin Aribert von Anhalt, Prinzessin zu Schleswig-Holstein- Sonderburg-Augustenburg; 17) Professor Waldemar Gillhausen. Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich hat sich bereits am 11. Januar wieder nach Berlin zurück ­ begeben. Prinz und Prinzessin Friedrich Karl haben nunmehr in Schloß Rumpenheim Wohnung genommen. Ohm und Onkel. Erzählung von C. von Dincklage-Campe. (Fortsetzung.) VI. Agnese von Loßberg hatte ihren bleibenden Aufenthalt bei der Großmutter i» Welsen genommen. Zu Haufe entbehrte sie Niemand, die junge Stiefmutter wußte den älteren Mann vollauf in Regsamkeit zu erhalten. „Ohm," sagte Agnese eines Tages 311 Tankmar, „ ich möchte Sic um etwas bitten. Geben Sie mir nicht immer eine Ausnahmestellung, als ob ich von anderer Art wäre als Sie selber und die Großmama. Sie beide kommen allen meinen Wünschen gütig entgegen, aber die alte Frau verlangt auch etwas von mir, ja, wenn ich die Arbeit nicht recht mache, giebt sie mir eine» Ver ­ weis. Sie dagegen geben immer und fordern niemals; ja, ich bin oft im Unklaren, ob mein Begehren nicht Ihren Neigungen entgegenstrebt, aber stets erfüllen Sie dasselbe. Lassen Sie mich mitunter auch zu Ihrer Annehmlichkeit und Bequemlichkeit beitragen, oder verweigern Sie mir getrost, was Ihnen nicht Paßt, ich bin doch kein Kind, das immer seinen Willen haben muß." Das Mädchen sprach in der offenen, vertrauenden Weise, die sich die Nichte im Verkehr mit dem Ohm bewahrt hatte, und blickte ihn erstaunt, mit fragenden Augen an, als während ihrer Worte dunkle Rothe ihm iu's Antlitz stieg. „O Agnese," begann er, „Du mußt hier alle Freuden der Jugend entbehren, während Du für uns Licht und Sonnenschein bist." „Ich bin so glücklich hier," sagte sie mit dem Tone der Ueberzeugung, „niemals möchte ich in mein Vaterhaus zurückkehren." Er blickte sie an, so sonderbar prüfend, daß sie unwillkürlich die Augen niederschlug. „Agnese," nahm er dann das Wort, „ich habe einmal geglaubt, das sei Liebe, was ich für Deine Stiefmutter empfand. Jetzt weiß ich seit lange, daß dies aufregende Getändel nichts gemein hat mit dem tiefen, innigen Gefühl unwandelbarer Liebe, welches Du mir einflößest. Nun du selbst mir den Muth giebst, dem bisherigen zaghaften Zaudern ein Ende zu machen, frage ich Dich, ob Du mein Weib werden willst, mein höchstes Glück." Der Baron hatte seiner Nichte Hand erfaßt, er fühlte sie in der seinigen eiskalt werden. Ihre Wimpern waren gesenkt, aber ein warmer schwerer Tropfen stahl sich unter ihnen hervor und fiel auf Tankmar's Rechte nieder. „Ich wollte lieber ein Glied verlieren", sagte sie todestraurig, „als Euch betrüben, dennoch kann ich Eurem Wunsche nicht willfahren." Es ging ein fahler Schein über des Mannes Gesicht. „Genug," sprach er bitter „ich hätte mich von der einen Erfahrung belehren lassen sollen, ich büße meine eigene Thorheit. — Weine nicht, Agnese, Deine Thränen brennen auf meinem Herzen. Laß vergessen sein, was ich gesprochen habe. Sei fröhlich, damit ich nicht zu fürchten brauche, Deine Jugend getrübt zu haben." Der Nachhall dieser Stunde bebte aber, trotz ­ dem derselben mit keinem Worte gedacht wurde, in allen Gemüthern nach. Der Kummer ihres Sohnes konnte auch der treuen Mutter nicht verborgen bleiben. Im Stillen hatte sie längst Tankmar's Wunsch getheilt und konnte es nicht begreifen, daß Agnese ihn ausschlug. Mit dein Scharfblick verschmähter Liebe ahnte der Baron vielleicht, daß das Mädchen nach dem bevorzugten Bruder ausschaute, aber das trug nicht dazu bei, ihm die Entsagung leichter zu machen. Männlich sich beherrschend fand er der Schwestertochter gegenüber bald den früheren Ton