Full text: Leitfaden für den Religions-Unterricht in der israelitischen Schule

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öffentlich, sondern unter vier Augen in sanfter 
und schonender Sprache, aber nicht mit Härte. 
Er sage ihm, daß er es nur zu seinem Wohle 
und seines einstigen Lohnes halber thue, auch 
darf er ihn nicht beschämen" (Maimonides hilch. 
Deos 6, 6—9). 
1 0) Gegen Arme und Dürftige wohthätig zu sein, 
und deren Elend soweit als möglich zu erleichtern 
suchen. „Wenn dein Bruder verarmt und es wankt 
seine Hand bei dir, so unterstütze ihn, er sei ein 
Fremdling oder Einsäße, daß er lebe bei dir" 
(3. B. M. 25, 35). „Zu den heiligsten Pflichten 
gehört, den Armen zu unterstützen. Wer aber 
dem Armen mit Unfreundlichkeit und Ver 
druß spendet, wenn er ihm auch tausend Gold 
stücke gibt, hat seine Pflicht nicht erfüllt. Wir 
müssen ihm mit Freundlichkeit begegnen und An 
teil nehmen an seiner Not. So heißt es auch 
(Hiob. 30, 25): „Habe ich nicht mit dem Er 
bitterten geweint, war nicht mein Herz betrübt 
um den Elenden" (Maimonides hilch. Mato. 
Anijim 10, 1—5). 
11) Allenthalben Frieden zu stiften und jeden nach 
der guten Seite zu beurteilen (Mischna Aboth 
1. Maimonides hilch. Deos 5,7). 
12) Kranke zu besuchen, Trauernde zu trösten und 
Tote mit der ihnen gebührenden Ehre zu bestatten. 
Für die Uebung dieser Wohlthaten ist von Gott 
unbegrenzter Lohn verheißen (ibid. hilch Obel 14,1). 
i 6. Welche Pflichten haben wir in Hinsicht des 
Vermögens unserer Nebenmenschen?
	        

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