Volltext: Jüdische Kunst aus Hessen und Nassau

Vier Tage nach Versöhnungstag ist der Beginn des Laubhütten- oder Sukkotestes. Es ist 
das Ernteschlußfest, gefeiert mit Palmzweig und Paradiesapfel, Lulaw und Ethrog. Der kostbare 
Ethrog wird in besonderem Behältnis verwahrt. Myrthen und Weidenzweige vervollständigen 
den Feststrauß. 
78. EIHROGDOSE. 
Kokosnuß und Silber. 
Marke 12 und I H, ungedeuftet. 
Deutsch, 18. Jahrhundert. 
Ausgehöhlte Nuß, auf silbernem Schaft über zierlichem Standteller montiert. Die Kappe abgeschnitten 
und als Deckel abhebbar. Der Teller ist mit Rocaillen verziert, das lebte Schaftstück naturalistisch als Baum 
dehandelt. Auf dem Deckel geriefelter Knopf. Val. die herrliche Fruchtdose Frauberger Ill/IV Abb. 106. 
Jatel 28 a) 
In die Zeit von Weihnachten, auf den 25. Kislew, fällt das Lichterfest Chanukkah, zum Ge- 
dächtnis der Wiedereinweihung des Tempels durch die Makkabäer, nach der Entheiligung durch 
den Syrerkönig Antiochus Epiphanes, 164 vor Christi Geburt. Acht Tage lang werden im 
Hause und in der Synagoge ein Licht nach dem anderen entzündet. Das an den Lampen und 
Leuchtern hervortretende neunte Licht ist der „Diener"” und dient dazu, die anderen Lichter 
anzustecken. 
79. CHANUKKAHLEUCHTER. 
Messingblech. 
Höhe 17,5 cm, Breite 20 cm. 
Kassel, Hessisches Landesmuseum. 
Aessisch, um 1800. 
Standleuchter, aus einem Grenadiermübenschild mit dem Namenszug Ldgf. Wilhelm IX. durch Vorseben 
siner Lade, in der die neun Olpfännchen stehen, hergerichtet. Ähnlich umgearbeitete Mükenbleche 
riderizianischer Truppen z.B. im Jüdischen Museum Prag. 
00. CHANUKKAHLEUCHTER. 
Messingblech. 
Höhe 29 cm, Breite 27 cm. 
Kassel, Hessisches Landesmuseum. 
Hessisch, um 1775. 
Standleuchter aus einem durchbrochen gearbeiteten Gardemütenschild, Adaptiert durch Vorsebhen einer 
oreitbeinigen Bank aus Blech, auf der die acht Pfännchen aufgereiht sind. 
„it.: Abqgebildet Morgen Tafel 7. 
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