M 1.
XX. Jahrgang. Kassel, 2. Januar 1906.
Neue Sah«.
Und neues Ziel, und neue Bahn,
Und alle Tore anfgelan,
Und ich und du!
Im Süden steht ein Königsthron —
Lin Sprung — im Sattel sitz' ich schon,
Nun zu, nun zu!
wie ist die Welt so sonnenklar!
Ls hängh der Tau in deinem Haar,
Der Tau der. Nacht.
Wie Rosen glänzt der Berge Saum,
Nein Sehnen ist aus wirrem Traum
Zum Licht erwacht.
So reiten wir, was kommen mag,
Gewappnet in den neuen Tag
Und ohne Scheu.
Im Bettlerkleid und im Brokat,
Gib mir die Hand, mein Kamerad,
wir bleiben treu!
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crttrpru».
Sieh, so bann' ich weit die Trauer
Und mein Segel ist bereit.
Neer und Fimmel gleißt in blauer,
Leuchtender Unendlichkeit.
Jede Fahrt lockt mich mit neuer.
Froh empfangner, stolzer Pein —
Denn mein Herz will Sturm und Steuer,
Sieger und Besiegter sein.
Mein Berz.
was ziemt dem Herzen träge Rast,
wenn es nicht ruhen will?
wenn du genug gejubelt hast,
Mein Herz, dann schweige still.
Dann singst du wohl im Kämmerlein
Dein Lied: Ls war einmal —
ßeut sollst du noch ein Glühen sein,
Lin Schwert von gutem Stahl.
Schöneberg-Friedenau. W> SaCkCII.
Der Reujahrsbettelmann.
Prosit Neujahr! Nag's euch schenken
Glück und Segen, frohen Nut!
Nag's euch nicht mit Wermut tränken,
Nicht verbittern euch das Blut.
Sollt' auch mal ein Schmerz euch kränken,
Nun, so rast nicht gleich vor Wut,
Gott wird euren Weg schon lenken,
Seine Liebe nimmer ruht.
Nur nicht jammernd rückwärts denken!
Immer vorwärts! Leicht beschuht
Hüpft man ohne Fußverrenken
Auf zum Ziel mit Iugendglut!
Prosit Neujahr! Mag es schenken
Reichlich auch euch Geld und Gut,
Und ich bitt', wollt davon senken
Nur ein Stück in meinen Hut!
Aal lei. »ugo Irtderkina.