Full text: Sammelband

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vorsichtige Auswahl des Baumaterials. Baustoffe aus Abbrüchen 
dürfen nur benutzt werden, wenn jeder Verdacht auf Verseuchung 
ausgeschlossen ist. Am sichersten fährt man, wenn man neues Bau— 
holz nicht erst lange ablagern läßt — die Infektion droht schließlich 
überall —, sondern es möglichst rasch verwendet. Auch Schutzanstriche 
zur Abhaltung von Keimen haben sich bewährt. Hat sich der Haus⸗ 
schwamm erst einmal in einem Bau eingenistet, dann ist er nur mit 
großen Schwierigkeiten zu entfernen; alles nur irgendwie verdächtige 
Material muß beseitigt werden, und sowohl die Umgebung wie die 
Ersatzstoffe sind energisch zu entkeimen. Das Austrocknen der Um⸗ 
zebung genügt keineswegs. 
Man glaubte auch die Entstehung der Arebsgeschwulst in Be— 
ziehung nicht nur zu feuchten Wohnungen, sondern auch zum Haus⸗ 
schwamm setzen zu dürfen. Es wird über „Krebshäuser“ berichtet, 
in denen sich die Krankheitsfälle häuften und wo zumeist auch der 
tzausschwamm festgestellt wurde. Den Beweis des Zusammenhangs 
zu erbringen, ist jedoch nicht gelungen. Wenn auch die eigentliche 
Ursache des Krebsleidens noch unbekannt ist, so viel wissen wir, daß 
es in einzelnen Familien häufiger auftritt als in anderen; eine 
Entstehung durch Ansteckung ist nach dem heutigen Stande der Krebs- 
forschung höchst unwahrscheinlich, doch kann die Vererbung der Emp⸗ 
fänglichkeit für Krebsgeschwülste eine Rolle spielen; auch ist es 
möglich, daß dieselben Lebensverhältnisse, Gewohnheiten, Mißbräuche 
in allen Samilienmitgliedern zugleich für das Wachstum des Krebses 
zünstige Bedingungen schaffen. Forschungen, die sich über ganze 
Städte erstrechen, konnten zwar, wie in Amsterdam, feststellen, daß 
in den alten Vierteln zweifellos mehr Todesfälle an Krebs vor. 
kommen als in den neuen. Das liegt aber daran, daß die Fa— 
milien, in denen eine Krankheit von so langer Dauer, wie Krebs, 
festen Fuß gefaßt hat, sich sozial verschlechtern und in ihren Woh⸗ 
nungsansprüchen herabgehen, mithin auf die in den alten Stadtteilen 
gelegenen billigen Quartiere angewiesen sind. 
Ob klimatische Verhältnisse oder die geologische Gestaltung des 
Bodens von Einfluß auf die Entstehung des Krebses sein können, 
bleibe dahingestellt; auch hierfür fehlt vorerst der Beweis. Ein Zu— 
sammenhang der Krankheit mit der Wohnung ist unwahrscheinlich, 
und ein solcher mit dem hausschwamm vollends ist, wie in Breslau 
von Frief' festgestellt wurde, wo in 200 Schwammhäusern der
	        
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