13 Juch rin Rruchhrsrvlinsch. Da stehn wir an des Jahres Grenzen Und prüfen, was es uns geschickt, Ein Haufen ist's von Influenzen, Mit denen uns das Schicksal zwickt. Des Einen Influenza-Schmerzen - Sie rühren Vvn den Steuern her, Denn die Finanzminister-Herzen Sind nach den Steuern voll Begehr. Des Andern Schmerzen wieder haben In niedern Zöllen ihren Grund, Denn daran kann sich nimmer laben Der kampfbereite Landwirthbund. Was mich jedoch influenzitisch Bedrängt, bedrückt und schmerzt und quält, Das ist: daß man daheim politisch So gern sich fremde Geister wählt; Daß man im alten Hessenlande Vergißt des alten Stolzes Rest Und zollfrei gcist'ge Contrebande Für Stellen sucht im eignen Nest. Für dieses Stück vvn Influenza Fehlt mir Verständniß, Herz und Sinn, Drum wünsch' ich denn als Konsequenz da: Sie fahr' mit Stumpf und Stiel dahin! Das alte Jahr mag sie begraben, Die nie den Hessen eigen war, Denn Geist ist auch zll Hans zu haben, - Darauf mein — Prosit neues Jahr! Gark ree er. Aus alter und neuer Irrt. Ein hessischer Mäßigkeitsverein aus dem Jahre 1601. Die Mäßigkeitsvereine sind nicht erst neueren Ursprungs. Schon 1517 gründete Sigmund von Tietrichstein zu Graz in Steyermark einen solchen Verein unter dem Titel St. Christophs ­ orden, und am 14. Dezember 1601 wurde zu Heidelberg vom Landgrasen Moritz von Hessen ein Orden der Mäßigkeit gestiftet, dessen Statuten wir nach Chr. v. Rommel, Geschichte von Hessen, Bd. 6, S. 357 sf. nachstehend wiedergeben: „Zu wissen sei Jedermänniglich, daß bei jetziger Chur- und fürstlicher Zusammenkunft allhie zu Heidelberg zu Vorkommung übermäßigen Trunkes, wie auch andern unordentlichell Wesens, so leichtlich nß übermäßigem Trunk entstehen mag, sonderlich aber zll Gottes Ehren, als der da gebeut, sich vor Fressen und Saufen zu hüten, Lucas 21 , sich die durchlauchtigste, durchlauchtige, und hochgeborene, auch wohlgeborene und edle Herren Churfürsten, Fürsten, Grasen, Herren und Rittermäßige, in der Subscription benennte gutes Wissens und Willens mit einander beredt und verglichen haben, wie hiernach folgende Artikel auswerfen. Zum Ersten wollen Alle und iede in diesem Orten Temperantiae begriffene sich verpflichtet haben, von dato dieses den 24. Decembris in- lauffenden eintausend sechshundertstel! Jahrs bis ns künftigen 25. Decembris des 1602 Jahrs, alles Vollsausens, in was das Getränk auch das sein möge, zu enthalten. — Zum Andern. Damit dieses so viel desto ge ­ wisser gehalten werden möge, so wollen hoch und wohlgedachte Ordensverwante obgesagte ganze Zeit über os eine Malzeit nit mehr als sieben Ordens- Becher mit Wein ostrinken, auch sich durch keinerlei Weg, wie die Namen haben mögen, bei einer Mal ­ zeit mehr in Wein außzutrinken bewegen lassell. — Zum Dritten. So will auch kein Ordensverwanter in vier und zwanzig Stllnden mehr als zwo Malzeit halten , da ban bei jeder Malzeit sieben Ordens ­ becher mit Wein zu trinken erlaubt fein sollen, außerhalb Malzeit aber, es sei zllr Suppen, zwischen den Malzeiten, oder nach der Abendmalzeit zum Schlaftrunk, soll keinem erlaubt sein, einzigen Trunk, Glas oder Becher Wein mehr zuzusetzen. Zum Vierten. Da aber je einer zur Suppen Wein trinken müßte, oder wolte, sol er doch schuldig sein, dasjenige so er an Wein getrunken, von den sieben Morgenmalzeits-Bechern abzukürzen, also und dergestalt, daß nach verrichter Morgen ­ malzeit die sieben Morgenmalszeitsbecher nit über ­ schritten seien. — Zum Fünften. Gleichergestalt, so einer zwischen den Malzeiten, oder aber auch der Abendmalzeit, zum Schlaftrunk Wein trinken müßte, oder wolle, soll er doch das, so er uff solche Zeit an Wein getrunken, an den sieben Abendmalzeits ­ bechern abzurechnen schuldig sein, also und der ­ gestalt, daß wan einer schlafen gehet, die sieben Abendmalzeitsbecher nit überschritten seien. Zum Sechsten. Damit auch keiner über Durst zu klagen, so soll einem jeden sowohl zu beiden Malzeiten, als außerhalb deren, zu jeden Zeiten erlaubt sein, Bier, Sauerbrunn, Wasser, Juleb, und dergleichen schlecht Getränk mit zuzutrinken, doch mit der Bescheidenheit, daß der erste Satz nit überschritten. Zum Siebenden. Jngegen aber soll keinem erlaubt sein, seine Ordensbecher mit gebrannten hispanischen