Full text: Amtlicher Kalender für das Kurfürstenthum Hessen // Amtlicher Kalender für Kurhessen // Amtlicher Kalender für den Regierungsbezirk Cassel (1860-1873)

Ein armer Kaufmann heirathete ein reiches ! „Da hast Du wieder was Schönes gekauft!" 
Mädchen von bösartigem Charakter. „Der arme sagte eine Frau spottend zu ihrem Manne; „Du 
Schlucker ist nun zeitlebens glücklich," sagte Jemand.— wählst doch stets das Schlechteste!" — „Ja wohl, 
„Gewiß," entgegnete der Andere, „wenn eine Reiche meine Liebe," antwortete er trocken, „mit Dir habe 
mit Gift (reiche Mitgift) glücklich macht." ! ich den Anfang gemacht." 
Ein Fürst gab einst seinem Hofnarren den Auf« z 
trag, eine Liste aller Narren in seiner Residenz 
anzufertigen. „Herr," erwiederte dieser, „Ihr wißt, 
baß ich alle Arbeit hasse; laßt mich deshalb lieber 
eine Liste der Klugen anlegen, da werde ich geschwin- i 
der mit fertig." 
Der berühmte Philosoph Fontenelle befand sich 
eines Tages in einer zahlreichen Gesellschaft, in 
welcher ein Arzt die Behauptung aufstellte, daß der 
j Kaffee ein langsames Gift sei, „Ja wohl", sagte 
! Fontenelle, „es muß ein langsames Gift sein, denn 
l ich bin 72 Jahre alt dabei geworden." 
Wie mag es wohl zugehen» daß man nur stets 
mit Wein und nicht auch mit anderen Getränken, 
wie z. B Kaffee, Thee, Chocolade rc. anstößt? so 
fragte Jemand einen geistreichen Mann. — „Weil 
im Wein allein Wahrheit ist, nnd man mit der 
Wahrheit immer anstößt," erwiederte ihm dieser 
höchst treffend. 
Beim Viehmarkte in D. beklagte sich ein mit 
Schöpsen handelnder Bauer, daß die Käufer so 
wenig für die Schöpse geben wollten. — „ Sind 
denn so viele Schöpse hier?" fragte Jemand. — 
„Ne" war die Antwort, „ich bin nur der E i n z i g e!" 
In einem alten in der damaligen Grafschaft 
Reuß - Lobenstein eingeführten Gesanzbuche aus dem 
17teti Jahrhundert lautet da« Eingangslied sehr 
naiv, wie folgt: 
„O Herr, gieb Regen und Sonnenschein, 
Für Greiz, Schleiz und Lobenstein, 
Und wollen die Andern auch was ha'n, 
So können sie Dir's selber sa'n. 
Ländlich, sittlich. — Wir Europäer trauern in 
schwarzen, die Chinesen in weißen, die Türken 
in blauen, die Aegypter in gelben'und die 
Aethyopier in Afrika in grauen Kleidern. 
Verhältnißzahlen für die Umrechnung der bisherigen in dem Regierungsbezirk Cassel 
gültigen Landesmaaße und Gewichte in die durch die Maaß- und Gewichts-Ordnung für 
den Norddeutschen Bund festgestellten neuen Maaße und Gewichte. 
A. Längenmaaße. 
Ein Werkfuß ist gleich 11 Zoll rheinländisch, 
gleich 127,535s pariser Linien; 1 Fuß — 12 Zoll; 
1 Zoll — 12 Linien. 
Eine Casseler Elle ist gleich 2 alte Casseler Fuß, 
gleich 252,6 pariser Linien. Der alte Casseler so 
genannte Katasterfuß, althessische Fuß, ist gleich >26,3 
pariser Linien; I Kataster - Ruthe — 14 althessische 
(Kataster -) Fuß; 1 Meile — 32000 Fuß. 
« Ftächennraaß. 
Ein Cass. Acker — 150 Quadrat-Kataster-Ruthen. 
C. «örpermaatze. 
Ein Casseler Viertel ist gleich 6| Kubik-Werksuß; 
1 Malter — 4 Viertel; 1 Viertel — 16 Metzen; 
1 Metze = 4 Mätzchen (Becher). 
Ein Casseler (alte Wormser) Maaß ist gleich 
144 Kubik-Werkzoll; l Eimer — 4 Maaß; l Vier 
tel (Anker) — „20 Maaß; 1 Ohm — 80 Maaß; 
1 Fuder — 6 Ohm; 1 Klafter Holz zu 150 Ku 
bik-Werksuß; 1 Klafter Holz zu 144 Kubik-Werksuß. 
I». Gewichte. 
Ein Pfund ist gleich 500 Gramm; 1 Pfund = 
30 Loth; 1 Loth — 10 Quentchen; 1 Quentchen — 
10 Cent; 1 Cpnt — 10 Korn; 1 Centner — 100 
Pfund; 1 Schiffslast = 40 Centner. 
Verhältniß-Zahlen. 
A. Eängenmaatze. 
Altes Maaß. 
1 Fuß — 0,2ß770 Meter; 1 Zoll = 2,397 
Centimeter; 1 Linie — 2,00 Millimeter; 1 Ruthe 
= 3,9888 Meter; 1 Meile 9,2064 Kilometer; 1 
Meile — 1,2275 Meilen; 1 Elle = 0,56982 Meter.
	        

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