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darin zerstreut. Großschnauzbart erscheint endlich selbst, legt seinen
Kopf in des Mädchens Schooß und läßt sich lausen. Bärensohn
schlägt ihm zweimal mit dem Kolben auf den Kopf, er spricht jedes—
mal da beißts mich!“ bis ihm das Mädchen sagt es sei keine Laus
sondern ein Mann der ihn schlage. Großschnauzbart springt zornig
auf, Bärensohn wirft seinen Kolben weg und entflieht. Er gelangt
zu einen Strom, ein Mann der da Weizen wurfelt, nimmt ihn auf
seine Schaufel und schwingt ihn hinüber. Großschnauzbart aber ist
mit einem Satz über dem Strom. Jetzt rettet sich Bärensohn in den
Ranzen eines Mannes, aus dem dieser türkischen Waizen zu säen be—
schäftigt is. Als Großschnauzbart heran kommt, sagt ihm der
Mann Bärensohn sei längst entflohen, und er muß unverrichteter
Sache abziehen. Der Mann der immer eine Hand voll Samen in die
Erde streut, die andere in den Mund steckt, vergißt des Bären—
sohns und steckt ihn mit einer Hand voll Körner in den Mund.
Baͤrensohn springt zwischen den Zähnen herum, bis er sich in einen
hohlen Zahn*) rettet. Als der Sämann Abends heimkommt, ver—
langt er einen Zahnstocher. Es werden eiserne Stangen gebracht,
diese auf beiden Seiten in die Höhlung des Zahns gestemmt und
Bärensohn mit einem Druck herausgeschnellt. Der Mann der ihn
ganz vergessen hatte, verwundert sich darüber. Bärensohn setzt sich
mit zu Tisch und fragt den Wirth warum gerade der eine Zahn hohl
sei. Der Wirth erzählt nun eine Geschichte, wie er einmal mit zehn
Gesellen, vierzig Pferden und den Salzsäcken die diese getragen, in
einer Höhle bei Regenwetter habe übernachten müssen. Morgens
seien sie erst gewahr worden, daß was ihnen eine Hoöhle geschienen,
nichts als ein Menschenschädel gewesen. Ehe sie aber noch herausge—
gangen, sei ein Weinberghüter daher gerannt, der, um einen Vogel
zu verscheuchen, den Schädel auf seine Schleuder gelegt und ihn auf
ein benachbartes Gebürg geworfen habe. Beim Herabfallen sei ihm
der Zahn abgebrochen, in welchem Bärensohn gesteckt habe.
Bis dahin wo der Bärensohn sich verheirathen will, ist es
sichtbar unser deutsches Märchen von dem jungen Riesen (Nr. 90),
*) Gerade mit diesem Zug schildert das Riesenwesen auch das englische
Märchen von Jack dem Riesentödter, ach', sagt der Königssohn, wir werden
kaum einen hohlen Zahn des Riesen ausfüllen' (Tabart 3, 14). In dem
ostreich. Däumling kommt etwas ähnliches vor (vergl. Anmerkung zu Nr. 45).