sowie auch bei gelegentlichen späteren Besuchen von Schloß Friedrichshof
aus, bewegten sich die Kaiserlichen Herrschaften ohne jede Begleitung
auf den Straßen und in den Promenaden Homburgs, so daß der Vorüber—
gehende dieselben oft erst im letzten Augenblick bemerken konnte. Wenn
man des Morgens zum Dienste ritt, begegnete man häufig der vom Morgen⸗
ritt bereits heimkehrenden Kaiserin, und oft richtete dieselbe dann huldvolle
Worte an die ihr begegnenden Offiziere.
Mehrfach wurden diese auch, namentlich der Kommandeur und die vier
Hauptleute, zum Frühstück im kleinsten Kreise der Kaiserlichen Familie
befohlen. Am 4. Mai wohnte Ihre Wajestät mit den drei Prinzessinnen
zu Pferde der Besichtigung des Bataillons bei, und am J. August erschienen
die hohen Herrschaften mit dem Kronprinzen, jetzigen König von Griechen⸗
land beim Offizierschießen, wo sie an dem kleinen Imbiß teilnahmen und
mehrere Preise für das Schießen, für welches sich alle lebhaft interessierten,
stifteten. Der Kronprinz von Griechenland besuchte in diesen Jahren auch
mehrfach das Offizierkasino in Homburg. Ebenso erschienen im Wiesbadener
Offizierkasino mehrfach die Prinzen Christian-Viktor und Albert, Söhne
der Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein, Schwester der Kaiserin
Friedrich. Die Prinzessin ehrte das Regiment, indem sie mit den Prin⸗
zessinnenTöchtern Viktoria und Luise zu einem vom Regimentskomman—
deur, Oberst v. Saß, gegebenen Balle erschien, zu dem auch die Offiziere
des Homburger Bataillons geladen waren.
Die Manöver fanden zwischen Friedberg und Homburg statt.
1890.
Die Neuformation dieses Jahres und die darauffolgenden Monate
brachten dem Regiment einen Abgang von 26 Offizieren (von 75), darunter
der Regimentskommandeur, Oberst v. Saß, 3 Bataillonskommandeure,
sowie 7 Kompagniechefs.
Oberst v. Saß kehrte drei Jahre später als Generalleutnant z. O. nach
Wiesbaden zurück. Wie die früheren Kommandeure, so ist auch er in dau⸗
ernder Berbindung mit dem Regiment geblieben.
Sein Nachfolger wurde Oberst v. Gersdorff, welcher, zuletzt nach Würt⸗
temberg kommandiert, an der Spitze des Infanterie⸗Regiments Kaiser
Friedrich, König von Preußen (7. Württemberg.) Ar. 125 gestanden hatte.
Am 11. April vormittags traf Seine Majestät zum Besuch der zur Kur
hier weilenden Kaiserin von Österreich in Wiesbaden ein. Um 4 Uhr
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