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Gemünztes altes Gold.
Aus dem Wortschatz der Heimat.
bãttsch! (Interjebtion).
bãttsche oder blattsche, leicht und ungeschickt aufschlagen, z5. B. beim
Dreschen, anstatt bräftig daraufzuschlagen.
Balldu, der, Balg, pl. Bellch, ungezogene Kinder.
Balzer, der, Balthasar.
bammbeln, J. baumeln, 2. die Ausführung einer Arbeit lange
hinausschieben, 8. hin- und herschwingen.
S8ammbeler, der, langsamer Mensch.
Hahnebammbel, langsamer Mensch.
Zankerottskremer, Banberottsbrämer — Betrüger.
bann — bannen, bezwingen.
Redensart: Ha konn's nét gebann (S Er bonnte es nicht zwingen,
nämlich daß das Leid, das er abwenden wollte, über ihn kam).
Bannse, J1. Scheltname für Kinder, 2. Pansen, 3. Strohhaufen.
bannse (Schwãlmer Mundart: ären (den Krer ss. d.] aufschichten).
Barach, der (Schimpfwort).
Barreès oder Gepeil, Abfall vom Stroh.
Barrick (Perũcke), hochstehende Haarfrisur eitler junger Männer.
darriern, gehorchen (franz. parieren, abwehren).
Barweleis, Barbara Elijabeth.
darwes, barfuß. Schnaps ohne (3. B. Wecke) trinken — barwes
trèenke.
Barwesplaadsch, Nacktfuß.
Zast (Abb. von Sebastian), dim. Basthhe. Schimpfreim:
Sästche saß om Astche, ) Bästchen saß am Astchen,
Do bracht d's Astche, Da brachte das Astchen,
On 's Bästche Und das Bästchen
Full ens Marästche.“) Fiel ins Morästchen.
ßaunz, der (hebe. — dicher Bausch).
3aad, die, Barte, die bleine Axt, dim. Baaãdche, das Särfschen.
Scherzreim: Béstode saat, bote de Baad on geh mèt d'r Geiß ofs
Maat. (& Bist du satt, putz den Bart und geh mit der Geiß
aufs sauf den] Warkt).
Sprichwort;: Bas mir nèt weèéß, macht im nèéèt heèß — Was man
nicht weiß, macht einem nicht heiß.
èbbern, leije blopfen, 3. B.: Die Hinggelerche béebbern das kj of
— Die Hühnchen pichen das Ei auf.
zébbes, der, Pips, die Hühnerdiphterie.
Redensart: Net räacht gebèéckt oder gebengstäckt seng (S nicht
richtig gepickt oder gebunden (wahnsinnig) sein.
dedeon Met Bedankemich hanneln ( Mit Bedankemich handeln
— betteln!)
zéckel, der, Pichel, eine doppelsjeitige Hacke.
èckelhart — jehr, so hart, daß man einen Pickel benutzen
muß.
dedensart: On banns Béckelsteé räaantl (& Und wenn's
Bickelsteine regnet! sso muß ich doch irgendwo hin!ls)
edommbe — dumpf.
edrudeln, unrein machen. Beckel
Redensart: Bedrudel dich nèt (S mach dich nicht unrein, schnappe
nicht über).
Reim:, Annegerret Drudelloch. ... — Anna Gertrude Drudelloch.
eduucht (hebr.) ⸗ reich.
8 — 1. ungeschickt an etwas herumarbeiten, 2. in der Nase
bohren.
ʒéebel, der (oder Boobel), verdickter Nasenschleim, der in dünner
Form Schnäcke heißt.
Redensart: Bei Boobels eß Ball (S „Bei Popels ist Ball“, wird
gesagt, wenn jemand fortgesetzt in den Najenlöchern herumbohrt).
ʒéebelfrãsser, Schnäckenfresser.
zeeg, der, männliche verschnittene junge Sau.
eege, jchreien.
ʒeeger, der, Schreihals. Redensart: In Beeg duh, einen Schrei
ausstoßen.
zéej, die, Biege, Krümmung.
nger de Béeje, unter den Siegen, Gemarbungsteil bei Neubkirchen,
wo die Stadt jhre Festlichbeiten abhält. (Auch in Marburg
heißt eine Straße Biegenstraße.)
VDom Büuchertische der Heimat.
Der Kunstverlag Ludwig Winter in Cassel weiß auf eine gute
Art das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden. An neuen
Kunstgaben bietet er: 10 Künstler⸗Steinzeichnungs-Lesezeichen
mit Motiven aus der hessischen Heimat und knappen Weisheits-
worten; eine Serie gibt Bibelweisheit in Kernsprüchen, die andere
Weltweisheit; Preis 4,00 Me. — 10 Künstler⸗Steinzeichnungs⸗
Kärtchen, ebenfalls mit Ansichten hejsischer Burgen und Land—
schaften in Buntdruck, als Glückwunschkärtchen geeignet; Preis
1.00 ME. — 12 Tiefdruck · Kadierungs-⸗Karten, heimailiche Stadt⸗
und Dorfbilder zeigend, durchweg fein, besonders „Allendorf a W.“
und „Helsa“; Preis 5,00 Mt. — Wandbalender „An der Fulda
und Werra“ für das Jahr 1922 mit Kalendarium und 12 Künstler-
Steinzeichnungen, die zugleich als Postkarten prabtisch verwendbar
sind. Die Motive sind dem unteren Werra- und Fuldatal ent—
nommen und zeigen die Schönheit dieser Täler mit ihren Schlössern
und Dörfern. Peeis 10,00 Me. — Diese Neuerscheinungen ver—
raten eine geschmackvolle Farbenfreude, die sich in matten, har—
monischen Tönen dem Auge darstellt und beruhigend wirkt. Sie
siind jehr empfehlenswert.
Karl Wehrhan, Sagen aus Hessen und Nassau. Hermann
Eichblatt Verlag, Leipzig ⸗Gohlis. Brosch. 15, Gescheukband 19 Me.
Karl Wehrhan, einer unserer ersten Forscher auf dem Gebiet
der VDollbskunde, bietet uns in dieser vortrefflichen Sammlung
heimisches Sagengut. Diese Sagen, aus der Volksseele geschöpft,
sind wie raunende Stimmen aus Wald und Wasser, Luft und Erde,
Nacht und Helle, sind Stimmen alles dessen, das ist. Den viel—
gestaltigen Wolken möcht ich sie vergleichen. Die jtehen oftmals
wie phantastijsche Märchenschlösser am Himmel, huschen lautlos wie
graue Gespenster einher, recken ihre Häupter gleich ungeschlachten
Kiesen über die Waldberge herauf, sprengen tosend wie speer⸗
züchkende Kitter im Kampfgewühl daher, entschweben sanft wie
jommerselige Barken ins Abendrot oder wehen wie abschied—
winbende Tüchlein von der Himmelspforte hernieder. So muten
mich diese Sagen an, die auch aus Niederhessen viele bis jetzt noch
nicht veröffenflichte Beiträge beingen. Wer das Grusela lernen
vill, der Lann es hier; wer das Lachen lernen will, der bann es
luch, und wer sich die Natur beseelen lassen will, bann das hier
bensogut. Kein Léhrer, der Heimatkunde treibt und dabei die
deimatsage berũcksichtigt, kein Heimatfreund wird sich dieses Buch
ntgehen lassen, das eine wahre Fundgrube für ihn sein wied. Jede
dolbs⸗ und Schulbüchereĩ dürfte durch dieses Buch eine wünschens
oerte Bereicherung erfahren.
Seitschrift des Geschlechtes Stück Nr. 13/14, 15, 16 und 17.
⸗ammlung von Beiträgen zur Geschichte der alten deutschen
familie Stück, Stucke und davon abgeleiteter Namensformen.
Zegrũndet und herausgegeben von Architelt Fritz Stüͤck in Cassel-
ieder zwehren.
Wir halten es für unsere Pflicht, alle, die für Familiengeschichte
sinn haben, auf diese Zeitscheift hinzuweisen, die wertvolle, in
rũühsamer Arbeit zusammengetragene Forschungsergebnisse vermittelt.
die Familiengeschichtsforschung dürfte mehr als alles andere geeignet
ein, den Familien- und Heimatsinn, das Susammengehsrigkeits—
jefühl boden tändiger Geschiechter zu wecken und zu stärken. Finden
oir doch z. B. schon allein in der Ahnentafel des Casseler Zweiges
er Familie Stück so viele echthessische RNamen, wie Horstmann,
spillner, Specht, Habedank, Gerhardi, Becker, Martin, Dingler,
Sannstein, Ickler u. v. a. Auch über die ältesten Stücks in mecht“
essischen Landen, in Nieder und Obersachsen, Westfalen, Khein—
ind, Holland, verbreitet sich die Seitschrift. Dem Herausgeber
ebührt Anerbennung und seiner übersichtlich dargestellten Forscher⸗
Weh wohlverdiente Beachtung in weitesten Kreisen des Hessen—
andes.
Kotbäppchen. Märchenspiel von Mathilde Gerland.
Mädchen-VDexreinsbühne Heft 14. Verlag Arwed Strauch in Leipßig.
Dieses Spiel in Keimen, nach dem gleichnamigen Grimmschen
Närchen gegrbeitet, dürfte in Mädchenkreisen froh begeüßt werden.
ẽs ist geschickt in der Anordnung, einfach in der Sprache,
inspruchslos in der Ausstattung und stark gefühlsbetont. Der
dadenpreis beträgt bei Rollenbezug (5 Rollenbüchlein) 1.80 Mk.
ür das Einzelheft.
Herausgeber; Konrad Berenecker-Melsungen, unter besonderer Mitarbeit von: Kreisschulrat Schwalm-Siegenhain und Laubstummen-Lehrer H. Kuppel-Homberg.
Alle Heimatfreunde sind als Mitarbeiter willlommen. — Verantwortlicher Schriftleiter: Paul Woicke-Melssungen. — Alle Zuscheiften an die „Heimat-Schollen“ sind an
die Schriftleitung in Melsungen zu eichten. Unverwertete Manuhskripte werden nur auf Verlangen zurückgesandt. Der Nachdeuck aller ARebeiten mit —XRX
ist nur nach Übereinkunft mit dem Herausgeber gestattet. — Druck und Oerlag: A. Bernecker in Meljungen