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Hätt' ich nicht getödtet ihren Vater!
Hätt' ich nicht geschlafen bei ihrer Mutter»
„Du, der getödtet unsern lieben Vater,
Du lügst von unsrer lieben Mutter."
Sie zogen das Schwert so jungfräulich,
Sie schlugen «uf ihn so männiglich.
Sie sieben Herr Erland zu Stücken alsbald,
Wie liegen die Splitter in dem Wald.
Da weinten die Jungfräulein schön.
Als sie sollten darnach zur Beichte gehn.
Sie gewannen nichts anders für Herr Erlands Tod,
Für den der heimlich mir verlobt!
Als drei Freitage bei Waßer und Brot.
Sie wohnt in dem viel grünen Wald!
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Jungfräulicher Muth.
Die Tochter fragte die Mutter:
Da fällt so schön ein Neif!
Hatt' ich nimmer einen Bruder?
So wohl da gehet das Tanzen!
„Gute Brüder hast du gehabt:
Die sind nun in des Grafen Macht."
Die Jungfraue ging zu dem Stall,
Sie trieb heraus die Fohlen all.
Trieb den braunen heraus, den grauen auch,
Dem besten legte sie den Sattel auf.