Briefe des Freiherrn von Dalwigk 1794 - 1807. 183
— — — Haben Sie die Gnade der
Frau von Haack meinen Respeckt zu versichern und alles gute
zu wünschen; auch dem Schönstädtschen Hause empfehlen Sie
mich bestens. — — — — Bringt der Todt des Grafen
Bassenheim unserm Rau nichts ein? Das ist wahr, die große
Madolainoe*) ist nach dem Ausdruck unserer Damen die alles gött—
lich und himmlisch nennen, ein gött licher Kammerjuncker. —
Vor einigen Tagen ist der Liéutenant von Weyrach, **)
unser Adjutant von Stralsund zurückgekommen; er sagt uns
daß daselbst 6000 Mann der schönsten Truppen in Garnison
stehen. Im Hafen liegen 50 Schiffe von der Scheeren-Flotte.
An den Vestungswercken ist im vorigen Jahre sehr starck ge—
arbeitet worden, und sobald es die Witterung erlaubt wird
die Arbeit fortgesez.. Der König ist mit sehr viel Freude
an allen Orten Schwedens empfangen, und mann bezeigt ihm
viel Liebe, der Königin aber, so eine liebenswürdige Dame
sie ist, weniger, da sie so sehr an ihr Vaterland hängt und
unvorsichtig genug ist, dies den Schweden entgelten zu lassen. —
Der König soll bey seiner Ankunft in Stralsund so er—
bittert gegen die Franzosen gewesen seyn, daß er mit den
dort befindlichen 6000 Mann einen Einfall in Lauenburg
hat machen wollen.**) —
Wenn Sie theuerster Vater den Major von Lleist noch
vor seinen Abmarsch sehen, so empfehlen Sie mich ihm doch,
und sagen ihm, daß er bey seinen Bruder den Oberforstmeister
nach Kolbitz ins Quartier kommt; ebenso daß der Major
Graf von Sparr vom Leib-Carabinier-Regiment (ein alter
) Die große Madelaino scheint ein Spitzname für eine Persönlich—
keit aus der Gesellschaft zu sein. (vielleicht für Rau?)
) Leutnant von Weyrach stand im Regiment Prinz Ludwig Ferdinand
und war Adjutant bei dem aus beiden Regimentern kombinirten Grenadier—
Bataillon; er gehörte zu den näheren Freunden Dalwigks; er war zuletzt
kommandirender General des III. Armeekorps.
»xx) Diese 6000 M. müssen also preußische Truppen gewesen sein;
wie sie aber dorthin kamen, habe ich nicht ermitteln können.