© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 393
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I. willekome varender man i)!
wo lege 2) du hinaht?
oder womite were du bedaht z)?
oder in welrehande 4) wise
d.
bejagestn
r) Eine Zeile, die auf man reimte, scheint hier zu feh
len, allein in der alteren Gestalt des Lieds, wel
che gerade durch die Unvollständigkeit der jetzigen blickt,
braucht nichts mehr gestanden zu haben; wi^ denn auch
dem Sinn nichts mangelt. Mit: GotUV^konrni! em-
pfaht man den eintretenden Pilgrim, daher heißt in der
W E. H. wiskumo ein Gast, der zu besuchen (wison) kommt,
t/7w*w / CUI anlangender Bote wisboto. Die altdeutschen hatten
/m X&U'fiu /^^och die schönen Manns- und Frauensnamen: Williko-
s) / .i §> mo und Willikoma (woraus das ital. denvenuro über
setzt wurde, nicht umgekehrt) von wil- (wel- wol-) freu
dig, lustig, wie im a. s. wilboda gmus nuntius —
und noch manche andere ähnliche Namen z. B. Aei-
zikomo (von zelz, zart, srendig, lieb) vergl. das iss.
hallkvamr. — 2) Lage, wäre alte Perfecta statt: lägest,
wärest (Hildebr. L. wurti, Weßobr. chipi) und so genug
bei Dichtern des 13. I. H. — 3) Bedacht, bedeckt,
weil Dach und Decke eins. Im Anh. zum Wnnderhorn
S. 69. steht ein paralleler Volksreim: "guten Abend, gute
Nacht! mit Rosen bedacht, mit Naglein besteckt, schlupf
unter die Deck!" -- 4) Welcherlei - Hand heißt gleich
lei (land, hlutr, led) häufig so viel als Sache, Theil. Im
hessischen Bauerndialekt, wie im niederland. bedeutet ei
nerlei:
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