Volltext: Geschichte des Füsilier-Regiments von Gersdorff (Kurhessisches) Nr. 80 und seines Stamm-Regiments des Kurhessischen Leibgarde-Regiments von 1631 bis 1913

Friedenszeit 1871 bis jetzt. 
Großartig waren die für den Einzug des J. Bataillons in Wiesbaden am 
7. Zuli getroffenen Vorbereitungen, begeistert der Empfang. Bis in die 
entlegensten Gassen hinein fand diese Begeisterung in reichem Häuserschmuck 
ihren vielfach rührenden Ausdruck. Die Begrüßungsworte der Zeitungen 
ließen ebenso wie die Inschriften und Transparente erkennen, in welch 
guten Beziehungen das Regiment vor dem Ausmarsch zur Bürgerschaft 
gestanden und wieweit der deutsche Einheitsgedanke jetzt bereits durch⸗ 
gedrungen war. „Wir betrachten es als unser Regiment,“ hieß es im 
„Rheinischen Courier“, „wenn es auch nur zum kleinen Teil aus nassauischen 
Landeskindern und zum größten Teil aus hessischen Jungen besteht; wir 
haben ja gelernt, alle als die Söhne eines gemeinsamen Vaterlandes zu 
schätzen!“ — „Durch Einigkeit und Mut — All' unter einen Hut!“ lautete 
eines der vielen Transparente. 
Tausende waren dem Bataillon schon nach und über Biebrich hinaus 
entgegengeeilt. Der neu ernannte Regimentskommandeur, Oberstleutnant 
v. Kaweczynski, hatte in ritterlicher Kameradschaftlichkeit die Führung 
beim Einzuge an Major v. Below übertragen, weil dieser das Regiment 
vwährend eines so großen Teiles des Feldzuges geführt hatte. 
Als erster Gruß der Stadt tönte den Heimkehrenden festliches 
Glockengeläute entgegen. Am „Rondel“ war das Ersatzbataillon aufge⸗ 
stellt, um sich dann dem Einzuge anzuschließen. Je näher die Bataillone 
der Stadt kamen, desto höher schlugen die Wogen der Begeisterung, welche 
den Höhepunkt erreichte, als das J. Bataillon nach kurzem Halt mit dem 
Preußenmarsch in die Adolfsstraße einrückte. Am Eingang zur Rhein— 
straße fand die Begrüßung statt durch die Spitzen der Behörden, den 
Regierungspräsidenten Grafen Eulenburg, Landrat Rath, Bürgermeister 
Coulin und den Rat der Stadt. Der zur Kur in Wiesbaden weilende 
Bruder Seiner Majestät, Prinz Carl von Preußen, war durch sein 
Leiden am Erscheinen verhindert, jedoch erwies Ihre Königliche Hoheit 
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